Vergleich von Plattformen für den mobilen Einsatz von Business-Applikationen

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Fallstudie
Name des Autors / der Autoren: Marcel Wieczorek (Matr.-Nr.: 220592), Christian Karsten (Matr.-Nr.: 221873), Sven Pannek (Matr.-Nr.: 219425)
Titel der Arbeit: "Vergleich von Plattformen für den mobilen Einsatz von Business-Applikationen"
Hochschule und Studienort: FOM Berlin
Semester: 4. Fachsemester
Betreuer: Dr. Vladimir Stantchev


Inhaltsverzeichnis


1 Abbildungsverzeichnis

Abb.-Nr.Abbildung
1Ergebnis des Brainstormings
2Nokia 9000
3Nokia 9110
4Nokia 9210
5Nokia 9300 + 9500
6Nokia E90
7Anteil von Smartphones auf dem Handymarkt
8Vergleich einiger Merkmale der Nokia Modelle 9000 und E90
9Nutzungsstatisktik: Einsatz von Smartphones
10Nutzungsstatisktik: Verwendung von Smartphones
11Marktanteile der Smartphone-Betriebssysteme

2 Tabellenverzeichnis

Tabelle Nr.Quelle
1AHP: Gewichtung der Kriterien
2AHP: Kriterium Exchange-Server
3AHP: Kriterium Anwendungen
4AHP: Kriterium Office-Formate
5AHP: Kriterium Hardware
6AHP: Kosten
7AHP: Gesamtbewertung der Kriterien (Nutzen)
8AHP: Gesamtbewertung der Kriterien (Kosten/Nutzen)

3 Einleitung

Der Handy-Markt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Ehemals wichtige und innovative Funktionen wie das Telefonieren oder das Versenden von Kurznachrichten (SMS) zählen heutzutage zu den absoluten Standard-Aufgaben, die ein Mobiltelefon erfüllen muss. Durch die stetige und rasante Weiterentwicklung der Handy-Technologie sind sogenannte Smartphones in den Blickpunkt gerückt. „Als Smartphone bezeichnet man ein Handy, das die Möglichkeiten eines kleinen Computers/PDAs mit einem Mobiltelefon verbindet.“[1] Somit können u.a. Dokumente bearbeitet, Termine und Aufgaben verwaltet und Internetfunktionen (wie z.B. der Abruf von Mails) genutzt werden.[1] Genau diese neuen Möglichkeiten, die durch die Smartphones geboten werden, treffen auf ein breites Interesse, welches zu starken Wachstumsraten führt. So ist der Markt im zweiten Quartal des Jahres 2010 um 50% gewachsen. Es wurden über 62 Millionen Einheiten verkauft, wodurch der Anteil am gesamten Handymarkt auf 19% gestiegen ist.[2]

Der deutlich breitere Funktionsumfang der Smartphones hat gleichzeitig auch Begehrlichkeiten bei Unternehmen geweckt. Gerade bei Unternehmungen mit vielen Außendienstmitarbeitern stellt die stetige Aufrechterhaltung der Kommunikation und die Versorgung mit Informationen ein zentrales Problem dar. Es muss gewährleistet werden, dass Mitarbeiter, die viel außerhalb des eigentlichen Arbeitsplatzes im Büro aktiv sind, stetigen/mobilen Zugriff auf die notwendigen Informationen haben. Sie müssen in der Lage sein, wichtige Mails abzurufen und beantworten zu können oder z.B. auf Kundendaten zugreifen zu können. Die angebotenen Funktionen der Smartphones bieten die Möglichkeit, diese Problemstellung der Unternehmen zu lösen.

3.1 Problemstellung

Eines der Unternehmen mit der zuvor erwähnten Problemstellung ist die datango AG. Das 1999 gegründete Unternehmen mit Sitz in Berlin ist Technologieanbieter im Bereich E-Learning und Electronic Performance Support. Als Softwareunternehmen mit eigenem, weltweitem Vertrieb und Support beschäftigt die datango AG viele Außendienstmitarbeiter. Durch das starke Unternehmenswachstum der letzten Jahre und dem damit verbundenem Anstieg der Mitarbeiterzahl, ist die Nutzung von mobilen Business Applikationen (wie z.B. Mail Clients) elementar geworden. Bisher kümmern sich die Mitarbeiter der datango AG selbst um die Beschaffung ihrer Smartphones, was zur Folge hat, dass viele unterschiedliche Handy Typen im Einsatz sind. Aufgrund der oben beschriebenen Entwicklung sollen nun einheitliche Smartphones angeschafft werden, um zu gewährleisten, dass alle benötigten Anforderungen erfüllt werden und zudem alle Mitarbeiter mit Geräten versorgt sind.

Für die datango AG ergibt sich hieraus eine zentrale Problemstellung. Angetrieben durch das rasante Wachstum des Smartphone-Marktes gibt es inzwischen viele verschiedene Anbieter von Smartphones und Plattformen (wie z.B. Symbian OS, Windows Mobile oder Android). Bevor die Handys beschafft werden können, muss also zunächst ein Auswahlprozess durchgeführt werden.

3.2 Zielsetzung

Diese Fallstudie setzt sich mit genau dieser Problematik auseinander. Das Ziel ist die Auswahl der besten Plattform für den Einsatz von mobilen Business Applikationen für die datango AG, es soll eine Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt werden.

Um diese Ziel zu erreichen, werden zunächst verschiedene Recherchen durchgeführt, um z.B. die Relevanz der Smartphones auf dem Markt und die verschiedenen Hersteller der Betriebssysteme genauer zu analysieren. Gleichzeitig wird der Bedarf der Unternehmen für diesen Handy-Typ genauer untersucht. Es werden weiterhin die wichtigsten Kriterien für den Einsatz von Business Anwendungen analysiert, um diese als Grundlage für ein AHP zu nutzen, dessen Ergebnis dann als Entscheidungsgrundlage für die datango AG dienen soll.

