Vergleich mobiler CMS

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Fallstudienarbeit

Hochschule: Hochschule für Oekonomie & Management
Standort: Düsseldorf
Studiengang: Bachelor Wirtschaftsinformatik
Veranstaltung: Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten
Betreuer: Prof._Dr._Uwe_Kern
Typ: Fallstudienarbeit
Themengebiet: Content Management Systeme
Autor(en): Florian Schneider, Henrik Appelhans, Dennis Hoffstädte, Vanessa Lenz
Studienzeitmodell: Tagesstudium
Semesterbezeichnung:
Studiensemester: 2
Bearbeitungsstatus: begutachtet
Prüfungstermin:
Abgabetermin:

Inhaltsverzeichnis

1 Abkürzungsverzeichnis

AbkürzungBedeutung
APPApplikation
B2BBusiness-to-Business
B2CBusiness-to-Consumer
B2EBusiness-to-Employee
CMSContent Management System
HTMLHyperText Markup Language
JSSTJoomla! Security Strike Team
MCMSMobile Content Management System
PDAPersonal Digital Assistant
W-LANWireless Local Area Network
WAPWireless Application Protocol
WURFLWireless Universal Resource File
iModePortaldienst für Mobiltelefone
XHTMLExtensible HyperText Markup Language

2 Abbildungsverzeichnis

Abb.-Nr.Abbildung
Abbildung 1Anzahl verkaufter Smartphones in Deutschland, entnommen von http://www.bitkom.org/files/images/BITKOM_Smartphones_Download.jpg
Abbildung 2Struktur bei der Verwendung eines CMS, eigene Erstellung
Abbildung 3Struktur bei der Verwendung eines MCMS, basierend auf WURFL, eigene Erstellung
Abbildung 4Anforderungen der iPhone Besitzer, entnommen von http://www.acta-online.de/praesentationen/acta_2009/acta_2009_Technik_Veraenderungen.pdf, S. 17
Abbildung 5Joomla! Backend, eigener Screenshot des Backends
Abbildung 6Drupal Backend, eigener Screenshot des Backends
Abbildung 7Typo3 Backend, eigener Screenshot des Backends

3 Tabellenverzeichnis

Tabelle-Nr.Tabelle
Tabelle 1Exemplarische Nutzwertmatrix
Tabelle 2Ziele und Kriterien
Tabelle 3Gewichtung der Kriterien
Tabelle 4Auswertung der Nutzwertanalyse

4 Einleitung

4.1 Thema

Abbildung 1: Anzahl verkaufter Smartphones in Deutschland
Abbildung 1: Anzahl verkaufter Smartphones in Deutschland

Seit Jahren steigt der Absatz von Smartphones in Deutschland rasant an, ein Ende ist bisher nicht in Sicht (siehe Abb. 1: Anzahl verkaufter Smartphones). Sinkende Kosten für Flatrates zur Nutzung des mobilen Internets machen eine Anschaffung eines mobilen Endgerätes immer attraktiver für den Verbraucher. Unternehmen sehen in dieser Entwicklung die Chance, durch mobile Werbung eine größere Zielgruppe zu erreichen und neue Vertriebskanäle zu öffnen. Aufgrund dieser Entwicklung werden zur Darstellung von Inhalten auf mobilen Geräten neue Formen der Komprimierung, Filterung und Präsentation von Daten benötigt, welche eine Erweiterung von Content Management Systemen (CMS) notwendig machen: Mobile Content Management Systeme (MCMS). Deshalb erleben Plugins für bestehende CMS, welche eine Betrachtung von Inhalten auf Smartphones, iPhones[1] und Wireless Application Protocol (WAP) fähigen Endgeräten ermöglichen, zurzeit einen starken Aufwärtstrend.

Relevant sind diese Plugins sowohl für Unternehmen, als auch für private Anwender. Das gestiegene Interesse an mobilem Internet eröffnet für Unternehmen ganz neue Absatzwege und Möglichkeiten der Vermarktung von Produkten, sowie der Kommunikation mit dem Kunden. Für Privatleute liegt die Relevanz von mobilem Internet eher in der Einholung von Produktinformationen, sowie in dem Web 2.0, also der steigenden Zahl an sozialen Netzwerken, die ihnen eine komfortablere und schnellere Möglichkeit des Austauschs von privaten Informationen bieten und hauptsächlich aus "user-generated Content" bestehen.

Die folgende Fallstudie wird aufgrund dieser Entwicklung, für einen besseren Marktüberblick, einen Vergleich aktueller MCMS anstellen.

4.2 Zielsetzung

Die Fallstudie konzentriert sich speziell auf die MCMS-Plugins. Es werden die verschiedenen Begriffe um das mobile Content Management geklärt und die Anwendungsbereiche dargelegt. Ein wichtiger Punkt der Studie ist eine Nutzwertanalyse, die drei MCMS näher betrachtet und anhand von Kriterien, wie z. B. Kosten oder Ergonomität, miteinander vergleicht. Ein detaillierterer Marktüberblick über die ausgewählten MCMS und deren Funktionalität ist das primäre Ziel dieser Fallstudie. Schlussendlich soll das unter den ausgewählten Programmen und nach den definierten Kriterien beste MCMS ausfindig gemacht werden. Ebenso wird ein Zukunftsausblick auf mögliche weitere Entwicklungen gewagt, um aufzuzeigen, welche Potentiale noch in den MCMS stecken oder wie man generell die Darstellung von Inhalten auf mobilen Geräten noch weiter verbessern könnte.

4.3 Vorgehensweise

Zum Grundverständnis werden zunächst in Kapitel 5 die relevanten Begrifflichkeiten und die gewählte Untersuchungsmethode, eine Nutzwertanalyse, definiert und erklärt, um dann im Hauptteil ab Kapitel 6 die Anwendungsbereiche, die ausgewählten Programme und den konkreten Einsatz der Systeme anhand von eigenen Beobachtungen und Entwicklerangaben darlegen zu können. Für die Nutzwertanalyse werden in Kapitel 8 Bewertungskriterien entwickelt, die ein einheitliches Bewertungsraster für die unterschiedlichen Plugins ermöglicht. Somit erhält man eine direkte Vergleichbarkeit. Im Anschluss an die Nutzwertanalyse wird das Ergebnis der Analyse zusammengefasst und in Kapitel 9 wird schlussendlich ein Zukunftsausblick gewagt. In einem Fazit werden die Erkenntnisse abschließend zusammengefasst.

5 Grundlagen

5.1 Content

Die englische Übersetzung von Content lautet "Inhalt". Dieser Begriff umfasst laut Nix jedoch nicht die volle Bandbreite des eigentlichen Contents, "weil Content nicht nur die Substanz (Texte, Audio, Video) meint, sondern auch beschreibende Metadaten wie etwa Autor, Titel und Inhaltsbeschreibung."[2] Content ist also die Gesamtheit an digitalen Inhalten. Auch Schuster und Wilhelm bestätigen diese Auffassung von Content. Informationen werden ihre "kontextsensitiven Bedeutungen"[3], also die angesprochenen Metadaten, die den Content von normalen Inhalten abheben, erst dann mitgegeben, wenn diese Inhalte nicht nur zum Betrachten geeignet sein sollen, sondern darüber hinaus auch automatisiert in späteren Prozessen im CMS selbst weiterverarbeitet werden sollen[4]. Beispielsweise könnte man einer Überschrift eines Word-Dokuments die Metainformation geben, dass sie eine Überschrift ist und sie nicht nur fett darstellen. Mit Hilfe dieser Information könnte das System nachher selbstständig mit unterschiedlichen Bestandteilen des Contents weiterarbeiten und Inhalte ihrer eigentlichen Bestimmung entsprechend darstellen.

5.2 Content Management System

Content Management ist die strukturierte Erstellung, Verwaltung, Veröffentlichung und Pflege von Content[5]. Speziell in Unternehmen stellt diese Art der Informationsverwaltung eine tragende Säule zur Kommunikation mit den Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern, z. B. in Form einer Internetplattform oder eines Intranets für die Arbeitnehmer, auf das diese zugreifen können, dar.

Ein CMS unterstützt die Anwender bei diesem Prozess, beginnend bei der Inhaltserstellung bis hin zur Inhaltsveröffentlichung. Konkrete Programmierkenntnisse werden dafür nicht benötigt, da eine grafische Oberfläche für die Benutzer zur Verfügung steht, auf der diese arbeiten können. Eine übersichtliche Benutzeroberfläche ermöglicht Anwendern eine vereinfachte Arbeit mit dem Programm, bietet jedoch trotzdem viele Möglichkeiten zur Erstellung von Content. Der Benutzer ist also nicht mehr auf z. B. die Kommandozeile angewiesen. Für Nutzer ohne Programmierkenntnisse ist diese Möglichkeit sehr hilfreich, teilweise können dadurch Arbeitsvorgänge beschleunigt werden. Ist die Benutzeroberfläche jedoch verschachtelt und sind tägliche Arbeiten nur über Umwege möglich, können Vorgänge ebenso auch länger dauern. Auf dieser Ebene ist eine Benutzerrechtsverwaltung möglich, so dass unterschiedliche Nutzer auch nur den für sie relevanten Teil bearbeiten oder einsehen können. Ein Webmaster, der das System administriert, ist jedoch speziell bei großen Internetpräsenzen für die technische Umsetzung notwendig.

Mit Hilfe solcher Systeme kann eine bedeutende Reduzierung der Kosten für die Verwaltung und Pflege der Inhalte realisiert werden, da man keine Spezialisten für die Wartung benötigt[6]. So kann der relevante Inhalt beispielsweise auf einer Internetpräsenz ansprechend für die Kunden in Form eines Informationsportals dargestellt werden. Diese Inhalte werden dabei sowohl vom Webmaster, als auch von anderen Angestellten eines Unternehmens, z. B. Redakteuren oder Grafikern, erstellt. Sie können auf ihre Funktion angepasste Nutzerrechte erhalten, so dass ihre Aufgabe erfüllt werden kann, jedoch keine Gefahr besteht, dass durch technische Unwissenheit die Seite unwissentlich verändert oder gar "zerstört" wird. Diese Redakteure arbeiten dann mit der grafischen Oberfläche des CMS und nicht wie eventuell manchmal der Webmaster oder die IT bei speziellen Anpassungen direkt im Sourcecode des CMS. Die Erstellung sowie die Pflege von großen Webseiten wird heutzutage mehr und mehr mit Hilfe von CMS realisiert[7].

CMS beherrschen die Trennung von Inhalt, Layout und Struktur. Diese Fähigkeit ist speziell für Unternehmen, welche auch die Hauptzielgruppe für CMS sind, wichtig, denn diese benutzen häufig ein Template, also eine unternehmensweite Vorgabe für Farben, Schriften und Designs, um die Unternehmensidentität nach außen und nach innen zu wahren. Dies verleiht dem Design einen gewissen Wiedererkennungswert, der für Vermarktungszwecke und zur Darstellung der Individualität eines Unternehmens nicht mehr wegzudenken ist. Auch die Identifikation der Mitarbeiter eines Unternehmens spielt in diesem Umfeld eine große Rolle, da diese somit eine stärkere Bindung zum Unternehmen aufbauen[8]. Ein solches Template wird auch Corporate Design genannt und verlangt von den verantwortlichen Mitarbeitern höchste Präzision zur Wahrung dieses Corporate Designs[9]. Die Trennung der drei Elemente Inhalt, Layout und Struktur unterstützt diesen Wunsch von Unternehmen ganz konkret. So können neue Inhalte eingestellt werden ohne das Grundgerüst des Templates und damit den Aufbau der Seiten oder das Design zu verändern. Das erspart viel Arbeit für die sonst anfallende Kontrolle des Corporate Designs bei jedem erstellten Content, bietet dem Betrachter eine einheitlichere Darstellung und ermöglicht ferner, das Unternehmensdesign durchgehend und ohne große zusätzliche Kosten beizubehalten[10]. Aus diesem Grund sind CMS zumeist bei großen Internetseiten aufzufinden. Aber auch kleine Web-Präsenzen werden mit Hilfe von CMS aufgebaut, da diese die Erstellung und Verwaltung vereinfachen.

Die folgende Abbildung soll die Ablaufstruktur zur Erstellung von Content bei der Verwendung eines CMS verdeutlichen.

Abbildung 2: Struktur bei der Verwendung eines CMS
Abbildung 2: Struktur bei der Verwendung eines CMS

5.3 Mobile Content Management System

MCMS erweitern die Rezipientensysteme für durch CMS erstellte Webseiten um mobile Endgeräte wie z. B. das iPhone, Personal Digital Assistants (PDA), WAP-fähige Geräte und Ähnliche, die dann mittels Wireless Local Area Network (W-LAN) Verbindung oder per mobilem Internet auf die Seiten und Inhalte zugreifen können. Die MCMS werden im Regelfall als Plugin auf schon bestehende CMS aufgesetzt und ermöglichen dem Anwender dann, die Internetseite auf einfachstem Wege so zu gestalten, dass sie auch auf mobilen Geräten performant und übersichtlich aufgerufen werden kann. Selbst Bilder und Videos können transformiert werden. Ein schwieriges Unterfangen bei mehreren tausend unterschiedlichen Mobiltelefonen, Displaygrößen und Codecs. Bei modernen MCMS-Plugins werden alle Webseitenelemente, also Grafiken, Texte, Töne und Videos speziell für das Empfangsgerät angepasst. Insofern sind MCMS von großer Flexibilität was das auf die publizierten Inhalte zugreifende System betrifft. Mit Hilfe der häufig verwendeten WURFL[11]-Technologie kann das MCMS feststellen, welches mobile Endgerät auf die mobile Webseite zugreift und die Inhalte entsprechend den benötigten Standards für genau dieses Endgerät anpassen. Möglich ist dies durch die in WURFL hinterlegte XML-Datenbank, in der gängige mobile Endgeräte und deren Standards enthalten sind[12]. Das Betrachtungsgerät gibt beim Seitenaufruf Metadaten mit, die in WURFL als eine Art Abfrage verarbeitet werden. Das Ergebnis der Suche ist dann die passende Anzeige des Webseitencontents. So kann Inhalt vollends mobil gemacht und von überall aus, mit allen dazu fähigen mobilen Endgeräten, abgerufen werden.