Zusätzlich wird in dieser Fallstudie auf die Geschichte der Smartphones eingegangen, sowie die Integration der Plattformen in die vorhandene IT- Infrastruktur und die Zukunftsbeständigkeit der Plattformen analysiert.

4 Ideensammlung/Brainstorming

Um sich mit der gesamten Thematik der Handy-Plattformen vertraut zu machen und einen Einstieg in diese zu finden, wurde zunächst in mehreren Sitzungen die Brainstorming-Methodik angewendet und die gesammelten Ideen und Vorschläge in einer Mindmap festgehalten, welche im folgenden zu sehen ist.

Ergebnis des Brainstormings
Ergebnis des Brainstormings

Diese Mindmap wird teilweise als Grundlage genutzt, um die Struktur der Fallstudie, aber vor allem auch die Vorgehensweise zu definieren, um die gesetzten Ziele zu erreichen. In der Mindmap sind viele verschiedene Ansätze und Ideen zusammengetragen worden, von denen einige in diese Fallstudie übernommen werden, andere wiederum aufgrund fehlender Relevanz nicht thematisiert werden. Im Folgenden werden die elementaren Punkte der Mindmap näher erläutert.

Ein als wichtig erachtetes Thema ist die Geschichte der Smartphones. Ein detaillierter Blick auf diese soll helfen, die rasante Entwicklung dieses Handy-Typs zu verstehen und zudem zu erkennen, warum früher nicht an die Nutzung für Geschäftszwecke zu denken war.

Ein zentrales Thema dieser Fallstudie ist die Analyse der Plattformen an sich. Es soll geschaut werden, welche Plattformen überhaupt vorhanden sind und anschließend anhand ihrer Marktanteile entschieden werden, welche Relevanz sie für diese Fallstudie haben, da die Betrachtung aller vorhandenen Plattformen wenig sinnvoll ist. In diesem Zusammenhang sollen auch die Kosten betrachtet werden. Eine wichtige Rolle spielen hier auch die Einbindung in vorhandene IT-Infrastrukturen und die Zukunftsbeständigkeit der Plattformen.

Als bedeutend wird auch die Unterstützung gängiger Business-Applikationen durch die Plattformen angesehen. Hierzu zählen vor allem Office-Programme (wie z.B. Textverarbeitung) und internetfähige Anwendungen wie Mail-Programme oder Browser. In diesem Kontext sollen auch Nutzer-Statistiken herangezogen werden. Nach Absprache mit der datango AG wird die Analyse von spezifischen Business-Applikationen (wie z.B. ERP-Software) nur oberflächlich thematisiert, da der Fokus kurzfristig nicht auf diesen Anwendungen liegt.

Die Ergebnisse der geplanten Analysen sollen später in einem AHP berücksichtigt/genutzt werden.

5 Geschichte der Smartphones

Im nachfolgenden wird die Geschichte der Smartphones am Beispiel von Nokia beschrieben, um die rasante Entwicklung der Handys in den letzten Jahren zu verdeutlichen, welche dazu geführt hat, dass Unternehmen wie die datango AG über den generellen Einsatz der Smartphones nachdenken.

5.1 Nokia 9000

Das 1996 auf dem deutschen Markt erschienene Nokia 9000 stellte das erste richtige Smartphone dar. Es besaß schon damals die Fähigkeit, Kurznachrichten, E-Mails und Faxe zu empfangen und zu versenden, sowie über einen Webbrowser auf Webseiten zuzugreifen. Als Betriebssystem wurde das DOS-basierte PEN/GEOS vom Hersteller GeoWorks genutzt. Das Nokia 9000 war ein reines Single-Band-Handy, welches eine Datenübertragungsrate von maximal 9,6kBit/s ermöglichte. Die Standby-Zeit betrug 24 Stunden.[3]

Nokia 9000
Nokia 9000

5.2 Nokia 9110

Im Jahr 1999 erschien das Nachfolgemodell Nokia 9110. Einer der entscheidenden Änderungen war die Erweiterung des Speichers durch den Einsatz eines MMC-Kartenlaufwerks. Hierdurch konnte mehr Speicherplatz für die Ablage von Dokumenten zur Verfügung gestellt werden. Die Standby-Zeit konnte auf eine Woche und die Datenrate auf 14,4kBit/s gesteigert werden. Zusätzlich war jetzt auch mehr Software von anderen Herstellern verfügbar, wodurch die Funktionalität erweitert werden konnte.[3]

Nokia 9110
Nokia 9110

5.3 Nokia 9210/9210i

In dem 9210 (bzw. 9210i) Modell, welches 2001 (bzw. 2002) veröffentlicht wurde, wurden grundlegende Veränderungen am Design vorgenommen, um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen. Erstmals wurde auch ein Farbdisplay implementiert. Eine entscheidende Änderung war der Wechsel des Betriebssystems zu Symbian OS (in der Version 6.0). Zudem konnte die Datenrate abermals gesteigert werden (auf nun maximal 43,2 kBit/s). Das Nokia 9210 erschien zudem als Dual-Band-Handy, welches für GSM 900 und DCS 1800 ausgelegt war. Durch MMC-Karten konnte der Speicher auf bis zu 1 GB erweitert werden. In der 9210i Variante wurde u.a. der Browser ausgetauscht. Es wurde der Symbian-Browser Opera integriert, welcher deutlich weniger Fehleranfällig war.[3]

Nokia 9210
Nokia 9210

5.4 Nokia 9300/9300i/9500

Im Jahr 2004 erschienen die Modelle 9300 und 9500. Das 9500 bot neben einer VGA-Kamera nun auch ein Display mit 65.536 Farben. Zudem erschien es als Tri-Band-Handy für die Netze GSM900, DCS 1800 und PCS 1900. Als Betriebssystem wurde Symbian OS 7.0 implementiert. Zusätzlich wurden GPRS, EDGE, MMS, Bluetooth, Infrarot und WLAN integriert. Die RAM-Größe betrug 64MB und der interne Anwenderspeicher 80 MB, welcher aber durch eine MMC-Karte auf bis zu 2 GB erweitert werden konnte. Das Nokia 9300 unterschied sich einzig allein durch das fehlende WLAN, der fehlenden Kamera und des kleineren Akkus vom 9500. Das 9300i wurde später um WLAN ergänzt sowie in den Bereichen Bluetooth und Betriebssystem verbessert.[3]

Nokia 9300 + 9500
Nokia 9300 + 9500

5.5 Nokia E90

2007 wurde ein neues Model veröffentlicht, das Nokia E90. Diese Variante ist immer noch erhältlich. Als Quadband-Handy kann es nun weltweit ohne Probleme eingesetzt werden. Als Betriebssystem wurde das Symbian OS 9.2 implementiert. Zusätzlich sind jetzt UMTS, HSDPA und ein GPS-Empfänger verfügbar. Die Bluetooth-Schnittstelle wurde ebenfalls erweitert. Es wurden zwei Kameras installiert, die Hauptkamera mit 3,2 Megapixel Auflösung sowie eine Kamera für die Videotelefonie. Der integrierte Speicher konnte auf 128 MB erweitert werden und kann durch eine Micro-SD-Karte auf bis zu 16 GB erhöht werden.[3]

Nokia E90
Nokia E90

5.6 Vergleich/Entwicklung

Die nachfolgende Tabelle soll nochmal verdeutlichen, wie rasant die Entwicklung der Smartphones bisher abgelaufen ist. Verglichen wird hier das Modell 9000 aus dem Jahr 1996 mit dem Modell E90 aus dem Jahr 2007. Vor allem wichtige Merkmale wie die Datenrate oder die Unterstützung verschiedener Netze veranschaulichen die signifikanten Fortschritte. So war mit einer Datenrate von 9,6 kBit/s nicht daran zu denken, eMails in großem Umfang abzurufen oder große Mengen von Daten herunterzuladen. Dies ist aber heutzutage ein sehr wichtiges Kriterium für den mobilen Einsatz der Handys für Außendienstmitarbeiter. Auch die Abdeckung verschiedener Netze stellt ein gewichtiges Merkmal in Zeiten der Globalisierung dar, in dem Auslandsreisen durchaus üblich sind.

Nur durch die enormen Weiterentwicklungen der letzten 10-15 Jahren kommt für Unternehmen der Einsatz von Smartphones im Geschäftsalltag überhaupt in Frage.

Vergleich einiger Merkmale der Nokia Modelle 9000 und E90
Vergleich einiger Merkmale der Nokia Modelle 9000 und E90

6 Bedarf der Unternehmen an mobiler Nutzung

In Zeiten der Globalisierung steigt der Bedarf an mobilem Zugriff auf Informationen enorm. Gerade Unternehmen mit vielen Außendienstmitarbeitern (wie die datango AG) stehen vor dieser Problematik. Genau diese Mitarbeiter, die ein Großteil ihrer Zeit außerhalb ihres eigentlichen Arbeitsplatzes oder festen Büros beschäftigt sind, müssen nachwievor in der Lage sein, die Kommunikation mit den Kollegen aufrecht zu erhalten und vor allem Zugriff auf wichtige Informationen zu haben oder eMails zu empfangen/beantworten. Ein Beispiel sind Kundeninformationen aus einem CRM-System. Der Außendienstmitarbeiter sollte jederzeit in der Lage sein, die spezifischen Informationen abzurufen, um z.B. den Wünschen des Kunden zuvorzukommen und somit einen besseren Service zu generieren. Ein weiteres Beispiel ist der Abruf von Preis- und Lagerinformationen in einem Kundengespräch. Die Resultate der Verfügbarkeit des mobilen Zugriffs auf die relevanten Informationen sind ein deutlicher Produktivitätsgewinn der Mitarbeiter, eine Kostensenkung sowie die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit[4] [5] [6] [7]

7 Marktanalyse

Um eine Übersicht über den Markt für Handys und Smartphones zu bekommen, wird dieser zunächst analysiert. Es soll deutlich werden, wie hoch der Anteil von Smartphones am Mobilfunkmarkt ist, in welchem Bereich Smartphones hauptsächlich eingesetzt werden und wofür sie zumeist verwendet werden.

Zudem sollen anhand von Gesamtmarktanteilen diejenigen Smartphone-Betriebssysteme ermittelt werden, die für eine darauf folgende Analyse relevant sind.

7.1 Statistiken zur Nutzung von Business Applikationen

Verbreitung von Smartphones

Laut Heise[8] hat sich der Handymarkt zwischen 2008 und 2009 stark gewandelt. Demnach konnten Smartphones ihren Anteil am Handymarkt stark vergrößern, wohingegen der Anteil von Handys rückläufig war.

Betrachtet wurde jeweils das zweite Quartal aus 2008 und 2009. In diesem Zeitraum ging der Anteil von Handys auf dem Handymarkt auf rund 286 Millionen verkaufte Geräte zurück. Das entspricht einem Rückgang von 6 Prozent. Smartphones hingegen konnten im gleichen Zeitraum ihren Marktanteil um 27 Prozent steigern, auf rund 41 Millionen verkaufte Geräte.

Anteil von Smartphones auf dem Handymarkt
Anteil von Smartphones auf dem Handymarkt

Einsatz von Smartphones

Einer Studie von Crowdscience[9] zufolge vermischen sich privater und geschäftlicher Einsatzbereich von Smartphones sehr stark. Nur etwa 3% der Smartphone-Benutzer verwenden ihr Gerät ausschließlich geschäftlich. 26% hingegen verwenden es rein privat. Und etwa drei Viertel der Nutzer (71%) verwenden ihr Smartphone sowohl privat und als auch geschäftlich.