Genutzt werden diese Systeme in vielen Bereichen. Unternehmen nutzen sie, um Informationen schneller, auch auf mobilem Weg an Kunden und Geschäftspartner weitergeben zu können. Privatleute nutzen die damit erstellten Seiten zur Informationssuche und zunehmend auch zur Kommunikation über Dienste wie Twitter[13], Facebook[14] oder Ähnliche. Twitter ermöglicht das Schreiben von Kurznachrichten, die alle Nutzer sofort einsehen können. So werden beispielsweise private Dinge an Freunde kommuniziert, es können jedoch auch Nachrichten über das Tagesgeschehen aus der gesamten Welt empfangen werden[15]. Bei Facebook kann hingegen ein eigenes Profil inklusive Fotos und vielen weiteren Daten angelegt werden, um mit Menschen zu kommunizieren und die eingestellten Inhalte zu teilen[16]. So kann auch ohne ein Notebook schnell mal unterwegs auf aktuellste Ereignisse oder Meldungen, sowohl im geschäftlichen als auch im privaten Bereich, mit Hilfe dieser Dienste und diverser Unternehmensportale eingegangen werden. Diese Technik erhöht den Informationsfluss, die Informationsfließgeschwindigkeit und die Anzahl derer, die schnellstmöglich die Information erhalten können enorm. Kann mit einem klassischen Anruf beispielsweise nur je ein Mitarbeiter über eine wichtige Veränderung umgehend informiert werden, so kann die Nachricht mit Hilfe eines MCMS mit einem einzigen, eventuell grafisch untermalten Update im "News-Bereich" des Mitarbeiterportals mit wenig Aufwand schnell tausende Mitarbeiter erreichen. Auch diese Tatsache ist ein wichtiger Punkt, den MCMS leisten: Sie ermöglichen einen klaren Informationsaustausch. Reiner Text kann durch Abbildungen, Videos oder eine Tonspur visualisiert und damit dem Rezipienten näher gebracht werden, was die Verständigung vereinfacht und somit Missverständnisse, die große Fehlerquellen bergen, unwahrscheinlicher macht.

Eine mobile Seite kann entweder ganz neu, mit neuem Design und neuen Inhalten erstellt werden, oder der Content der bestehenden normalen Seiten im CMS wird in eine mobile Seite von dem MCMS umgewandelt. Dieser Prozess verläuft meist automatisiert mit manuellen Teilaktionen. Aufgrund der Automatisierung muss die mobile Präsenz dann geprüft und eventuell manuell angepasst werden, um den Wünschen des Webmasters zu entsprechen.


Abbildung 3: Struktur bei der Verwendung eines MCMS, basierend auf WURFL
Abbildung 3: Struktur bei der Verwendung eines MCMS, basierend auf WURFL

5.4 Nutzwertanalyse

Die Nutzwertanalyse ist eine weit verbreitete Methode, um verschiedene Alternativen für ein Zielsystem miteinander zu vergleichen. Dafür werden Kriterien aufgestellt, um eine direkte Vergleichbarkeit zwischen diesen zu ermöglichen und letztendlich eine Entscheidung für eine der Alternativen zu fällen. Sie eignet sich jedoch ebenfalls für die Bewertung und den Vergleich einzelner Faktoren dieser Alternativen.

Christof Zangemeister beschreibt diese als "[...] Analyse einer Menge komplexer Handlungsalternativen mit dem Zweck, die Elemente dieser Menge entsprechend den Präferenzen des Entscheidungsträgers bezüglich eines multidimensionalen Zielsystems zu ordnen. Die Abbildung dieser Ordnung erfolgt durch die Angabe der Nutzwerte (Gesamtwerte) der Alternativen."[17] Das multidimensionale Zielsystem bedeutet die Einbeziehung mehrerer Zielgrößen des Entscheidungsträgers. Konkret müssen also vier Schritte vorbereitend zur Durchführung einer Nutzwertanalyse ausgeführt werden:

  1. Die Bestimmung des Zielsystems: Dieses ist im Normalfall im Vorfeld bereits klar, da aufgrund der Ermangelung dieses Zielsystems erst die Nutzwertanalyse als Vergleichsmethodik zur Wahl einer entsprechenden Alternative gewählt wurde. Wichtig ist die konkrete Formulierung und Definition des Zielsystems innerhalb der Entscheidungsträgergruppe, so dass alle Wünsche berücksichtigt werden und das System nachher einen optimalen Nutzen erbringt. Dieser Punkt ist somit der wohl Wichtigste in der Vorbereitung auf die Nutzwertanalyse, denn wenn das Ziel nicht klar definiert ist und die Entscheidungsträger nicht wissen, was sie wollen, wird großer Aufwand für die Nutzwertanalyse betrieben, der sich im Endeffekt womöglich nicht amortisiert.
  2. Die Wahl, auf das Zielsystem abgestimmter, relevanter Alternativen, die für die Erfüllung des Zielsystems und damit für die Untersuchung infrage kommen: Dabei sollten wirklich relevante, auf den ersten Blick das Zielsystem erfüllende Alternativen ausgewählt werden. Ebenfalls sollte die Anzahl der Alternativen nicht allzu groß werden, da der Aufwand der Nutzwertanalyse damit steigt und speziell auch die schlussendliche Entscheidung mit wachsender Alternativenanzahl schwieriger fallen kann.
  3. Die Festlegung konkreter Untersuchungskriterien anhand des in Punkt 1 definierten Zielsystems: In diesem Schritt werden die Zielkriterien des Zielsystems auf konkrete Untersuchungsaspekte heruntergebrochen. Es müssen die relevanten Zielkriterien definiert werden, die mit einer der Alternativen erreicht werden sollen und innerhalb der Nutzwertanalyse konkret auf ihren Erfüllungsgrad hin untersucht werden. Ferner sollte darauf geachtet werden, dass diese Kriterien nicht voneinander abhängig sind.
  4. Die Gewichtung der Bewertungskriterien: Sie müssen in Verhältnis zueinander gesetzt werden, um die Wichtigkeit der einzelnen Kriterien festzulegen. Es muss also subjektiv, auf die jeweiligen Bedürfnisse und das zu erfüllende Zielsystem eine Gewichtung der Untersuchungskriterien vorgenommen werden. Dieser Punkt ist nochmals sehr wichtig, er zeichnet die Nutzwertanalyse aus. Mit Hilfe der Festlegung der Relevanz der einzelnen Kriterien können die schlussendlich berechneten Nutzwerte stark beeinflusst werden. Eine exakte Gewichtung ist daher von nicht zu unterschätzender Bedeutung um zuletzt die Alternative zu wählen, die auch wirklich die Ziele und insbesondere die stark gewichteten Ziele erfüllt[18].

Die Nutzwertanalyse orientiert sich dabei grundlegend am Modell der rationalen Entscheidung, da auch hier schlussendlich, nach dem Vergleich der Alternativen, auf eine bestimmte Zielsetzung bezogen eine Entscheidung für eine dieser getroffen wird[19]. Zur Durchführung der Nutzwertanalyse muss eine Punkteskala gewählt werden. Innerhalb derer werden Punkte (Zielerfüllungsgrade) für die Untersuchung der jeweiligen Kriterien gegeben. Wie bereits in Punkt 4 erwähnt, wird dann die Gewichtung der einzelnen Kriterien anhand eines Punktesystems vorgenommen. So können diese differenziert betrachtet werden und es ist möglich, K.O.-Kriterien (z. B. Kosten) und auch weniger wichtige Kriterien (z. B. Design) festzulegen. Die Gesamtpunktesumme einer Alternative für ein bestimmtes Kriterium berechnet sich dabei nach allen Tests und Auswertungen aus den dafür vergebenen Punkten bezüglich des Zielerfüllungsgrades (bei einer Punkteskala von 0-5 z. B. 4) multipliziert mit der Gewichtung des Kriteriums (bei einer Gewichtungsskala von 1-3 z. B. 3; 4 Zielerfüllungspunkte x 3 Gewichtungspunkte = 12 Teilnutzwertpunkte).

Die Summen der Punkte der einzelnen Kriterien (Teilnutzwerte) werden dann schlussendlich für jede Alternative zusammengezählt (Nutzwert), so dass eine Nutzenmatrix entsteht. Darin können diese dann direkt miteinander verglichen werden. So kristallisiert sich bei unterschiedlicher Punkteanzahl klar eine Rangfolge der Alternativen und damit auch die beste Alternative heraus - nämlich diejenige mit dem größten Nutzen. Sofern die Vorarbeit zur Nutzwertanalyse sorgfältig durchgeführt wurde, kann man sich sicher sein, innerhalb der betrachteten Alternativen die Beste für die Erreichung des Zielsystems gefunden zu haben.

Exemplarische Nutzwertmatrix:
Maximal erreichbare Zielerfüllung pro Kriterium ohne Betrachtung der Gewichtung: 5.

Kriterium Gewicht A1 Zielerfüllung A1 Teilnutzwert A2 Zielerfüllung A2 Teilnutzwert A3 Zielerfüllung A3 Teilnutzwert
Kosten 3 4 12 2 6 3 9
k2 g2 a1 z2 a1 t2 a2 z2 a2 t2 a3 z2 a3 t2
k3 g3 a1 z3 a1 t3 a2 z3 a2 t3 a3 z3 a3 t3
Gesamtgewicht 3+k2+k3 A1 Nutzwert 12 + a1 t2 + a1 t3 A2 Nutzwert 6 + a2 t2 + a2 t3 A3 Nutzwert 9 + a3 t2 + a3 t3

In diesem Beispiel hätte die Alternative 1 für das Kriterium "Kosten" den höchsten Teilnutzwert. In der letzten Zeile ergeben die kumulierten Teilnutzwerte der einzelnen Alternativen den jeweiligen Nutzwert, so dass diese direkt in der Matrix miteinander verglichen werden können und gegebenenfalls eindeutig die Alternative mit dem höchsten Nutzwert ersichtlich ist.

Die Nutzwertanalyse als Vergleichsmethodik für Alternativen bietet viele positive Aspekte, die sie so beliebt machen. Jedoch gibt es auch Nachteile gegenüber anderen Methoden. Ein entscheidender Vorteil der Nutzwertanalyse gegenüber anderen Vergleichsmethoden ist die dynamische Anpassungsmöglichkeit an nahezu alle denkbaren Zielsysteme[20]. Auch während des Prozesses bleibt die Untersuchung dynamisch, denn sofern man in der Analyse selbst doch noch eine andere Gewichtung der Kriterien, z. B. aufgrund von veränderten Vorstellungen im Rahmen der Tests, vornehmen möchte, ist dies uneingeschränkt möglich. Nachher müssen lediglich die Nutzwerte neu berechnet werden und man erhält eine aktualisierte Rangfolge. So sind auch diverse Testszenarien möglich, da unterschiedliche Gewichtungen zugrunde gelegt werden können. Diese können dem Entscheidungsträger ggf. präsentiert werden, so dass dieser mehrere Ansätze begutachten und darauf basierend seine Wahl treffen kann.

Nachteil hingegen ist die zeitintensive Aufstellung der Kriterien und Gewichtungen, konkret also der Nutzwerttabelle. Die einzelnen Punkte müssen diskutiert und für das gesamte Team einleuchtend und akzeptabel gestaltet werden, sonst ist eine exakte Ermittlung der korrekten, für die Untersuchenden wirklich relevanten Nutzwerte nicht möglich. Die Vorarbeit muss also sehr präzise ausgeführt werden. Bezogen auf große Unternehmen, die wichtige Entscheidungen mit Hilfe der Nutzwertanalyse treffen möchten, kann dieser Aspekt des Nachteils vernachlässigt werden, da sich in solchen Fällen die exakte Durchführung eines Projektes mit einer Nutzwertanalyse schnell rentiert und die folgenden Ersparnisse oder zusätzlichen Gewinne die Kosten schnell wieder ausgleichen können. Bei Entscheidungen die schnell getroffen werden müssen, ist die Nutzwertanalyse jedoch nicht immer die beste Wahl. Eine schnelle Ausführung des Verfahrens kann in so einem Fall nur mit dem hohen Risiko der Wahl einer falschen Alternative durchgeführt werden, da durch Zeitmangel ein ungenauer Bewertungskatalog und eine vorschnelle Gewichtung entstehen kann.

6 Anwendungsbereiche

Das Internet ist aktuell und wird auch in der Zukunft ein wesentlicher Bestandteil für die Vermarktung und den Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen sein. Nicht nur für den Endverbraucher ist die Nutzung des mobilen Internets ein wichtiger Bestandteil des Lebens geworden, auch für Unternehmen hat die Nutzung einen immer höheren Stellenwert. Im folgenden Kapitel werden die unterschiedlichen Anwendungsbereiche und der Vorzug, der durch die Entwicklung und den Gebrauch von MCMS erreicht wird, näher betrachtet.

6.1 Business-to-Consumer

Ein Business-to-Consumer (B2C) Markt ist der Markt, auf dem Waren oder Dienstleistungen für den persönlichen Gebrauch gehandelt werden. Auf der einen Seite steht dort der Dienstleister, Hersteller oder Händler, der seine Produkte oder Dienstleistungen dem Verbraucher anbietet. Auf der anderen Seite steht der Verbraucher. Der Verbraucher besteht in der Regel aus Einzelpersonen oder Haushalten, die die erworbenen Güter oder Dienstleistungen nur für private Zwecke nutzen. Produkte und Dienstleistungen, die innerhalb dieses Marktes gehandelt werden, unterscheiden sich zu Produktions- und Investitionsgütern dadurch, dass sie meistens direkt ein menschliches Bedürfnis befriedigen und nicht für bspw. den Bau einer Maschine weiterverwendet werden. Dies ist die klassische Definition eines B2C Marktes. Mittlerweile gibt es einen weiteren Bereich, der diese Definition erweitert. Mit den ersten mobilen Endgeräten, die internetfähig sind, spielt auch die Nutzung von MCMS eine immer wichtigere Rolle. Das mobile Internet hat sich zu einem Instrument für den Endverbraucher entwickelt, um jederzeit Güter zu erwerben und Produktinformationen zu erhalten. Verbraucher können während eines Einkaufs mit Hilfe eines mobilen Endgerätes Preise im Internet vergleichen oder sich bspw. Testberichte zu den ausgewählten Produkten anschauen und daraufhin eine Kaufentscheidung fällen. Der mobile Konsum und die ständige Verfügbarkeit von Informationen, wird durch MCMS gewährleistet.

Laut der Allensbacher Computer- und Technikanalyse 2009 (ACTA) hat sich in den vergangenen fünf Jahren die Zahl derer drastisch erhöht, die das Internet als Informationsquelle Nummer Eins bezeichnen würden. Im Jahre 2004 waren nur 29% der 20-49 jährigen der Meinung, dass das Internet die wichtigste Informationsquelle ist. Im Jahre 2009 hat sich diese Zahl auf 56% erhöht[21]. Auch die Nutzung des mobilen Internets ist in den Jahren 2007-2009 um 52% gestiegen. Entsprechend dieser Entwicklung ist der Gebrauch von MCMS für Unternehmen, die mobile Webseiten verwalten, ein sehr wichtiges Instrument um den Verbraucher die gewünschten Informationen auch mobil anzubieten[21].

Abb.4: Anforderungen der iPhone Besitzer
Abb.4: Anforderungen der iPhone Besitzer

Die Betrachtung eines Bereiches der mobilen Nutzer hat als Ergebnis geliefert, dass bei den iPhone Besitzern das Internet mit 78% in der heutigen Zeit die wichtigste Informationsquelle ist (siehe Abb. 4: Anforderungen der iPhone Besitzer). Diese Erkenntnis lässt auch die Bedeutung von MCMS kontinuierlich ansteigen[21].

Laut eines Artikels von Dr. Willms Buhse haben sich durch das Wachstum des Marktes um das Geschäft mit digitalen Inhalten zahlreiche neue Dienste und Portale entwickelt. Anbieter verwalten Musikportale auf denen der Endverbraucher Musikdateien für mobile Endgeräte erhalten kann. Da sich das Angebot nicht auf wenige hundert Musikstücke beschränkt, sondern teilweise 1-2 Millionen Stücke beinhaltet, wird das Angebot auf den Displays immer unübersichtlicher[22]. Digitale Videos, die Nutzung sozialer Netzwerke und das Web 2.0 werden diese Entwicklung noch vorantreiben. Online Auktionshäuser oder Online Anbieter wie bspw. Ebay[23] oder Amazon[24], die bisher bereits im Internet erfolgreich den Kunden an sich binden konnten, setzen zum jetzigen Zeitpunkt MCMS ein, um ihren Kunden den Konsum auch von anderen Plätzen, als dem heimischen PC zu ermöglichen. Durch die weitestgehend vorhandene Verfügbarkeit von Hot Spots[25], der großzügigen Netzabdeckung und dem Angebot von Internetflatrates besitzt der Verbraucher die Möglichkeit, an fast jedem Ort das mobile Internet zu nutzen. Besonders bei Online Auktionen ist der Kunde nun nicht mehr an den heimischen Arbeitsplatz gebunden, um auf Gebote, die sein eigenes Gebot überbieten, zu reagieren. Bewertungen über den Verkäufer oder Käufer können von jedem Platz aus erstellt werden. Die Darstellung wird durch die Nutzung von MCMS möglich gemacht. Viele Unternehmen, als Fallbeispiel werden nun Amazon und Ebay betrachtet, geben den Kunden mit der Nutzung von MCMS aktuell und in der Zukunft die Möglichkeit Einkäufe zu tätigen, Gebote aufzugeben, Kundenbewertungen oder Rezensionen von überall aus zu erstellen. Ebay[26], wie auch Amazon[27] setzen auf MCMS und haben mit Hilfe dieser Webseiten entwickelt, die der Kunde mit seinem mobilen Endgerät aufrufen kann. Bei Ebay wäre dies bspw. www.wap.ebay.de.

MCMS werden zudem immer weiter entwickelt, um sogenannte Up- und Cross-Selling Potentiale optimal zu nutzen. Die wertbezogene Definition von Upselling nach Eppen et al. meint, dem Kunden im nächsten Schritt nicht eine günstigere Variante anzubieten, sondern ein höherwertiges Produkt[28]. Beim Cross-Selling sollen Zusatzverkäufe an dem Kunden getätigt werden. Das Hauptziel ist es, eine stärkere Verknüpfung der Produktpalette zu erreichen. Cross-Selling zielt nach Schulz demnach auf die „[…]Realisierung produktübergreifender Verkaufschancen bzw. auf die Erschließung sogenannter ‚Cross-Selling Potentiale‘ in Geschäftsbeziehungen ab.“[29] Hört der Kunde bspw. auf seinem Handy Musik von einem bestimmten Interpreten, soll parallel direkt ein Verweis auf den Verkauf seines neuen Albums, das Musikvideo, Informationen über den Interpreten selbst oder eine Anbieterseite, die Karten für das nächste Konzert in der Nähe anbietet, erscheinen. Die Vielfalt der Konsummöglichkeiten soll den Gebrauch von mobilen Endgeräten in Bezug auf den Konsum verstärken.

Aber nicht nur der Konsum über mobile Endgeräte ist ein Punkt bei der Nutzung von MCMS im Bereich B2C. Die Sozialisierung des Internets bringt viele Entwicklungen in diesem Bereich mit sich[30]. Applikationen wie Twitter oder Facebook nutzen MCMS, um ihren Anwendern die Möglichkeit zu geben, permanent Informationen zu übermitteln oder abzurufen. Das soziale Netzwerk Facebook bietet seinen Mitgliedern die Möglichkeit über die Homepage mit anderen Mitgliedern in Kontakt zu bleiben, Meinungen und Informationen auszutauschen, Fotos, Videos und Links hochzuladen und den befreundeten Mitgliedern zur Verfügung zu stellen[31]. Um auch den mobilen Nutzer, der immer stärker in den Vordergrund tritt, zu erreichen, ist es mittlerweile auch möglich, sich bei Facebook unter Angabe des entsprechenden Standards, den das mobile Endgerät nutzt, zu registrieren. Für den Anwender ist es dann möglich, seine Facebookseite von dem mobilen Endgerät zu verwalten und bspw. Statusmeldungen von überall an Freunde zu verschicken[32]. Auch Twitter bedient sich der Sozialisierung des Internets. Die schnelle und kurze Informationsverteilung, die die Grundidee von Twitter ausmacht, lebt von der Nutzung des Internets als Treffpunkt sozialer Kontakte. Twitter ist eine Anwendung, die Mikroblogging ermöglicht. Mikroblogging bedeutet, dass die Anwender Kurznachrichten erstellen, um kurze Informationen oder Meinungen zeitnah anderen Anwendern mitzuteilen, die im Vorfeld diese Kurznachrichten des Anwenders abonniert haben[33]. Der Großteil dieser Kurznachrichten wird über mobile Endgeräte übermittelt und ohne die Verwaltung durch ein MCMS, wäre diese Art der Kommunikation nicht durchführbar. Twitter bietet mobile Clients für fast jedes mobile Endgerät an, das sich zurzeit auf dem Markt befindet[34]. In der Zukunft werden diese Applikationen mehr und mehr als ein Instrument für Werbung, Marketing und Marktforschung genutzt. Twitter hat sich beispielsweise in jüngster Zeit für die Idee zur Marktforschung durch Untersuchungen der Kurznachrichten geöffnet[35]. Meinungen von Zielgruppen, bspw. über neue Kinofilme oder über Produktneuheiten, könnten mit Unterstützung bestimmter Suchsoftware gesucht, gesammelt und ausgewertet werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht sichergestellt, ob diese Auswertungen wissenschaftliche Relevanz besitzen. Sicher ist nur: Unternehmen nutzen bereits heute Twitter als Vertriebskanal. So bot der Computerhersteller Dell den Twitter Abonnenten des Unternehmensaccounts einen Rabatt von 30% auf ein bestimmtes Notebook. Der Abonnent musste nur einem Link folgen und wurde direkt zur Produktseite geführt[36]

Des Weiteren ist das mobile Internet für den Einzelverbraucher eine Informationsquelle, die heutzutage nicht mehr wegzudenken ist. Diese Entwicklung haben auch Banken im Laufe der Zeit erkannt und ihren Service auf das Internet erweitert. Die Kunden können online ihre Bankkonten verwalten, Überweisungen durchführen und sind durch viele andere Online Services nicht mehr von den Öffnungszeiten der Banken abhängig.

6.2 Business-to-Employee

Unter dem Begriff Business-to-Employee (B2E) versteht man die Kommunikation zwischen dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern und allen Transaktionen, die zwischen diesen beiden Partnern geschäftlich stattfinden. Solche Transaktionen können organisatorischer und administrativer Natur sein, bspw. die elektronische Abrechnung mit der Buchhaltung, Reiseplanung, Kommunikation mit Außendienstmitarbeitern aber auch mit allen anderen Mitarbeitern im Unternehmen. Die Weiterentwicklung von mobilen Endgeräten hat auch die Unternehmen und ihre Mitarbeiter erreicht. Durch die stetige Nutzung von mobilen Endgeräten sind Mitarbeiter immer auf dem aktuellsten Informationsstand. Terminverschiebungen, schnelle Reaktionen auf Emails mit dringendem Inhalt, Kundenkontakt, Nutzung sozialer Netzwerke und eine freie Wahl des Arbeitsplatzes lassen einen Mitarbeiter insgesamt effizienter und motivierter arbeiten und sparen zudem auch noch Kosten für das Unternehmen. Laut dem Ergebnis der Studie „Mobilisierung von Wertschöpfungsprozessen durch innovative und sichere Informationstechnologie“ aus dem Jahre 2009, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) erstellt wurde, stellten die Autoren Prof. Dr. Dres. h. c. Arnold Picot und Dr. Martin S. Schmid, MBR heraus, dass mobile Systeme quantitative Verbesserungen im Unternehmen erzeugen können. Die schnellere und fehlerfreiere Durchführung von Geschäftsprozessen kann eine deutliche Kostenreduzierung hervorrufen. Kostenvorteile können z. B. aus besserer, ortsunabhängiger Informationsverarbeitung resultieren, aber auch aus Einsparungen bei Fahrten zwischen dem Kunden und der Zentrale des Unternehmens[37].