Diese Aufteilung erscheint plausibel, da viele Arbeitnehmer ein solches Gerät von ihrem Arbeitgeber gestellt bekommen und es neben der Arbeit auch für private Zwecke verwenden.

Zudem lässt sich anhand dieser Verteilung der Einsatzgebiete auch erläutern, warum Smartphones häufig für typische Konsumenten-Funktionen (z.B. Kamera) verwendet werden.

Nutzungsstatisktik: Einsatz von Smartphones
Nutzungsstatisktik: Einsatz von Smartphones

Verwendung von Smartphones

Laut der o.g. Studie von Crowdscience[9] werden Smartphones hauptsächlich für Internetanwendungen verwendet. Die Quote liegt hier bei etwa 80%. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen Kamera und Email mit jeweils über 70%.

Dass die Quote für die Internetverwendung auf Smartphones so hoch liegt, lässt sich u.a. damit erklären, dass Smartphones häufig für die Fernwartung von Servern verwendet werden. Weiterhin werden über Smartphones oft firmeneigene Internet- und Intranetanwendungen bedient. Da gerade im Außendienst Mitarbeiter auf die Kommunikation mit dem Innendienst einer Firma angewiesen sind, zählt auch die Verwendung der Email-Funktion zu den am häufigsten Verwendeten. Hier spielt vor allem die Synchronisation mit Microsoft Exchange Servern eine übergeordnete Rolle, da diese in den Infrastrukturen der Firmen sehr häufig eingesetzt werden.

Nutzungsstatisktik: Verwendung von Smartphones
Nutzungsstatisktik: Verwendung von Smartphones

7.2 Übersicht der Plattformen von Smartphones

Im Rahmen dieser Fallstudie werden insgesamt 6 unterschiedliche Smartphone-Plattformen auf ihre jeweilige Tauglichkeit im Business-Alltag hin untersucht. Dabei werden die Plattformen sowohl nach ihrem absoluten Marktanteil als auch nach ihrem Entwicklungspotenzial ausgewählt.

Untersucht werden demnach die folgenden Smartphone-Plattformen:

  • Windows Mobile
  • Blackberry OS
  • Symbian OS
  • iOS
  • Android
  • WebOS


Marktanteile

Im Jahr 2009 hat sich der Markt für Smartphone-Betriebssysteme deutlich verändert.[10] Dabei ist vor allem zu beobachten, dass sinkende Marktanteile bei Symbian OS und Windows Mobile in steigende Marktanteile bei iPhone OS, Android und WebOS umgeschlagen sind.

Trotz Verlusten bei den Marktanteilen führt Symbian den Weltmarkt der Smartphone-Betriebssysteme weiterhin mit großem Vorsprung an.[10] Im Jahr 2009 wurden 80,88 Millionen Geräte mit Symbian verkauft, das entspricht einem Marktanteil von 46,9 Prozent.[10] Im Jahr 2008 lag Symbians Marktanteil laut Gartner noch bei 52,4 Prozent.[11]

Research In Motion konnte mit seinen Blackberry-Geräten den Marktanteil auf 19,9 Prozent steigern, was etwa 34,35 Millionen verkauften Geräten entspricht. Auch wenn Apple mit dem iPhone OS deutlich aufholen konnte, liegt Blackberry OS damit auf Platz zwei. iPhone OS konnte 2009 Windows Mobile vom dritten Platz ablösen. Apple verkaufte 24,89 Millionen iPhones und steigerte damit seinen Marktanteil von 8,2 Prozent (2008) auf 14,4 Prozent.

Microsoft hingegen konnte 2009 deutlich weniger Kunden von Windows Mobile überzeugen und kann damit nur noch einen Marktanteil von 8,7 Prozent aufweisen, nachdem dieser 2008 noch bei 11,8 Prozent lag. Insgesamt verkaufte Microsoft 2009 15,03 Millionen Geräte und liegt damit damit auf Platz vier, vor den Linux-Smartphones[10]. Diese wiesen mit 8,13 Millionen verkauften Geräten einen Rückgang des Marktanteils von 7,6 Prozent (2008) auf 4,7 Prozent aus.

Interessant war 2009 vor allem die Entwicklung der jüngsten Smartphone-Betriebssysteme Android und WebOS zu beobachten. 3,9 Prozent aller 2009 verkauften Smartphones laufen Gartner zufolge mit Android[10][11]. Das entspricht 6,8 Millionen Geräten. WebOS kommt mit 1,19 Millionen verkauften Geräten auf einen Marktanteil von 0,7 Prozent.

Marktanteile der Smartphone-Betriebssysteme
Marktanteile der Smartphone-Betriebssysteme

8 AHP

8.1 Kriterien

Ein analytischer Hierarchieprozess (kurz AHP) ist eine Möglichkeit um eine Entscheidung in einer komplexen Problemstellung zu finden bzw. zu unterstützen. Für die Problemstellung der Fallstudie wurden verschiedene Kriterien gesammelt, welche von der Smartphone-Plattform unterstützt werden sollen.

Im nächsten Schritt wurden die Kriterien geordnet und gruppiert. Dabei hat sich die Unterstützung der verschiedenen Features des Microsoft Exchange Servers als besonders wichtig herausgestellt. Von hoher Bedeutung ist die Unterstützung von E-Mail, Kalender, Kontakten und der Aufgabenverwaltung. Die Benutzer erhalten somit auch mit Ihrem Smartphone vollständigen Zugriff auf Ihr Exchange-Postfach und den darin enthaltenden relevanten Informationen. Ein zweites wichtiges Kriterium ist die Unterstützung von Anwendungen (Apps) auf der entsprechenden Plattform. Dabei spielt die Entwicklung eigener Anwendungen eine Rolle, aber auch die Angebotsvielfalt von vorhandenen Anwendungen. Des Weiteren bringt eine zentrale Anlaufstelle für vorhandene Anwendungen Vorteile für die entsprechende Plattform. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Unterstützung der Standard-Office-Formate wie Microsoft Word-Dokumente und Excel-Dokumente oder auch Adobe PDF-Dateien. Zum einen sollten die Dokumente gelesen werden können, zum anderen bietet eine Bearbeitung von Word oder Excel-Dokumenten Vorteile. Ein letztes Kriterium besteht aus der Hardwareunterstützung, dabei spielt die Herstellerunabhängigkeit und die Gerätevielfalt am Markt eine Rolle.

Die gewählten Kriterien haben wir entsprechend der Problemstellung gewichtet, so dass sich die Unterstützung des Exchange-Servers als wichtigstes Kriterium herausstellte. Die Kriterien Anwendungen und Office-Formate sind in etwa gleich wichtig, jedoch nur halb so wichtig, wie das Kriterium Exchange-Server. Das Kriterium Hardware ist in etwa nur halb so wichtig, wie die Kriterien Office-Formate und Anwendungen. In der AHP werden diese Kriterien gegenübergestellt und über eine Quadratmatrix bewertet. Als Ergebnis entsteht ein Kriterien-Vektor, der eine klare Wertung der Kriterien zeigt.

KriteriumGewichtRang
Exchange0,441
Anwendungen0,222
Office0,222
Hardware0,114
Tabelle 1: AHP: Gewichtung der Kriterien

8.2 Kriterium „Exchange-Server“

Im nächsten Schritt wurden die einzelnen Plattformen genauer betrachtet, inwieweit sie die einzelnen Kriterien unterstützen. Dabei wurden die einzelnen Plattformen verglichen und bewertet.

Das Symbian OS, welches im Moment Marktführer ist, bietet eine solide Unterstützung für den Exchange-Server. E-Mails werden mit dem Exchange-Server problemlos synchronisiert. Das Symbian OS unterstützt auch Push-Mail, welches die E-Mail ähnlich wie bei einer SMS direkt auf dem Smartphone signalisiert. Die Kontakte und Kalender-Einträge aus dem Exchange-Server werden auch ohne Probleme mit der Kontakt- bzw. Organizer-Anwendung auf dem Smartphone synchronisiert. Eine Anwendung für die Unterstützung der Aufgabenverwaltung des Exchange-Servers fehlt allerdings völlig. Dadurch ist eine vollständige Synchronisation der Exchange-Features nicht möglich, ein Großteil wird jedoch mit den vorhandenen Anwendungen unterstützt.

Das Blackberry OS bietet im Vergleich mit den anderen Plattformen zusammen mit Windows Mobile die beste Unterstützung für den Exchange-Server. Das Blackberry-System hat aber einen entscheidenden Nachteil, denn für die Synchronisation mit dem Exchange-Server wird ein spezieller Blackberry Enterprise Server benötigt. Dieser lohnt sich durch seine hohen Anschaffungskosten nur bei einem sehr großen Unternehmen. Als Alternative bieten die verschiedenen Mobilfunk-Anbieter sogenannte Blackberry-Optionen in ihrem Tarifmodellen. Diese ermöglichen den Zugang zu einem vorhandenen Blackberry Enterprise Server und ersparen damit die eigene Investition. Die zusätzlichen Kosten für den Blackberry Enterprise Server wird in der Bewertung außen vor gelassen, da die Blackberry-Option (vom Mobilfunk-Anbieter) eine sinnvolle Alternative darstellt. Das Blackberry OS bietet im Zusammenspiel mit dem Blackberry Enterprise Server die optimale Unterstützung der Exchange-Features. Die Emails werden über eine Push-Funktionalität auf das Gerät synchronisiert. Kontakte und Kalender-Einträge werden problemlos mit dem Gerät synchronisiert. Eine Unterstützung für die Aufgabenverwaltung ist ebenso vorhanden, so dass auch dieses Feature auf dem Smartphone genutzt werden kann.

Das iPhone OS (oder iOS), welches auf dem iPhone zum Einsatz kommt, unterstützt auch die wichtigsten Exchange-Features. Mit dem iOS lassen sich die E-Mails ohne Probleme mit dem Exchange-Server synchronisieren, die Push-Funktionalität wird ebenfalls unterstützt. Die Kontakte lassen sich mit dem integrierten Adressbuch synchronisieren und die Kalender-Einträge mit der entsprechenden Kalender-Anwendung des iOS. Eine Anwendung für die Aufgabenverwaltung fehlt dem iOS, so dass das entsprechende Feature des Exchange-Servers nicht unterstützt wird. Das iOS bietet damit eine ähnliche Unterstützung der Features wie das Symbian OS.

Das Smartphone Betriebssystem von Microsoft, Windows Mobile, unterstützt die Exchange-Features im vollen Umfang. Über die ActiveSync-Anwendung werden die Exchange-Elemente mit dem Smartphone synchronisiert. Die Anwendung Outlook Mobile ist für die Darstellung der E-Mails auf dem Smartphone zuständig. Windows Mobile unterstützt dabei nicht nur die Synchronisation, sondern auch die Push-Funktionalität. Die Kontakte des Exchange-Servers werden dabei mit dem Adressbuch auf dem Smartphone synchronisiert und die Kalender-Einträge mit der entsprechenden Kalender-Anwendung. Die Aufgabenverwaltung wird mit einer entsprechenden Anwendung unter Windows Mobile synchronisiert. Damit bietet Windows Mobile, bedingt durch seinen Konzern-Zusammenhang die beste Unterstützung.