Hat ein Außendienstmitarbeiter bspw. einen Termin beim Kunden, bringt der Mitarbeiter Angebote, Prospekte oder Dokumentationen von Produkten im Vorfeld auf Papier ausgedruckt mit. Sind diese Informationen aber auch in Form einer mobilen Applikation zu transportieren, spart dies Papierkosten und entlastet den Außendienstmitarbeiter zusätzlich bei seiner Reise. Mitarbeiter können durch die Möglichkeit in Hotels, unterwegs oder zuhause zu arbeiten ihre Arbeit sehr flexibel planen und schnell reagieren, wenn sie gebraucht werden. Ein entscheidender Grund den Gedanken B2E zu verwirklichen und MCMS in diesem Zusammenhang zu nutzen, ist wahrscheinlich die Idee, den Mitarbeiter wie einen Kunden zu behandeln[38]. In sogenannten Mitarbeiterportalen wird den Mitarbeitern eine große Auswahl an bestimmten Services geboten, bspw. ein RSS Feed, das Neuigkeiten, globaler oder unternehmensinterner Natur, für die Mitarbeiter bereitstellt. Die größte Effizienz erreichen solche Mitarbeiterportale in den Bereichen E-Learning, Content-, Dokumenten-, und Wissensmanagement sowie der Optimierung von Geschäftsprozessen. Im Bereich E-Learning nutzen Unternehmen Mitarbeiterportale, die mit Hilfe von MCMS verwaltet werden. E-Learning Applikationen, die interessante Weiterbildungsinhalte vermitteln, können dem Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden. Hat der Mitarbeiter bspw. auf einer Dienstreise oder in der Pause eines Kundentermins Zeit und Interesse daran sich weiterzubilden, kann er, mit seinem Smartphone oder anderen mobilen Geräten, die E-Learning Applikationen nutzen. Wichtige Intranet- oder Internetinhalte können dem Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden und sind durch ihn mobil abrufbar[39]. Das Unternehmen hat durch diese Mitarbeiterportale die Möglichkeit, allen Mitarbeitern wichtige Informationen, wie Dokumentationen, zusammenfassende Informationen über Kunden, Projektpläne, formelle Anträge oder Artikel zur Verfügung zu stellen. Der Mitarbeiter kann diese Informationen zu jedem Zeitpunkt und von überall aus mit der Unterstützung von mobilen Endgeräten abrufen. Für Kundentermine kann ein Bericht erstellt und mobil aufgerufen werden, der die wichtigsten Informationen rund um den Kunden darstellt und dem Außendienstmitarbeiter, auch wenn er nicht der Hauptansprechpartner ist, einen detaillierten Überblick über den Kunden und die Beziehung zu ihm aufzeigen. Formelle Anträge, wie bspw. Überstundenanträge, Urlaubsanträge oder Bedarfsmeldungen können in den Portalen zur Verfügung gestellt werden. Die Suche nach solchen Dokumenten wird enorm vereinfacht, da durch eine Schlagwort- und Volltextsuche ein schnelles Ergebnis garantiert wird. Zudem wird den Mitarbeitern eine Plattform gegeben, über die sie miteinander kommunizieren können. Die gesamte Belegschaft bewegt sich an einem gemeinsamen Einstiegspunkt und kann über das Portal Informationen genauso zügig erhalten, wie selbst auch verteilen. Eine gemeinsame Kommunikation wird ermöglicht und erleichtert die Zusammenarbeit enorm. Wichtige Voraussetzungen für die Akzeptanz bei den Mitarbeitern und der Erstellung eines erfolgreichen Portals sind eine hohe Zugriffsgeschwindigkeit und eine simple Bedienung, personalisierte Einstellungen und die Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten wie einer Zugangskontrolle[40].

Viele Unternehmen nutzen MCMS nicht nur zur statischen Bereitstellung wichtiger Dokumente, sondern wünschen sich von den Mitarbeitern eine aktive Teilnahme an der Gestaltung solcher Portale. Gerade in Unternehmen, die Dienstleistungen anbieten, ist ein sogenanntes Unternehmenswiki, eine Möglichkeit eine Wissensbasis aufzubauen, die die Mitarbeiter selbst erstellen und wieder nutzen können. Ein Unternehmenswiki kann mit Hilfe von Modulerweiterungen auch mobil genutzt werden. Man spricht hier auch vom „Mobilen Wissensmanagement“. Lehner definiert Mobiles Wissensmanagement als einen Begriff unter dem „[..] alle Konzepte verstanden werden [können], die Mitarbeitern über verschiedene mobile Endgeräte den ortsunabhängigen Zugriff auf alle Informationen, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen, gestatten.“[41] Die MCMS werden so konfiguriert, dass alle Mitarbeiter selbstständig Artikel zu bestimmten Themen von überall aus erstellen können. Ein Administrator überwacht „tote“ Artikel und löscht diese eventuell. Auch wenn es nicht jedem Mitarbeiter erlaubt sein sollte, Artikel zu löschen, sollten doch alle Mitarbeiter einen Zugriff erhalten, um die Wissensbasis aufbauen und nutzen zu können. Werden zum Beispiel bei Kundenterminen durch den Außendienstmitarbeiter Fehler beim eigenen Produkt aufgedeckt und dieser findet bei der weiterführenden Analyse heraus, wie man diesen Fehler behebt, kann er unmittelbar nach dem Besuch beim Kunden, das Problem und das Wissen um die Lösung in Form eines kurzen Artikels mit Hilfe eines mobilen Endgerätes in einem MCMS erstellen und anderen Mitarbeitern veröffentlichen. Tritt dieses Problem nun auch bei einem anderen Außendienstmitarbeiter auf, kann dieser, noch während des Kundentermins, mit einem mobilen Endgerät, bspw. einem Smartphone, innerhalb der Artikel nach Schlagwörtern suchen und findet den entsprechenden Artikel mit Problembeschreibung und Lösung. Diese Art der Wissensteilung spart Zeit und steigert die Effizienz der Mitarbeiter. Zudem wird die Kundenzufriedenheit drastisch erhöht, da der Kunde eine zufriedenstellende Betreuung erfährt. Er wird bei der Nutzung solcher MCMS nicht auf einen anderen Zeitpunkt und einen weiteren Besuch des Außendienstmitarbeiters, der erneut die Zeit des Kunden und somit auch Kosten beansprucht, angewiesen sein, sondern wird direkt beraten und eine Behebung des Problems wird an Ort und Stelle durchgeführt. Wäre die Nutzung von MCMS über ein mobiles Endgerät nicht in der heutzutage vorhandenen Qualität möglich, müssten in diesem Beispiel zwei Kunden auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet werden und die Zufriedenheit wäre bei beiden Kunden nicht gestiegen. Durch eine schlechtere Kundenbewertung gefährdet ein Unternehmen seinen Ruf und verliert damit potentielle Kunden.

Auch wirtschaftlich gesehen ist es für die Unternehmensführung sehr wichtig, dass eine Wissensteilung im Unternehmen stattfindet. Einzelne Mitarbeiter werden für das Unternehmen aufgrund ihrer Erfahrungen und ihres Wissens nicht mehr zu unabdingbaren Beschäftigten, die sich diese Position, wohl wissentlich um ihre Stellung im Unternehmen, zu Nutzen machen. Solche Mitarbeiter werden für die Unternehmensführung zwar nicht weniger wichtig, aber sie ist nicht mehr mit dem Zurückhalten von Wissen vom Mitarbeiter erpressbar. Voraussetzung ist hier natürlich, dass im Unternehmen kommuniziert ist, diese Portale zu nutzen und mit Wissen zu füllen. Zur Umsetzung des Konzepts der Wissensteilung müssen Motivationen für die Mitarbeiter geschaffen werden. Es muss eine Unternehmenskultur herrschen, die das Konzept unterstützt und zur aktiven Teilnahme der Mitarbeiter kann man Anreizsysteme als Motivator einsetzen[42]. Ein zusätzlicher Vorteil des Einsatzes von MCMS ist, dass neue Mitarbeiter sich auch beim ersten Einsatz in unbekannten, komplexen Bereichen auf die angelegte Wissensbasis des Unternehmens stützen können. Die Schulung von neuen Mitarbeitern wird dadurch für das Unternehmen kostengünstiger und weniger zeitintensiv. Auch in diesem Bereich ist das E-Learning über ein mobiles Portal eine interessante Funktion. Neue Mitarbeiter können von unterwegs oder von Zuhause aus mit ihren mobilen Endgeräten das Portal aufrufen und sich durch die E-Learning Applikationen weiterbilden und in Geschäftsprozesse einarbeiten[43]. Bei international agierenden Unternehmen kann es zusätzlich zur Unterstützung der Kommunikation beitragen. Das Portal ist 24 Stunden und 7 Tage die Woche erreichbar. Muss die Unternehmensführung auf schnellstem Wege Informationen an all ihre Mitarbeiter in der Welt verteilen, spart das Portal viel Zeit, da alle Mitarbeiter mit einem Eintrag erreicht und informiert werden. Durch die Darstellung mit Hilfe von MCMS werden auch alle Mitarbeiter direkt informiert, die sich eventuell im Außendienst befinden. Bei einem großen Unternehmen ist es immer schwer, mit Kollegen aus anderen Teilen der Welt in Kontakt zu treten. Das Portal schafft eine Kommunikationsform für solche Unternehmen und verbessert die Unternehmenskultur[44]. Werden im Unternehmen MCMS in dieser Art und Weise eingesetzt und die Akzeptanz der Mitarbeiter ist gegeben, kann der Einsatz eine erhöhte Motivation der Mitarbeiter, steigende Zufriedenheit der Kunden und Umsatzsteigerungen mit sich bringen.

6.3 Business-to-Business

Unter dem Begriff Business-to-Business (B2B) versteht man die Kommunikation zwischen verschiedenen Unternehmen und allen Transaktionen, die zwischen diesen beiden Partnern geschäftlich stattfinden. Da jeweils mindestens zwei Unternehmen in einer Beziehung zueinander stehen, können die Unternehmen zugleich aus Kundensicht oder aus der Perspektive des Anbieters agieren. Eines der ersten Anwendungsfelder einer B2B Anwendung, sind die mobilen B2B Marktplätze. B2B Marktplätze sind bereits seit längerer Zeit im Internet bekannt. Elektronische Marktplätze wie die Börse, Auktionssysteme, Katalogsysteme (Buchhandel) oder Sell Side Systeme existieren bereits seit einiger Zeit im Internet. Nach einer Definition von Tobias Kollmann werden bei Sell Side Systemen die Einkaufssoftware sowie auch der Online Katalog vom Anbieter zur Verfügung gestellt[45]. Nach einer Anmeldung über die Anbieterseite hat das einkaufende Unternehmen Zugriff auf die eventuell individuell vereinbarten Produkte und Preise. Es handelt sich bei Sell Side Lösungen demnach prinzipiell um eine E-Shop Lösung im B2B Bereich. Bei wenigen der oben genannten Marktplätze befindet sich der Einkäufer oder der Verkäufer an einem Arbeitsplatz, der an einen Standort gebunden ist. Der Zugang zu elektronischen Marktplätzen kann über mobile Endgeräte stattfinden. So haben beide Seiten die Möglichkeit, Preise anderer Anbieter vor einer Verhandlung mit einem Produzenten zu vergleichen und diese Information für die Verhandlungen zu nutzen.

Ein weiterer Bereich in dem mobile B2B Anwendungen einen großen Nutzen erzielen können, ist nach Berger und Lehner die Telemetrie. Telemetrie umfasst die „[…] Überwachung und Steuerung von technischen Anlagen.“[46] Bei Unregelmäßigkeiten und Störungen an technischen Anlagen wird, nach der Idee einer mobilen B2B Anwendung im Bereich der Telemetrie, der zuständige Wartungstechniker durch das mobile Endgerät mit Informationen und den entsprechenden Daten der Anlage versorgt. Der Techniker kann durch den direkten Empfang aller relevanten Informationen schnell reagieren und ist nicht auf die Übermittlung der Daten durch die Zentrale der Reparaturwerkstatt, die eine höhere Fehlerquote bei der Übermittlung aufweisen kann, angewiesen. Auch im Bereich des Supply Chain Managements (zu Deutsch: Lieferkettenmanagement) können mobile Anwendungen die Flexibilität erhöhen. Stefan Berger und Franz Lehner stellen anhand eines Beispiels über den Autozulieferer Würth Automotive Nordamerika den Nutzen von mobilen B2B Anwendungen im Bereich Supply Chain Management dar. Der Autozulieferer bietet den Einkäufern der belieferten Betriebe die Möglichkeit, mit einem mobilen Endgerät den aktuellen Status ihrer Bestellungen jederzeit abzufragen[47]. In den Bereichen Telemetrie und Supply Chain Management ergibt sich laut Berger und Lehner ein direkter B2B Bezug durch die Kopplung von Geschäftsprozessen.

Es existieren auch mobile Lösungen, die die Unternehmen bei ihren Transaktionen nur unterstützen. Die Lösungen verbinden dabei die Unternehmen nicht direkt, stellen aber trotzdem die Grundlage der Zusammenarbeit dar. Dies ist der Fall beim sogenannten Mobile Payment. Mobile Payment bedeutet, dass das Überweisen von Rechnungsbeträgen über das Handy durchgeführt wird. Voraussetzung ist hierbei, dass sich die Nutzer dieser Lösung „[…]bei einem der in Deutschland verfügbaren Mobile-Payment Unternehmen wie Crandy und Luupay[…]“[48]registriert. Der Dienst Mobile Payment kann unabhängig von Providern oder Handyverträgen genutzt werden. Der Rechnungsbetrag wird entweder direkt vom Konto des Nutzers abgebucht oder erscheint am Ende des Monats auf der Telefonrechnung. Unternehmen, die diesen Dienst nutzen, haben laut Berger und Lehner den großen Vorteil, dass keine Änderungen in der internen Infrastruktur nötig sind, da die gesamte Abwicklung von anderen Unternehmen, wie bspw. Paypal[49], übernommen wird[50]. Weitere Anwendungsbereiche von mobilen B2B Lösungen sind mobile Informationsportale über Börsennachrichten. Viele Kunden aus dem Finanzsektor sind nicht ständig an ihrem Arbeitsplatz, müssen aber trotzdem permanent in der Lage sein, den Zugang zu wichtigen Informationen, wie bspw. Kursentwicklungen, zu erhalten. Dienstleister im Finanzsektor, bspw. Bloomberg, bieten aus diesem Grund Finanzinformationssysteme an, die über mobile Endgeräte abgerufen werden können[51].

7 Betrachtete Programme

Bei der Vorbereitung der Fallstudie wurden mehrere CMS betrachtet, die mit Hilfe von Plugins Webseiten auch für mobile Geräte entwickeln und verwalten können. Im Folgenden werden die CMS, die sich in Ihrer Architektur ähneln und sich somit für eine Nutzwertanalyse gut eignen, einer näheren Betrachtung unterzogen. Dieser Teil der Fallstudie wird die CMS Joomla![52], Typo3[53] und Drupal[54] mit den entsprechenden Plugins, die zur Erstellung von Webseiten für mobile Geräte entwickelt wurden, in ihrer Entstehung, Architektur und Struktur vorstellen um sie danach mit Hilfe einer Nutzwertanalyse miteinander vergleichen zu können. Alle betracheteten Systeme basieren auf der WURFL Technologie, um zwischen den einzelnen mobilen Endgeräten und deren individuellen Eigenschaften zu unterscheiden.