Das relativ neue Android-System bietet, mit der von uns betrachteten Version 2.1, noch nicht die volle Unterstützung der Exchange-Features. E-Mails lassen sich problemlos mit der Mail-Anwendung synchronisieren und die Push-Funktionalität wird dabei ebenfalls unterstützt. Die Kontakte lassen sich genauso problemlos mit dem Adressbuch auf dem Smartphone synchronisieren. Eine Synchronisation mit dem Kalender ist in der Version 2.1 noch nicht vorhanden, jedoch mit weiteren kostenpflichtigen Zusatzprogrammen möglich. Eine Anwendung für die Aufgabenverwaltung fehlt vollständig und damit fehlt auch die Unterstützung für dieses Feature des Exchange-Servers. In der neuen Version 2.2 ist eine Synchronisation mit dem Exchange-Kalender möglich. Wir bewerten für die Fallstudie die, im Moment weit verbreitete, Version 2.1, welche die Aufgabenverwaltung und die Synchronisation des Kalenders nicht unterstützt.

Das genauso am Markt neue WebOS vom Palm bietet auch noch eine schmale Unterstützung des Exchange-Servers. Die Unterstützung für die Synchronisation mit E-Mails ist auch bei WebOS kein Problem, ebenso wird die Push-Funktionalität unterstützt. Die Kalender-Einträge lassen sich auch hier genauso problemlos zwischen Exchange-Server und Smartphone synchronisieren. Bei der Synchronisation von Kontakte gibt es Probleme mit WebOS, so dass dieses Feature nicht genutzt werden kann. Eine Anwendung für die Aufgabenverwaltung ist zwar auf dem Smartphone vorhanden, diese lässt sich jedoch nicht mit dem Exchange-Server synchronisieren, so dass dieses Feature ebenfalls nicht unterstützt wird.

Diese Ergebnisse der Kriterien-Erfüllung wurden für die jeweiligen Systeme gegenübergestellt und in einer Quadratmatrix zusammengefasst. Der Ergebnisvektor der ist zu folgenden Ergebnis gekommen, aus dem sich eine Ranking ablesen lässt. Damit ergibt sich für das Exchange-Kriterium eine Dreiteilung. Blackberry und Windows Mobile unterstützen die Exchange-Features am besten. Auf dem zweiten Platz liegen Symbian und iOS mit Abstrichen bei der Aufgabenverwaltung. Die neu am Markt befindlichen Plattformen, Android und WebOS patzen noch etwas bei der Unterstützung für den Exchange-Server und liegen auf dem letzten Platz.


PlattformGewichtRang
Symbian OS0,1673
Blackberry OS0,2221
iOS0,1673
WinMobile0,2221
Android0,1115
WebOS0,1115
Tabelle 2: AHP: Kriterium Exchange-Server

8.3 Kriterium „Anwendungen“

In einem weiteren Schritt werden die verschiedenen Plattformen bezüglich des Kriteriums Anwendungen betrachtet:

Das Symbian OS ist durch die Verwendung eines Linux-Kernels und der Veröffentlichung als Open Source gut für die Entwicklung eigener Anwendungen geeignet. Unter Symbian OS lassen sich in den Sprachen C++, Python, Open Programming Language, Flash oder Java Programme erstellen. Symbian OS unterstützt selbst den Betrieb von relationalen Datenbanken in Form von SQLite. Damit ist das Symbian OS eines der vielseitigsten am Markt befindlichen Systeme. Diese Vielseitigkeit spiegelt sich auch im Angebot vorhandener Anwendungen wieder. Auf dem Markt befinden sich eine Menge von fertigen Anwendungen für die Symbian Plattform. Leider gibt es für die Symbian-Plattform keine zentrale Anlaufstelle um Anwendungen zu kaufen und zu installieren. Die Anwendungen müssen über eine Suchmaschine gesucht werden und von Hand installiert werden. Für einen Teil der Symbian-Geräte gibt es von Nokia den OVI-Store mit ca. 20.000 Anwendungen[12], welcher eine gute Anlaufstelle bietet, jedoch nur für Nokia-Geräte zu verwenden ist. Die Symbian-Plattform ist damit relativ frei, was die Entwicklung eigener Anwendungen angeht, das Angebot an vorhanden Anwendungen jedoch ist umständlich zu suchen.

Beim Blackberry OS gibt es eine zentrale Anlaufstelle für bereits vorhandenen Anwendungen. In der „App World“ können Anwendungen zentral gekauft und installiert werden. Die Angebotsvielfalt ist beim Blackberry OS, aber bei weitem nicht so groß wie beim Symbian OS, die Anzahl der Anwendungen die über die „App World“ erhältlich sind liegt nur bei ca. 2.000 Stück[13]. Für die Entwicklung von eigenen Anwendungen steht nur die Programmiersprache Java zur Verfügung, welche sich jedoch durch ihre Vielseitigkeit auszeichnet. Das Blackberry OS erfüllt durch den Mangel an vorhandenen Anwendungen und die Beschränkung auf eine Programmiersprache Kriterium Anwendungen nicht ganz so gut wie das Symbian OS.

Das iOS von Apple besitzt eine vorbildliche zentrale Angebotsverwaltung. Alle vorhandenen Anwendungen für das iOS sind im zentralen App Store zu finden, zu kaufen und zu installieren. Die Angebotsvielfalt ist beim System von Apple auch an erster Stelle, mit über 120.000 Anwendungen sind bereits über den „App Store“ zu beziehen[14]. Die Entwicklung eigener Anwendungen ist beim Apple-System nicht mehr so vorbildlich. Für die Entwicklung wird zum einen ein Apple-Computer (MAC) benötigt und zum anderen ist die Zustimmung von Apple nötig. Jede entwickelte Anwendung muss für die Installation auf den Endgeräten im „App Store“ angemeldet werden. Apple prüft dabei jede Anwendung und lehnt sie im Zweifel ab. Des Weiteren steht für die Entwicklung eigener Anwendungen nur die Programmiersprache Objective-C zur Verfügung. Damit bietet das iOS bei der Angebotsverwaltung und -vielfalt Vorteile, bei der Entwicklung eigener Anwendungen ist die Plattform eher ein Nachteil.