Die Entscheidung für diese Systeme ist aufgrund der Tatsache gefällt worden, dass es sich bei diesen CMS um Open Source Software handelt und somit erstens kein finanzieller Aufwand nötig ist, um diese Programme genauer zu untersuchen und zweitens eine große Community existiert, die sich um diese Programme gebildet hat. Da der Quellcode für Entwickler zugänglich ist und somit eine freie Erweiterung der Funktionen möglich ist, gibt es ein breites Spektrum an Informationen zu diesen Systemen.

7.1 Joomla! + Kuneri Mobile Joomla!

Der Ursprung von Joomla! ist das Open Source Projekt Mambo, das früher als Mambo Open Source bzw. MOS bezeichnet wurde. Im Jahr 2005 wurde das Open Source Projekt Mambo beendet und die erste Version von Joomla! entstand. Joomla! ist ein datenbankbasierendes CMS, dass es Anwendern auf einfachste Art und Weise ermöglicht Webseiten in großem oder kleinem Stil zu erstellen und zu verwalten. Bei Joomla! handelt es sich um freie Software. Das Programm steht unter der GNU General Public License und steht damit Nutzern kostenlos als Download zur Verfügung. Joomla! ist in PHP5[55] geschrieben und basiert auf der Datenbank MYSQL. Die Installation von dem MCMS ist in Bezug auf die Wahl des Betriebssystems plattformunabhängig. Linux, Windows oder Mac OS X können als Betriebssystem verwendet werden. Für die Nutzung des CMS ist keine Arbeitsplatzinstallation notwendig. Die Administration kann über einen Webserver erfolgen und die Steuerung demnach über den genutzten Browser.

Als mobiles Erweiterungsmodul für Joomla! wurde das Plugin Kuneri Mobile Joomla![56] ausgewählt. Auch wenn das Projekt erst in der Betaversion 0.9.4 erschienen ist, scheint es eines der fortschrittlichsten Plugins für die Mobilmachung von Joomla!-Webseiten zu sein. Kuneri Mobile Joomla! bietet die Möglichkeit, eine Webseite, die mit Joomla! erstellt wurde, in eine mobile Internetseite umzuwandeln, die auf mobilen Endgeräten angezeigt werden kann. Dabei hat der Nutzer die Wahl, einzelne Inhalte und Seiten mobil zu machen oder die gesamte Präsenz. Weiterhin gibt es viele Einstellmöglichkeiten für die Anzeige der einzelnen Seiten auf den verschiedenen Rezipientensystemen. So kann für das iPhone eine andere Anzeige konfiguriert werden, als bspw. für Smartphones. Das Plugin Kuneri Mobile Joomla! kann genau wie Joomla! selbst über die Benutzeroberfläche im Browser gesteuert und verwaltet werden.

7.2 Drupal + Drupal Mobile

Drupal ist ein Open Source CMS. Es ermöglicht den Anwendern, Webseiten zu entwickeln, Inhalte in das Internet zu stellen und diese zu verwalten und zu bearbeiten. Die offizielle Gründung von Drupal erfolgte im Januar 2001, als Dries Buytaert, der Entwickler der ersten Version von Drupal, die Software öffentlich unter der GNU General Public License zugänglich machte. Nach der Veröffentlichung begann die Community und das Interesse um das Programm zu wachsen und weitere Versionen von Drupal folgten[57]. Drupal ist wie Joomla! in PHP geschrieben und basiert auf den Datenbanken MYSQL, PostgreSQL oder SQLite. Drupal ist als ein Multi-Plattform-Programm konzipiert. Daher ist die Installation in Bezug auf die Wahl des Betriebssystems plattformunabhängig: Unix, BSD, Solaris, Linux, Windows oder Mac OS X können als Betriebssystem verwendet werden. Als Webserver können Apache und Microsoft IIS genutzt werden. Auch bei Drupal kann die Administration über den Webbrowser erfolgen[58]. Unterstützte Webbrowser sind bei Drupal der Internet Explorer ab Version 6.0, Firefox ab Version 2x, Opera 7 und spätere Versionen, Safari 1.x und spätere Versionen, Camino 1.x und spätere Versionen, sowie Google Chrome[59]. Das CMS Drupal besteht aus einem Kern, der alle Grundfunktionen liefert. Durch die unterschiedlichsten Module kann dieser Kern mit vielen Funktionen erweitert werden.

Eines dieser Module, die die Grundfunktionalitäten erweitern und es ermögliche, mit Drupal mobile Webseiten zu konzipieren und zu verwalten, ist Drupal Mobile. Das Drupal Mobile Plugin stellt dem Anwender die gleichen Funktionen wie das Joomla! Plugin zur Verfügung. Jedoch benötigt das Drupal Plugin zusätzlich ein Theme[60], das zusätzlich installiert und konfiguriert werden muss. Erst nach dieser Installation hat das Drupal Mobile die volle Funktionalität. Innerhalb des Themes können dann für jeden Standard zusätzliche Einstellungen getätigt werden[61].

7.3 Typo3 + Wurflerweiterung

Auch Typo3 ist ein Open Source CMS. Mit der Installation von Typo3 kann der Anwender, Webseiten entwickeln, Inhalte ins Internet stellen und bearbeiten. Die ursprüngliche Entwicklung startete 1997 durch Kasper Skårhøj. Im Laufe der Zeit hat sich Typo3 so weiterentwickelt, dass eine Konkurrenzfähigkeit zu anderen kommerziellen CMS besteht. Typo3 steht unter der GNU General Public License zur freien Verfügung[62]. Typo3 ist, wie die bereits vorgestellten CMS, in PHP geschrieben und kann die Datenbanken MYSQL, MS-SQL, ODBC, LDAP, PostgreSQL oder SQLite einbinden[63]. Bei Typo3 ist die Installation im Bezug auf die Wahl des Betriebssystems plattformunabhängig. Unix, BSD, Solaris, Linux, Windows oder Mac OS X können als Betriebssystem verwendet werden. Als Webserver können auch bei Typo3 Apache und Microsoft IIS genutzt werden. Die Administration kann über den Webbrowser erfolgen[64]. Unterstützte Webbrowser sind bei Typo3 der Internet Explorer, Firefox, Netscape, Opera, Konqueror auf Windows, Unix oder Mac. Das CMS Typo3 besteht aus einem Core, der alle Grundfunktionen liefert. Durch die unterschiedlichsten Module kann dieser mit vielen Funktionen erweitert werden. Zur weiteren Betrachtung wurde das Modul Typo3 mit WURLF-Erweiterung betrachtet. Diese Erweiterung macht es möglich, CMS Webseiten in mobile Webseiten umzuwandeln und mit mobilen Endgeräten aufzurufen.

8 Nutzwertanalyse

8.1 Aufstellung des Zielsystems

Um die Nutzwertanalyse durchzuführen, wird an erster Stelle ein Zielsystem erschaffen, das alle gewünschten Kriterien der Gruppe erfasst. Die Kriterien resultieren aus einer Gruppenbesprechung. Innerhalb dieser Besprechung wurden im ersten Schritt Kriterien gesammelt und anschließend in Hauptziel, Oberziele und Zielkriterien gegliedert. Das Hauptziel des Zielsystems ist es, ein zufriedenstellendes MCMS darzustellen. Dabei wird sowohl die Unternehmenssicht, als auch die Sicht auf MCMS von Privatleuten berücksichtigt. Um das Hauptziel auf konkretere Einzelziele herunterzubrechen und das subjektiv behaftete Wort "zufriedenstellend" in diesem Zusammenhang näher zu definieren wird das Hauptziel weiterhin in die folgenden Ziele unterteilt. Oberziele des Zielsystems sind niedrige Kosten, Bedienbarkeit / Ergonomität, Service und Support, sowie Sicherheit. Diese Oberziele sind durch entsprechende Zielkriterien noch näher definiert. Diese werden im weiteren Verlauf der Analyse auch die Gewichtung erhalten und sind somit für die eigentliche Untersuchung die relevanten Einzelziele. Die Kriterien besitzen die höchste Aussagekraft und werden aus diesem Grund das Ergebnis der Analyse maßgeblich beeinflussen. Die Zielkriterien sind wie folgt den Oberzielen zugeordnet.

Das Oberziel der niedrigen Kosten besteht aus den zwei Kostenarten der einmaligen Kosten, wie z. B. den Anschaffungskosten, und den wiederkehrenden, laufenden Kosten, z. B. Lizenzen für die Nutzung der Software oder Kosten für den Support. Kostengesichtspunkte sind für Unternehmen und ebenfalls für private Nutzer relevant und werden deshalb in den Kriterienkatalog als Kriterium Kosten aufgenommen.

Der Leistungsumfang, sowie die Funktionen der Software werden in die Kriterien Multiuserfähigkeit & Benutzerverwaltung und Darstellungsmöglichkeiten heruntergebrochen. Die Multiuserfähigkeit eines Systems (engl. Mehrbenutzersystem) zeichnet sich durch die Möglichkeit des Zugriffs von verschiedenen Benutzern / Arbeitsplätzen aus. Diese sollten auch simultan auf die Anwendung zugreifen, also gleichzeitig Veränderungen durchführen können[65]. Im Idealfall erhält dabei jeder einzelne Benutzer eine auf ihn zugeschnittene, personalisierte Arbeitsumgebung. Speziell für größere Unternehmen ist dieser Punkt nahezu unerlässlich. Die Benutzerverwaltung ist direkt an die Multiuserfähigkeit gekoppelt. Sie sollte das Einrichten verschiedener Benutzergruppen ermöglichen, genau so wie eine einfache Verwaltung dieser Gruppen und Benutzer. Damit verbunden sollte das Rechtesystem unbefugten Nutzern keinen Zugriff ermöglichen und insofern für Datensicherheit sorgen. Das Kriterium Darstellungsmöglichkeiten umfasst die Bedienung gängiger Standards, also z. B. Bild- und Videoformate, Bildschirmgrößen und Codecs. Sie sollten bedient werden, da es sonst zu Komplikationen der Betrachtung mit einzelnen mobilen Geräten kommen kann.

Die Bedienbarkeit und Ergonomie wird unterteilt in die Zielkriterien: Softwareergonomie (Benutzeroberfläche), sowie Installation und Konfiguration. Das Untersuchungskriterium der Softwareergonomie zielt auf den Zweck von CMS ab, auch Anwendern ohne Programmierkenntnisse die Gestaltung und Verwaltung von Content zu ermöglichen. Zu diesem Zweck ist eine übersichtliche und "einfache" Benutzeroberfläche, auch bei MCMS, wichtig. Ansonsten kann es gerade für Nutzer, die wenig IT-Kenntnisse besitzen, schwierig sein, sich im System zurechtzufinden. Dann wären im Falle des Unternehmens Schulungen für diese Mitarbeiter nötig, die wiederum kostenintensiv sind. Die Installation und Konfiguration meint die Ersteinrichtung des MCMS-Plugins und ebenfalls spätere Konfigurationsmöglichkeiten, sowie die Komplexität, solche Änderungen durchzuführen. Diese sollten nicht zu umständlich sein.

Der Service und Support besteht aus den zwei wesentlichen Kriterien der Dokumentation der Programme und damit verbunden mit deren Verfügbarkeit, Aktualität und Verständlichkeit, sowie aus dem eigentlichen Support des Herstellers, also der konkreten Unterstützung bei Problemen mit der Software. Die Dokumentation ist für den Einsatz eines MCMS als benutzerfreundliches Instrument zur Contentverwaltung und -erstellung zwingend notwendig, da der unerfahrene Nutzer die Software auch alleine bedienen können soll und die Dokumentation gegebenenfalls als Nachschlagewerk nutzen kann.

Unter das Oberziel Sicherheit wird als Zielkriterium die gesamte Sicherheitspolitik des Herstellers gefasst. Damit umfasst dieser Punkt sowohl die möglichst rasche Beseitigung von Sicherheitslücken im Programm, als auch die Stabilität der Software beim Betrieb und die Kommunikation des Herstellers, insbesondere im Problemfall, mit dem Kunden. Sicherheitslücken werden maßgeblich von Unternehmen als wichtig erachtet, die ihre elektronischen Daten schützen wollen und wird deshalb ebenfalls als Kriterium betrachtet - auch wenn die grundlegende Sicherheit bereits im CMS gewährleistet werden sollte, da das MCMS als Plugin auf dieses erweiternd aufgesetzt wird.