Beim Microsoft System, Windows Mobile, gibt es eine Vielzahl von Anwendungen. Mit ca. 8 Jahren ist Windows Mobile eher eins der älteren Systeme am Markt und profitiert dadurch natürlich von einer Vielzahl an Anwendungen. In der Vergangenheit gab es aber keine zentralen Anlaufpunkt für die Suche nach Anwendungen. Erst seit dem letzten Jahr wird versucht mit dem „Marketplace“ eine zentrale Angebotsverwaltung zu schaffen. Über den „Marketplace“ sollen die Anwendungen zu finden, zu kaufen und zu installieren sein, ähnlich dem Konzept des „App Stores“ von Apple. Im Moment befinden sich aber nur ein Bruchteil der für Windows Mobile verfügbaren Anwendungen im „Marketplace“, so dass dieses Teilkriterium nicht vollständig erfüllt wird. Für die Entwicklung eigener Anwendungen steht die Programmiersprache C++ und die kompakte Version des .NET Frameworks mit seinen Programmiersprachen zur Verfügung. Die Entwicklung eigener Anwendungen ist damit sehr vielseitig und die Anwendungen können direkt installiert werden und müssen nicht umständlich über den „Marketplace“ angemeldet und freigeschaltet werden. Damit schneidet Windows Mobile ähnlich gut wie die Symbian-Plattform ab.

Die Android-Plattform erfüllt das Kriterium Anwendungen am besten. Mit dem „Android Market“ gibt es eine zentrale Anlaufstelle für die über 50.000 bereits vorhandenen Anwendungen . Über den „Android-Market“ können die Anwendungen gekauft und installiert werden. Die Angebotsvielfalt ist bei 50.000 Anwendungen sicherlich auch gegeben[15]. Für die Entwicklung eigener Anwendungen steht die Programmiersprache Java zur Verfügung, welche auf der Android Plattform auch auf C oder C++ Bibliotheken zurückgreifen kann. Mit SQLite wird auch relationale Datenbank für die Entwicklung eigener Anwendungen unterstützt. Damit ist die Android-Plattform vielseitig, was die Entwicklung eigener Anwendungen angeht und komfortabel, was die Suche und Installation vorhandener Anwendungen angeht. Die Android-Plattform bietet damit die beste Unterstützung des Anwendungs-Kriteriums.

Beim WebOS gibt es ebenfalls eine zentrale Anlaufstelle für vorhandene Anwendungen, den „App Catalog“. Die Angebotsvielfalt ist bei WebOS, noch lange nicht so hoch wie bei den anderen Plattformen, denn im „App Catalog“ finden sich nur ca. 150 Anwendungen[16]. Die Entwicklung eigener Anwendungen ist entweder mit einem Framework aus HTML5, CSS und JavaScript möglich, oder seit kurzem mit Hilfe der Programmiersprachen C und C++. Die Entwicklung eigener Anwendungen ist damit vergleichbar mit der Blackberry-Plattform. Generell schneidet die WebOS-Plattform beim Kriterium Anwendungen nicht so gut ab.

Zusammenfassend zeigt sich bei der Wertung des Kriteriums Anwendungen, dass die Android-Plattform mit der freien Entwicklung eigener Anwendungen und der großen Angebotsvielfalt vorhandener Anwendungen mit Abstand am besten abschneidet. Dahinter liegt das iOS von Apple durch das große Angebot von vorhandenen Anwendungen und den zentralen „App-Store“. Auf dem dritten Platz liegen die Symbian-Plattform und das Windows Mobile System, vor allem durch die freien Entwicklungsmöglichkeiten eigener Anwendungen und die Angebotsvielfalt. Durch den Mangel einer zentralen Anlaufstelle gibt es Abzüge bei beiden Systemen. Auf die beiden hinteren Plätze liegen die Blackberry-Plattform und das WebOS. Durch den Mangel an vorhandenen Anwendungen und den eingeschränkten Möglichkeiten bei der Entwicklung eigener Anwendungen ist dieses Ergebnis zu erklären.

PlattformGewichtRang
Symbian OS0,1623
Blackberry OS0,1335
iOS0,1942
WinMobile0,1623
Android0,2211
WebOS0,1296
Tabelle 3: AHP: Kriterium Anwendungen

8.4 Kriterium „Office-Formate“

Die Unterstützung der Office-Formate, d.h. das Lesen und Editieren von Microsoft Word-Dokumenten und Microsoft Excel-Dokumenten und das Betrachten von PDF-Dokumenten teilt die verschiedenen Plattformen in zwei Gruppen. Das Lesen von Word- und Excel-Dokumenten ist auf allen Plattformen möglich. Für das Betrachten von PDF-Dokumenten findet sich ebenfalls in jedem System eine passende Anwendung.

Für das Editieren von Word- oder Excel-Dokumenten gibt es allein auf der Windows-Mobile Plattform die Anwendung Word- und Excel Mobile. Damit lassen sich einfache Änderungen an den Dokumenten vornehmen und speichern. Die anderen Plattformen bieten für die Bearbeitung von Word- und Excel-Dokumenten kostenpflichtige Zusatzprogramme an. Durch die zusätzlichen Kosten bleibt diese Option bei der Bewertung der Plattformen außen vor. Die Windows-Mobile Plattform erhält hier ein Alleinstellungsmerkmal und erfüllt das Kriterium „Office-Formate“ am besten. Die anderen Plattformen stehen alle auf Rang zwei.