Um die Aufstellung des Zielsystems auch grafisch zu verdeutlichen, wird das Zielsystem zusätzlich in einer Tabelle dargestellt:

Hauptziel Oberziel Zielkriterium
Zufriedenstellendes MCMS Niedrige Kosten Kosten
Leistungsumfang / Funktionen Multiuserfähigkeit & Benutzerverwaltung, Darstellungsmöglichkeiten
Bedienbarkeit / Ergonomie Softwareergonomie (Benutzeroberfläche), Installation und Konfiguration
Service und Support Dokumentation und Support
Sicherheit Sicherheitspolitik

8.2 Durchführung der Gewichtung

Damit die Nutzwertanalyse ein aussagekräftiges Ergebnis anhand der Nutzwerte liefert, wird eine Gewichtung für die einzelnen Zielkriterien, nach der Auswahl der für das Zielsystem am besten geeigneten Alternativen in Abschnitt 7, durchgeführt. Da eine Nutzwertanalyse durch die unterschiedlichen Präferenzen der Beteiligten immer auch eine individuelle Note erhält, hat sich auch in diesem Fall die Gewichtung der Kriterien aus den Präferenzen der Gruppenteilnehmer ergeben. Bei der Gewichtung wurde einerseits darauf geachtet, die persönlichen, als wichtig erachteten Punkte eines jeden Gruppenmitglieds einfließen zu lassen, gleichzeitig ist aber auch der Gedanke an Unternehmen oder andere Privatpersonen und wie diese potentiellen Nutzer eines MCMS die Kriterien gewichten würden, in der Gewichtung beachtet worden. Die Gewichtung wird von 1-4 definiert, wobei 1 die niedrigste Gewichtung darstellt und 4 die Höchste. Die Gewichtungsfaktoren dienen nachher der diversifizierten Berechnung der Teilnutzwerte der einzelnen Kriterien, sowie der Nutzwerte der Alternativen.

Die höchste Gewichtung erhalten die Zielkriterien Darstellungsmöglichkeiten sowie Dokumentation und Support:

  • Aufgrund der breiten Produktpalette an mobilen Endgeräten ist es für ein MCMS, sowohl im privaten, als auch im unternehmerischen Bereich, sehr wichtig, dass alle Standards bedient werden. Die Darstellungsmöglichkeiten müssen also möglichst vielseitig sein. Ansonsten kann es zu Problemen bei der Betrachtung mit einzelnen mobilen Systemen kommen, was den Kreis der möglichen Nutzer der mobilen Webseite einschränkt und somit für Unternehmen die Realisierung von zusätzlichen Gewinnen durch eine geringere Popularität und keine allumfassende mobile Erreichbarkeit gefährden kann. Ebenfalls kann dadurch der Ruf des Unternehmens geschädigt werden, wenn es ansonsten z. B. mit seiner technischen Fortschrittlichkeit wirbt. Ein weiterer Aspekt, der für die hohe Gewichtung dieses Kriteriums spricht.
  • Da die Nutzer von MCMS, sei es im privaten Bereich oder in einem Unternehmen, nicht zwingend Programmiersprachen beherrschen, muss die Bedienung leicht und schnell erlernbar und somit auch die Dokumentation der Programme stets aktuell, leicht verständlich und verfügbar sein und im Notfall als rasches Nachschlagewerk dienen können. Neue Nutzer sollen die Systeme schnell bedienen und damit arbeiten können. Private Nutzer verlieren bei zu komplexer Bedienung das Interesse und Mitarbeiter in Unternehmen brauchen Einführungen in das Programm, die wiederum die Kosten produzieren.

Eine etwas niedrigere Gewichtung mit dem Faktor 3 erhalten die Kriterien Kosten, Softwareergonomie (Benutzeroberfläche), Multiuserfähigkeit & Benutzerverwaltung und Sicherheitspolitik:

  • Günstige Kosten in der Anschaffung und möglichst keine laufenden Kosten stellen wichtige Kriterien dar, da die Anwendungsbereiche eines MCMS nicht für alle Nutzer existenziell sind. Daher sollten auch die Kosten für ein MCMS gering sein um eine wirtschaftliche Attraktivität zu gewährleisten. Unter die laufenden Kosten fallen dabei z. B. Gebühren für Lizenzen zur Nutzung des CMS oder MCMS. Bei zu hohen Kosten entfällt sonst eventuell der Einsatz dieser Software. Ferner sind speziell für Privatpersonen die Kosten der wohl wichtigste Faktor, der über den Einsatz eines MCMS entscheidet, da sie in der Regel über weniger finanzielle Mittel als ein Unternehmen verfügen. Dennoch erhält dieses Kriterium nicht die höchste Gewichtung, da für die Funktionalitäten von MCMS auch Kosten, bis zu der jeweiligen Höchstgrenze, in Kauf genommen werden.
  • Eine anwenderfreundliche Benutzeroberfläche ist ein wichtiges Kriterium. Sie rückt bei einem MCMS, das eine schnelle Erlernbarkeit und eine einfache Bedienung durch die gute Dokumentation aufweist, jedoch hinter die vorgenannten Kriterien höchster Gewichtungsstufe. Beherrscht der Nutzer die Anwendung des Programms, wird er seine Einträge und Inhalte verfassen, sich aber nicht lange mit der konkreten Steuerung des Programms aufhalten oder die Schritte bereits verinnerlicht haben. Dennoch unterstützt eine übersichtlich gestaltete und ansprechende Benutzeroberfläche diese Verinnerlichung. Sie dient der anfänglichen Begeisterung für das Programm. Ist die Oberfläche klar gestaltet und findet man sich schnell darin zurecht, ist es sowohl für den privaten Nutzer als auch für den Mitarbeiter speziell anfangs angenehmer, das MCMS zu verwenden. Es stellen sich schneller Erfolge ein, die den persönlichen Lerneffekt stimulieren und gleichsam erfolgt die Bedienung bei einer guten Benutzeroberfläche intuitiver und somit schneller.
  • Ein MCMS sollte gerade bei Einsätzen in Unternehmen multiuserfähig sein, denn nur so kann eine effiziente und schnelle Informationspolitik auf diesem Weg ermöglicht werden. Kann immer nur ein Mitarbeiter Änderungen im MCMS durchführen, werden diese regelmäßig zu spät erfolgen. Durch den zeitlichen Aufwand kann der Eintrag neuer Informationen für Geschäftspartner und Kunden nicht zeitnah hinterlegt werden oder wird im schlimmsten Fall vergessen. Wenn mehrere Benutzer auf das gleiche System zugreifen können, sind diese in der Pflicht, Aktualisierungen vorzunehmen. Somit ist es unwahrscheinlicher, dass Informationen verloren gehen. Ferner ist eine Aufteilung in Aufgabenbereiche bezüglich des MCMS für unterschiedliche Teams möglich, die eine weitere Spezialisierung der Aufgabenzugehörigkeit und damit noch mehr Sicherheit für zeitnahe Ausführungen, auch bei vielen neuen Daten, im MCMS mit sich bringt. Deshalb ist die gleichzeitige Erreichbarkeit des Systems von unterschiedlichen Terminals aus, zumindest für Unternehmen, zwingend notwendig. Damit einhergehend wird in allen Formen der Anwendung eines MCMS eine Benutzerverwaltung benötigt. Ob im Unternehmen oder beim privaten Anwender, zumindest zwischen Administrator und Nutzer sollte in den meisten Fällen unterschieden werden können. In Unternehmen ist diese Funktion zusammenhängend mit einem funktionierenden Rechtesystem wichtig, da durch die Multiuserfähigkeit viele Anwender auf das System zugreifen, jedoch nur bestimmte Inhalte sehen bzw. unterschiedliche Aktionen durchführen dürfen. Somit können den Anwendern unterschiedliche Rollen wie Administrator, Redakteur, Designer oder Nutzer zugewiesen werden, die alle ihre speziellen Rechte und Restriktionen innehaben. Auf der einen Seite gibt es also die "normalen" Benutzerzugänge für diejenigen in einem Unternehmen, die Content erstellen, also für die Redakteure. Auf der anderen Seite existieren die Webmaster- oder Admin-Zugänge. Diese ermöglichen neben dem Erstellen von Content auch das Ausführen administrativer Aufgaben. Administratoren können z. B. Benutzer anlegen und löschen oder an die Nutzer verschiedene Rechte vergeben.
  • Die Gewichtung der Sicherheitspolitik resultiert aus der Nutzung von Publikationen und Updates über Sicherheitslücken. Viele Nutzer, gerade im privaten Bereich, sind nicht permanent auf der Suche nach Lösungen für Sicherheitsprobleme. Bei privaten Nutzern ohne informationstechnisches Hintergrundwissen oder fachliches Interesse werden diese Publikationen deshalb bei der Auswahl eines MCMS selten ins Gewicht fallen. In Unternehmen verfolgen eventuell Administratoren diese Vorgänge, weshalb bei Unternehmen aus diesem Grund die Relevanz der Schließung von Sicherheitslücken durch den Hersteller deutlich höher anzusehen ist. Da in der Nutzwertanalyse sowohl die Sicht von Unternehmen, als auch die Sicht von Privatanwendern Beachtung finden soll, erhält dieses Kriterium eine Gewichtung von 3.

Den niedrigsten vergebenen Gewichtungsfaktor (2), der jedoch immer noch einen Punkt über der niedrigsten möglichen Gewichtung liegt erhält das Kriterium Installation und Konfiguration:

  • Die Erstkonfiguration eines MCMS wird in den meisten Fällen einmalig und nicht fortlaufend vorgenommen. Zusätzlich kann man zu diesem Zweck partikulär Spezialisten anfordern, die bei der Ersteinrichtung helfen. Die Kosten dafür wären aufgrund der kurzen Einsatzdauer überschaubar. Ebenfalls sollte die Konfiguration eines MCMS nicht zeitkritisch sein, da die Einführung normalerweise innerhalb eines Projektes geschieht und die geschätzte zeitliche Belastung, sowie eventuelle Probleme oder Verzögerungen bereits in der Aufwandsschätzung eingepreist sind. Da das MCMS-Plugin nur auf das schon bestehende CMS aufgesetzt wird, sollten die Systembetreuer also schon mit der Konfiguration eines ähnlichen Systems vertraut sein. Die Gewichtung ist daher niedriger ausgefallen.

Diese Gewichtung soll in der folgenden Übersicht noch einmal zusammenfassend, sortiert nach Oberzielen dargestellt werden.

Kriterium Gewichtung
Darstellungsmöglichkeiten 4
Dokumentation und Support 4
Kosten 3
Multiuserfähigkeit & Benutzerverwaltung 3
Softwareergonomie(Benutzeroberfläche 3
Sicherheitspolitik 3
Installation und Konfiguration 2

8.3 Erstellen der Wertetabellen

8.3.1 Joomla! + Kuneri Mobile Joomla!

Kosten

Sowohl für Joomla! als auch für das von uns gewählte Plugin Kuneri Mobile Joomla! wurde als Form der Softwarelizensierung die General Public License gewählt, wodurch die Anschaffungskosten komplett entfallen. Es fallen keine laufenden Kosten bei Joomla! an.


Multiuserfähigkeit & Benutzerverwaltung

Joomla! ist in erster Linie ein Redaktionssystem, welches auf einfache Weise einem oder mehreren Autoren erlaubt, mit einer einfachen Administration Texte und Medien online zu stellen. Joomla! erlaubt die gleichzeitige Administration und Nutzung des CMS. Zur zusätzlichen Verwaltung der Benutzer bietet es die Möglichkeit, diese durch neun Nutzergruppen zu diversifizieren. Dadurch können den einzelnen Nutzergruppen unterschiedliche Rechte zugesprochen werden. In der von uns betrachteten Version von Joomla! bietet die Benutzerverwaltung neun vordefinierte Gruppen. Es bietet keine Möglichkeit Gruppen neu anzulegen oder die Bestehenden zu verändern.


Softwareergonomie (Benutzeroberfläche)

Abbildung 5: Joomla! Backend
Abbildung 5: Joomla! Backend

Das Userinterface des Backends[66] erweist sich als äußerst anwenderfreundlich (siehe Abb. 5: Joomla! Backend). Dies beginnt schon bei der Installation die, sobald alle benötigten Dateien auf das Hostsystem kopiert wurden, mit Hilfe einer übersichtlichen Benutzeroberfläche durchgeführt wird. Auch nach der Installation kann das Backend überzeugen. Die Bedienung erfolgt intuitiv und ist daher auch für eher unerfahrene Benutzer durchaus geeignet. Über eine Navigationsleiste mit Dropdown-Menüs sowie Shortcuts gelangt der Benutzer schnell zu seinem gewünschten Ziel. Dies gilt auch für das Plugin Kuneri Mobile Joomla!, welches durch Joomla! sehr gut in das bestehende System eingefügt wird. Die Navigation erhält eine neue Kategorie zur Konfiguration des Plugins und die vom Plugin betroffenen Bereiche, wie zum Beispiel der Verwaltung von Menüs, werden entsprechend der neuen mobilen Funktionen erweitert.


Darstellungsmöglichkeiten

Durch das Plugin Kuneri Mobile Joomla! ist es möglich, mit Joomla! alle relevanten Standards, welche alle von HTML abgeleitet sind, zu bedienen. Hierbei können die Kategorien iPhone / iPod, WAP und iMode unterschieden werden. Für jeden dieser Standards können unabhängig Einstellungen getroffen und Komponenten der Webseite hinzugefügt werden. Dadurch kann das MCMS optimal an den jeweiligen Standard und somit auch an das jeweilige Endgerät angepasst werden[67].


Installation und Konfiguration

Nachdem das Joomla! Basisinstallationpaket heruntergeladen, entpackt und an den entsprechenden Ort auf dem Hostsystem verschoben wurde, beginnt die eigentliche Installation. Hierbei führt Joomla! den Benutzer via Browser durch eine übersichtliche Installationsbenutzeroberfläche. In sieben Schritten werden dort alle für die Installation nötigen Einstellungen durchgeführt. Binnen weniger Minuten ist das System eingerichtet und einsatzbereit.
Die Installation des Kuneri Mobile Joomla! Plugins erfolgt im Backend von Joomla!. Das von der Website heruntergeladene Installationspaket kann direkt über die Plugin-Verwaltung von Joomla! integriert werden. Im Anschluss daran kann man sofort auf das Plugin zugreifen. Die Konfiguration des Systems und des Plugins muss in der Regel nicht mehr angepasst werden, denn die Grundeinstellungen sind bereits direkt nach der Installation gegeben.


Dokumentation und Support

Joomla! bietet eine Demo-Testmöglichkeit, die es dem Anwender ermöglicht Module bzw. Plugins zu installieren, zu konfigurieren und zu testen. Zusätzlich werden Schulungen und Support über verschiedene Drittfirmen angeboten[68]. Darüber hinaus gibt es eine gebührenpflichtige Hotline[69]. Neben all diesen Möglichkeiten bieten diverse Internet-Communities Hilfe für Benutzer als auch für Entwickler. Wer zusätzlich Lektüre benötigt, dem steht auch eine gedruckte Version des Benutzerhandbuchs zur Verfügung[70].


Sicherheitspolitik

Joomla! bietet neben "normalen" Sicherheitspatches ein Team von Leuten, welches sich Joomla! Security Strike Team (JSST) nennt. JSST ist ein „Einsatzteam“ aus Entwicklern und Security-Experten, die mit der Verbesserung und Verwaltung der Sicherheitsrichtlinien für Joomla! beauftragt worden sind. Ziele des JSST sind die Entfernung von Schwachstellen des Programms, Code-Neuveröffentlichungen auf Schwachstellen zu überprüfen, sowie in der Öffentlichkeit für Sicherheitsfragen jederzeit zur Verfügung zu stehen[71]

Bei Problemen, die Anwendern auffallen, bietet auch das Security Center, das direkt mit dem JSST zusammenhängt, eine Möglichkeit mit dem Support Kontakt aufzunehmen und das Problem zu melden.

8.3.2 Drupal + Drupal Mobile

Kosten

Sowohl Drupal als auch das von uns gewählte Plugin Drupal Mobile ist kostenlos im Internet erhältlich und kann auf der Herstellerseite heruntergeladen werden. Dadurch entfallen die Anschaffungskosten komplett. Es fallen ebenfalls keine laufenden Kosten an.

Multiuserfähigkeit & Benutzerverwaltung

Drupal ist ein Redaktionssystem, welches auf komfortable Weise einem oder mehreren Benutzern gleichzeitig erlaubt, mit einer einfachen Administration Texte online zu veröffentlichen. Drupal erlaubt die gleichzeitige Administration und Nutzung des MCMS. Zur Verwaltung der Benutzer können einzelne Benutzergruppen definiert werden. Diesen können wiederum individuelle Benutzerrechte zugewiesen werden. Dadurch bietet es die Möglichkeit, Benutzer beliebig zu diversifizieren.

Softwareergonomie (Benutzeroberfläche)

Abbildung 6: Drupal Backend
Abbildung 6: Drupal Backend

Das Userinterface des Backends erweist sich als anwenderfreundlich (siehe Abb. 6: Drupal backend). Dies beginnt schon bei der Installation die, sobald alle benötigten Dateien auf das Hostsystem kopiert wurden, über eine übersichtliche Benutzeroberfläche durchgeführt wird. Auch nach der Installation kann das Backend überzeugen. Die Bedienung erfolgt intuitiv und ist daher auch für eher unerfahrene Benutzer geeignet. Über ein Menü gelangt der Benutzer schnell zu seinem gewünschten Ziel. Dies gilt auch für das Drupal Mobile Plugin. Das Menü erhält eine neue Kategorie zur Konfiguration des Plugins.

Darstellungsmöglichkeiten

Das Drupal Mobile Plugin setzt auf die gleichen Standards wie das Joomla! Plugin, jedoch benötigt das Drupal Plugin zusätzlich ein, welches zusätzlich installiert und konfiguriert werden muss. Erst dann hat es die volle Funktionalität. Innerhalb des Themes können für jeden Standard zusätzliche Einstellungen getätigt werden. Spezielle Eigenschaften und Funktionen eines mobilen Endgerätes, wie bspw. die Videowiedergabe, können bei der Darstellung berücksichtigt werden.

Installation und Konfiguration

Nachdem das Drupal Basisinstallationspaket heruntergeladen, entpackt und an den entsprechenden Ort auf dem Hostsystem verschoben wurde, beginnt die eigentliche Installation. Hierbei führt Drupal den Benutzer via Browser durch eine übersichtliche Installationsoberfläche. In einzelnen Schritten werden dort alle für die Installation nötigen Einstellungen durchgeführt. Innerhalb weniger Minuten ist das System eingerichtet und einsatzbereit.
Die Installation des Drupal Mobile Plugins kann nicht ausschließlich über das Backend durchgeführt werden. Das von der Website heruntergeladene Installationspaket muss manuell vom Administrator auf das Hostsystem kopiert werden und kann erst anschließend über die Plugin-Verwaltung von Drupal integriert werden. Das komplette Verfahren dauert einige Zeit, bevor das Plugin verwendet werden kann. Die Konfiguration des Systems und des Plugins muss teilweise angepasst werden, denn die Grundeinstellungen reichen nicht aus, um direkt mit der Verwendung zu beginnen. Um das CMS mobil nutzen zu können, muss ein speziell angepasstes mobile Theme erstellt und genutzt werden. Dies kann gerade unerfahrene Benutzer schnell überfordern.

Dokumentation und Support

Der Support seitens des Herstellers wird über die eigene Homepage abgewickelt. Dort finden sich eine umfangreiche Dokumentation, ein Benutzerhandbuch, Anleitungen für Einsteiger sowie Code Beispiele[72]. Dort gibt es auch die Möglichkeit, Drupal anhand eines aufgesetzten Testsystems kennen zu lernen[73]. Der Hersteller bietet keine Schulungs- und Supportangebote direkt an. Diese können jedoch über eine Drittfirma[74] wahrgenommen werden. Eine Internet-Community für Benutzer und Entwickler findet sich ebenso auf der Webseite wieder und bietet eine Plattform für Fragen und Antworten[75].

Sicherheitspolitik

Drupal stellt ein Security-Modul zur Verfügung. Sobald dies in das CMS eingebunden wird überprüft es automatisch die bestehende Installation auf eventuelle Sicherheitslücken und gibt dann einen Security Information Report aus[76]. Mit Hilfe des Reports kann der Anwender dann sehen, ob er ein Update seiner Drupal Version durchführen muss, um die Systemsicherheit zu erhöhen. Somit steigt auch die Sicherheitsstufe des MCMS. Des Weiteren können auftauchende Sicherheitslücken an das Security Team von Drupal gesendet werden. Dieses versucht dann, die Sicherheitslücke zu schließen und informiert die Nutzer, sobald es einen Patch gibt[77].

8.3.3 Typo3 + WURFL Erweiterung

Kosten

Sowohl für Typo3 als auch für die Erweiterung WURFL wurde als Form der Softwarelizensierung die General Public License gewählt, wodurch die Anschaffungskosten komplett entfallen. Es fallen daher auch keine laufenden Kosten an.

Multiuserfähigkeit & Benutzerverwaltung

Typo3 ist ein komplexes CMS. Es erlaubt die parallele Nutzung des Backends möglich. So können z. B. mehrere Redakteure gleichzeitig an Artikeln arbeiten. Zur Verwaltung der Benutzer können einzelne Benutzergruppen definiert werden. Diesen können wiederum individuelle Benutzerrechte zugewiesen werden. Dadurch bietet es die Möglichkeit Benutzer beliebig zu diversifizieren.

Softwareergonomie(Benutzeroberfläche)

Abbildung 7: Typo3 Backend
Abbildung 7: Typo3 Backend

Das Userinterface des Backends erweist sich als umfangreich und kann den Anwender bei der ersten Nutzung leicht überfordern (siehe Abb. 7: Typo3 Backend). Es benötigt daher eine gewisse Einarbeitungszeit, um im System sicher navigieren zu können. Über eine Menüleiste können die einzelnen Sektionen angesteuert werden. Um mobile Seiten erstellen zu können, müssen entweder für jeden Standard eigene Themes angelegt werden oder alle Standards werden in einem sogenannten Multiclient Theme zusammengefasst. Um für den jeweiligen Client automatisch die richtige Darstellung zu erhalten, kann über die WURFL Erweiterung abgefragt werden, mit welchem mobilen Endgerät auf das aktuelle Theme zugegriffen wird. Die Themes werden in einer eigenen Sprache, TypoScript, geschrieben. Daher kann das gerade für Anwender, die sich bislang nicht mit TypoScript befasst haben, eine Schwierigkeit bedeuten, die nicht unterschätzt werden sollte. Für Seiten, welche für möglichst viele Clients eine passgenaue Darstellung gewährleisten wollen, ist diese Lösung auch mit großem Aufwand verbunden, da im Theme jede Clientart berücksichtigt werden muss.

Darstellungsmöglichkeiten

Typo3 unterstützt bereits ohne Erweiterungen die gängigen Standards wie WML, WAP sowie XHTML[78].

Installation und Konfiguration

Nachdem man das Typo3 Basispaket heruntergeladen, entpackt und an den entsprechenden Ort auf dem Hostsystem verschoben wurde, beginnt die eigentliche Installation. Hierbei führt Typo3 den Benutzer via Browser durch eine übersichtliche Installationsbenutzeroberfläche. In drei Schritten werden dort alle für die Installation nötigen Einstellungen durchgeführt. Binnen Minuten ist das System eingerichtet und einsatzbereit. Die Installation des WURFL Plugin ist in Typo3 sehr aufwendig, da viele Handgriffe während und nach der Installation manuell durchgeführt werden müssen. Daher bedarf diese einiger Erfahrung im Umgang mit CMS.

Dokumentation und Support

Typo3 bietet eine Vielzahl an Dokumentation und Supportmöglichkeiten. Nicht nur ein Benutzerhandbuch, ein Wiki oder Tutorials auf Video stellt der Hersteller auf seiner eigenen Webseite bereit, auch die Teilnahme an einer "Rundmail" über Neuigkeiten und Sicherheitsupdates per Eintrag in eine Mailingliste bietet der Hersteller an[79]. Darüber hinaus können Schulungs- und Supportangebote über Drittfirmen wahrgenommen werden[80]. Bei Problemen aller Art kann der Anwender auch in Internet Foren und speziellen Typo3 Plattformen Hilfestellung erhalten. Ein eigenes Magazin mit interessanten Informationen und Hilfestellungen rundet das Support Angebot ab[81].

Sicherheitspolitik

Das Team um Typo3 veröffentlicht regelmäßig sogenannte "Patchdays" und schließt damit aktuell bekannte Sicherheitslücken in ihrem System. Laut Søren Schaffstein, der für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Typo3 zuständig ist, wird der Punkt Sicherheit seit einer Welle von Angriffen auf Typo3 basierenden Webseiten im April 2009 sehr stark verfolgt[82]. Die Sicherheitsupdates, die Typo3 beim "Patchday" zur Verfügung stellt, müssen vom Administrator manuell eingespielt werden.

8.4 Nutzwert

Bei der Benotung wird folgendes Schema angewandt: Es werden Punkte von 1-3 vergeben. 3 ist dabei die höchstmögliche Punktzahl und 1 die niedrigste. Falls es keinerlei oder nur marginale Unterschiede in einer Kategorie gibt, wird die gleiche Punkteanzahl vergeben. Zum Schluss werden alle vergebenen Punkte mit der Gewichtung des jeweiligen Zielkriteriums multipliziert und im Anschluss addiert. Die Alternative, die dann den höchsten Nutzwert hat, ist der Sieger der Nutzwertanalyse.

Kriterium Gewicht Wertung: Joomla! Wertung: Drupal Wertung: Typo3
Darstellungsmöglichkeiten 4 3 2 2
Dokumentation und Support 4 2 2 3
Kosten 3 3 3 3
Multiuserfähigkeit & Benutzerverwaltung 3 2 3 3
Softwareergonomie (Benutzeroberfläche) 3 3 2 1
Sicherheitspolitik 3 2 3 2
Installation und Konfiguration 2 3 2 1
Nutzwert 56 53 49

Die Nutzwertanalyse hat die Lösung von Joomla! mit dem Plugin Kuneri Mobile Joomla! als das beste MCMS, nach den von uns definierten Kriterien, ermittelt. Es konnte vor allem mit einer einfachen Installation, Konfiguration, sowie einer sehr guten Softwareergonomie punkten. Daher eignet es sich besonders gut für Benutzer, die noch wenig Kontakt mit (M)CMS hatten. Eine gute Dokumentation sowie eine Vielzahl von Tutorials erleichtern den Einstieg zusätzlich. Lediglich bei sehr großen und komplexen Aufgaben gelangt das MCMS, durch seine auf neun Gruppen beschränkten Benutzergruppen, bei der Rechteverwaltung an seine Grenzen.
Auf dem zweiten Platz der Nutzwertanalyse steht Drupal mit dem Plugin Drupal Mobile. Es konnte mit einer einfachen Installation überzeugen. Jedoch ist das Plugin von Drupal, um mobile Internetseiten anzeigen zu können, um einiges komplexer und kann unerfahrene Anwender aufgrund der hohen Anzahl an Einstellungsmöglichkeiten überfordern und ist daher nicht intuitiv zu bedienen. Nicht vollständig überzeugen konnte Drupal bei den zur Verfügung stehenden Dokumentationen und dem Supportangebot.

Schlusslicht der Analyse ist Typo3 + WURFL Erweiterung. Es konnte in der Kategorie Dokumentation und Support überzeugen, aber insgesamt ist Typo3 + WURFL Erweiterung ein MCMS für erfahrende Anwender bzw. Programmierer. Das System verlangt besonders bei den Plugins bzw. bei weiteren Modulen Programmierkenntnisse, die bei Anwendern nicht selbstverständlich sind. Zusätzlich ist es im Bereich der Softwareergonomie, im Vergleich zu den anderen MCMS die betrachtet wurden, nicht vollkommen ausgereift und weit weniger anwenderfreundlich.

9 Schlussbetrachtung

9.1 Mögliche Entwicklungen in der Zukunft

Aufgrund der Steigerung der mobilen Nutzung des Internets wollen immer mehr Unternehmen in Zukunft den Anforderungen des mobilen Internets gewachsen sein. Alle Unternehmen sind heutzutage auf eine Unternehmenspräsenz im Internet angewiesen, nur der mobile Teil ist meistens nicht implementiert oder noch ausbaufähig.

Heutzutage sind fast alle Hersteller von CMS darum bemüht, ihr Programm um einen mobilen Part zu erweitern. Dieser muss auf der einen Seite nicht nur den Anforderungen des mobilen Internets (wenig Traffic, gute Lesbarkeit auf kleinen Displays, schnelle und einfache Navigation) gewachsen sein und dabei möglichst alle mobilen Endgeräte unterstützen, sondern auf der anderen Seite muss der Einstieg ohne Vorwissen möglich sein, d. h. Programmierkenntnisse sind keine Voraussetzung mehr und eine lange Anleitung zu lesen wird auch nicht mehr nötig sein. Inhalte für mobile Endgeräte zu veröffentlichen mittels MCMS bleibt für Hersteller weiterhin eine große und komplexe Herausforderung für die nächsten Jahre. Die große Anzahl an unterschiedlichen mobilen Endgeräten (Tendenz steigend) führt unter anderem zu vielen verschiedenen Video Codecs und Displaygrößen, die von einem MCMS abgedeckt werden müssen um Inhalte optimal darstellen zu können. Ein wichtiger Punkt wird es sein, eine Lösung anzubieten, die alle Serviceanforderungen in einem einzigen Tool vereint und integrieren kann. Die WURFL Technologie ist dabei ein erster Schritt in diese Richtung. Der gesamte Produktionsprozess der mobilen Inhalte sollte in einem CMS bereits fest integriert sein, so dass alle nötigen Funktionen wie Upload, Encoding, Hosting, Publishing, Content Rights Management und Reporting abgebildet werden können.

Zunehmend wichtiger wird auch die Unterscheidung der Anwender. Diese haben unterschiedliche Anforderungen an ein CMS bzw. MCMS. Bereits heutzutage existieren spezielle CMS für Behörden, für die Tourismusbranche oder auch für kommerzielle Anwender. Auch in Zukunft können sich die Anforderungen ändern. Ein Szenario für Behörden kann bspw. die Bereitstellung von Formularen über das mobile Endgerät sein. Anträge für einen Anwohnerparkschein oder eine Anmeldung könnten so über bspw. ein Smartphone bearbeitet werden. Durch eine digitale Signatur müsste allerdings die Identität der beantragenden Person sichergestellt werden, um Missbrauch zu vermeiden.

Ebenso können sich MCMS bei Verkehrsdelikten etablieren. Erhält ein Straßenverkehrsteilnehmer bspw. ein Verwarnungsgeld aufgrund Falschparkens, könnte auf dem Ticket, das den Verstoß gegen die Straßenordnung dokumentiert, eine Internetadresse hinterlegt sein. Über diese Internetadresse könnte die Bezahlung online erfolgen. Dadurch werden vergleichsweise langwierige Postwege, Verwaltungskosten und verzögerte Zahlungseingänge vermieden.

Weiterhin ergeben sich im kommerziellen Sektor vielfältige Anwendungsbereiche. So dürfte durch die steigende Anzahl der Benutzer von mobilen Endgeräten auch die Relevanz von Werbung, die durch MCMS realisiert werden kann, steigen. So könnten sich Betreiber von Adservern, welche sich um die Schaltung und Verwaltung von Werbebannern auf Webseiten kümmern, durch die Erschließung des MCMS Marktes einen neuen Kundenstamm sichern.

Auch in der Tourismusbranche ergibt sich eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. Via MCMS könnte zukünftig vom Flug, über den Mietwagen bis hin zum Hotel oder zu einer Reiseveranstaltung alles mobil gebucht, geändert und verwaltet werden, ohne dabei auf einen PC angewiesen zu sein.

Zudem werden sich in der Zukunft kommerzielle CMS zu Open Source Systemen stark unterscheiden. Währenddessen sich kommerzielle CMS mit Speziallösungen für diverse Branchen beschäftigen, sind Open Source CMS hingegen darum bemüht, einen einheitlichen Standard zu schaffen. Allen voran die Entwickler von Typo3[83]. Die im Dezember 2004 gegründete Typo3 Association mit Sitz in der Schweiz soll sich der kontinuierlichen Anpassung von Typo3 von internationalen Software-Standards widmen und für Unternehmen als Ansprechpartner für finanzielle und rechtliche Anliegen rund um Typo3 zur Verfügung stehen. Darüber hinaus soll die Typo3 Association Entwicklern und Agenturen die Möglichkeit bieten, ihre Dienstleistungen zertifizieren zu lassen. Eine flächendeckende Versorgung mit UMTS, auch in ländlichen Gegenden, würde die Realisierung dieser Zukunftsszenarien begünstigen, da mehr Menschen von diesen Entwicklungen profitieren würden.

Generell ist nicht sichergestellt, welche Entwicklung sich in der Zukunft durchsetzen wird. Zurzeit konkurrieren die MCMS mit den Apps[84], speziell für das iPhone. MCMS haben den Vorteil, durch die WURFL Erweiterung die meisten Standards bedienen zu können. Apps sind hingegen speziell für einen Standard programmiert. Auf der anderen Seite sind Apps aufgrund der lokalen Installation performanter und personalisierter für den jeweiligen Anwender. Bei einem Zugriff auf eine Mobile Webseite muss der Inhalt jedoch bei jedem Aufruf neu geladen werden.

9.2 Fazit

Die Ergebnisse der Nutzwertanalyse haben gezeigt, dass die betrachteten MCMS bereits heute den meisten Anforderungen zur Darstellung auf mobilen Endgeräten gewachsen sind. Von allen Alternativen wurden die gängigsten Standards zur Ausgabe hinreichend bedient. Schwächen zeigen sie meist noch im Bereich der Installation und Konfiguration, wodurch der Benutzerkreis seitens der Administration stark eingeschränkt wird. Dies fällt besonders bei Drupal und Typo3 negativ ins Gewicht. Hier liegt es an den Herstellern, CMS und Plugin soweit zu entwickeln, dass auch Anwender ohne fundierte Programmierkenntnisse problemlos ihr CMS an die Anforderungen des mobilen Sektors anpassen können. Diesem Ziel ist die Lösung von Joomla! und dem Kuneri Mobile Joomla! Plugin am nächsten und stellt daher für kleinere Systeme eine solide Lösung dar, sofern sie nicht mit den Einschränkungen bei der Rechteverwaltung kollidieren. So dürften zur Diversifizierung der Anwender und Benutzer in großen Unternehmen neun Nutzergruppen nicht ausreichend sein.

MCMS sind im Bereich B2C bereits sehr ausgereift. Viele Unternehmen haben erkannt, dass der private Endverbraucher, der sich für die Technik der mobilen Endgeräte begeistert, häufig auch ein loyaler Kunde wird, sobald er die mobilen Konsummöglichkeiten wahrnehmen kann.

Der Anwendungsbereich B2E befindet sich hingegen noch im Entwicklungsstadium. Dieser Bereich hat sich erst in den letzten Jahren durch die gestiegene Nutzung des Internet aufgetan. Unternehmen, die bereits Mitarbeiterportale auch mobil zur Verfügung stellen, befinden sich noch in der Unterzahl.

Mobile B2B Anwendungen sind aus Sicht der Unternehmen eine gute Lösung, um Transaktionen mit anderen Unternehmen durchzuführen. Häufig führt der Einsatz eines MCMS zu einer bilateralen Ablaufbeschleunigung.

Zukünftig zeichnet sich eine noch stärkere, direkte Konkurrenz zwischen MCMS und Apps ab. Beide Formen mobiler Anwendungen und Portale haben ihre Stärken und Schwächen. Es ist nicht abzusehen, welche Lösung sich letztendlich auf dem Markt etablieren und vom Konsumenten angenommen werden wird. Fest steht jedoch, dass der Markt des mobilen Internets, auch aufgrund des technischen Fortschritts und einer breiteren Akzeptanz in der Bevölkerung, durch sinkende Preise und verbesserte Netzabdeckung ein enormes Wachstumspotential aufweist.

Die Zukunft für MCMS bleibt spannend.

10 Fußnoten

  1. http://www.apple.com/de/iphone/
  2. Nix et al. (2005), S. 25
  3. Schuster / Wilhelm (2001), S. 8
  4. Vgl. Ebd.
  5. Vgl. Nix et al. (2005), S. 15
  6. Vgl. Nix et al. (2005), S. 25
  7. Vgl. Staal / Maass (2003), S. 52
  8. Vgl. Universität Siegen, S. 2
  9. Beispiel für die Komplexität und Genauigkeit bei der Einhaltung und Erstellung eines Corporate Designs: http://www.uni-siegen.de/cd/cd_manual_070404.pdf
  10. Vgl. Nix et al. (2005), S. 16
  11. http://wurfl.sourceforge.net/
  12. Vgl. WURFL
  13. http://www.twitter.de
  14. http://www.facebook.de
  15. Twitter, Inc. (2010)
  16. Facebook Ireland Limited (2010)
  17. Zangemeister (1971), S. 45
  18. Vgl. Bechmann (1978), S. 21
  19. Vgl. Bechmann (1978), S. 26
  20. Klaus / Nitze (2003), S. 20
  21. 21,0 21,1 21,2 Schneller (2009)
  22. Buhse (2006)
  23. http://www.ebay.de
  24. http://www.amazon.de
  25. Hot Spot: öffentliche, drahtlose Internetzugriffspunkte
  26. Ebay unterwegs: http://unterwegs.ebay.de/wap/index.html
  27. Amazon unterwegs: http://wireless.amazon.com
  28. Vgl. Eppen et al. (1991), S.7 ff.
  29. Schulz, 1995, S.259, Cornelsen 2000,S. 185
  30. Schroll/Neef (2006)
  31. Facebook Ireland Limited (2010)
  32. http://www.facebook.com/mobile/
  33. Twitter, Inc. (2010)
  34. Hesse (2009)
  35. Vgl. Kolbrück (2009)
  36. Vgl. Ebd.
  37. Vgl.Dres/Picot (2009), S.25
  38. Vgl. Solich (2003)
  39. Vgl. Solich (2003)
  40. Vgl. von Guretzky (2002)
  41. Lehner (2002)
  42. Vgl. North (2005),S.148
  43. Vgl. Parker/Linsmaier
  44. Vgl. Solich (2003)
  45. Vgl. Kollmann (2009), S.98
  46. Vgl. Berger / Lehner, S.88
  47. Vgl. Ebd.
  48. Vgl. Sigler (2007)
  49. https://www.paypal.de
  50. Vgl. Berger / Lehner, S.89
  51. Vgl. Ebd.
  52. http://www.Joomla.de
  53. http://www.typo3.de
  54. http://www.drupal.org
  55. PHP ist eine Skriptsprache zur Erstellung dynamischer Webseiten
  56. http://www.mobileJoomla.com/
  57. Vgl. Wetena
  58. Vgl. Drupal Funktionen
  59. Vgl. Drupal Browseranforderungen
  60. Ein Theme ist eine Layoutvorlage für eine Webseite
  61. Vgl. Drupal Mobile
  62. Vgl. Typo3 Geschichte
  63. Vgl. Typo3 Funktionen
  64. Vgl. Ebd.
  65. Lipinski
  66. Verwaltungstool bzw. Oberfläche für administrative Tätigkeiten.
  67. Vgl. Kuneri Mobile Joomla! Konfiguration
  68. Vgl. Edust
  69. http://www.joomla-hotline.de
  70. Joomla! Das Handbuch für Einsteiger von Anja Ebersbach, Markus Glaser, Radovan Kubani
  71. Vgl. Joomla! Security Center
  72. http://drupal.org/handbook
  73. http://www.drupalcenter.de/drupal-7-demo
  74. z. B. unter http://www.smlan.de/html/seminare/drupal.html
  75. Community: http://drupal.org/forum/18
  76. Vgl. Drupal Security Modul
  77. Vgl. Drupal Security Team
  78. Vgl. Typo3 Funktionen
  79. Vgl. Typo3 Dokumentation
  80. Vgl. Typo3 Schulung/
  81. www.t3n-magazine.de
  82. Vgl. Tißler(2009)
  83. Vgl. Typo3 Development
  84. Kleine, auf eine bestimmte Funktion spezialisierte Anwendung

11 Literatur - & Quellenverzeichnis

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