PlattformGewichtRang
Symbian OS0,1432
Blackberry OS0,1432
iOS0,1432
WinMobile0,2861
Android0,1432
WebOS0,1432
Tabelle 4: AHP: Kriterium Office-Formate

8.5 Kriterium „Hardware“

Als letztes Kriterium wird die Hardware untersucht, dabei geht es einmal um die Abhängigkeit von einem Hersteller und die Vielfalt der Geräte am Markt.

Beim Symbian OS ist man relativ unabhängig vom Hardware-Hersteller. Zum einen wird das Symbian OS von der Symbian Foundation entwickelt, welches eine Zusammenarbeit von Nokia, Samsung, Motorola und anderen Herstellern ist. Zum anderen ist die Smartphone-Plattform mittlerweile als OpenSource veröffentlicht, welches zu einer weiteren Unabhängigkeit beiträgt. Zurzeit werden die verschiedenen Symbian-Geräte in erster Linie von Nokia hergestellt, jedoch befinden sich am Markt Samsung-Geräte mit dem Symbian OS. Dadurch ist eine Unabhängigkeit vom Hardware-Hersteller gegeben. Außerdem sind am Markt mehr als ein oder zwei Geräte erhältlich, so dass eine Hardware-Auswahl besteht. Das Hardware Kirterium wird damit von der Symbian-Plattform voll erfüllt.

Beim Blackberry OS verhält es sich etwas anders. Das Blackberry OS wird allein von der kanadischen Firma Research in Motion entwickelt. Das Blackberry OS ist zusammen mit dem Blackberry Enterprise Server ein geschlossenes proprietäres System und damit wird eine gewissen Abhängigkeit vom Hersteller geschaffen. Des Weiteren ist Research in Motion der einzige Hersteller von Blackberry Geräte am Markt. Das Blackberry OS erfüllt damit das Kriterium Herstellerunabhängigkeit schon einmal nicht. Zur Gerätevielfalt ist zu sagen, dass es meist nur drei bis vier verschiedene aktuelle Geräte von Blackberry auf dem Markt sind. Dadurch ergibt sich eine geringe Gerätevielfalt, so dass das Symbian OS dieses Kriterium besser als das Blackberry OS erfüllt. Das Hardware-Kriterium wird damit von der Blackberry-Plattform nur zum Teil erfüllt.

Die Kombination aus iOS und iPhone von Apple zeigt eine weitere Abhängigkeit von einem Hersteller. Das iOS wird ausschließlich von Apple entwickelt und befindet sich nur auf Apple-Hardware. Dadurch wird ebenfalls eine enorme Abhängigkeit vom Hersteller geschaffen. Die Gerätevielfalt ist genauso begrenzt, das iPhone wird ausschließlich von Apple gebaut und ist immer nur in der aktuellen Version erhältlich. Lediglich vom Vorgängermodell ist eine Version mit geringem Speicher vorhanden. Mit diesen zwei enormen Abhängigkeiten schneidet das iOS beim Kriterium Hardware ab schlechtesten ab.

Das Windows Mobile-System bietet eine enorme Fülle an Geräten auf dem Markt. Die Geräte werden von verschiedenen Herstellern wie HTC, Samsung, Toshiba, Sony Ericsson u.v.m. gebaut. Bei Windows Mobile besteht demnach keine Abhängigkeit von einem Hardware-Hersteller. Durch die verschiedenen Hersteller am Markt besteht auch eine enorme Gerätevielfalt, so dass bei Windows Mobile eine Auswahl an passenden Geräte besteht. Auf der Software-Seite besteht eine gewisse Abhängigkeit vom Hersteller Microsoft. Damit erfüllt Windows Mobile das Hardware-Kriterium ähnlich gut wie das Symbian OS.

Bei Android wurde bewusst auf ein freies System gesetzt, es wird von der Open Handset Alliance weiterentwickelt. Innerhalb der Open Handset Alliance sind u.a. Hardware-Hersteller wie HTC, Samsung oder LG vertreten. Des Weiteren steht das System als OpenSource zur Verfügung. Durch die verschiedenen Hardware-Hersteller ist eine Unabhängigkeit bei den Geräten gegeben und eine entsprechende Hardware-Auswahl steht ebenfalls zur Verfügung. Dadurch erfüllt das Android-System das Kriterium Hardware genauso gut wie Symbian OS oder Windows Mobile.

Das WebOS erfüllt das Kriterium Hardware nicht so gut. Aktuell werden die Geräte mit WebOS nur von Palm hergestellt. Dadurch besteht eine gewisse Abhängigkeit vom Hardware-Hersteller. Weiterhin sind aktuell nur drei Geräte mit WebOS am Markt erhältlich. Das WebOS-System ist ein geschlossenes System und wurde mittlerweile von Hewlett Packard gekauft. WebOS erfüllt das Hardware-Kriterium ähnlich schlecht, wie das iOS.

Bei der Bewertung des Hardware-Kriteriums zeigt sich, dass die Symbian-Plattform, das Windows Mobile-System und die Android-Plattform das Kriterium am besten erfüllen. Die Blackberry-Plattform liegt auf Rang vier durch eine Abhänigkeit von einem Hersteller. Auf dem letzten Platz liegen das iOS von Apple und die WebOS Plattform, bedingt durch die geringe Hardware-Auswahl und die Abhänigkeit vom Hersteller.


PlattformGewichtRang
Symbian OS0,2501
Blackberry OS0,1254
iOS0,06255
WinMobile0,2501
Android0,2501
WebOS0,06255
Tabelle 5: AHP: Kriterium Hardware

8.6 Kosten

Die Kosten spielen bei der Auswahl eine geeigneten Plattform eine wichtige Rolle. In der AHP ist der Kostenfaktor genauso wichtig, wie die übrigen Kriterien. Die verschiedenen Plattformen lassen sich in zwei Gruppen teilen, einmal die Geräte die für unter 500 € und die Geräte die darüber liegen.

Das Symbian OS gehört in die erste Gruppe. Geräte von Nokia mit Symbian OS sind schon ab ca. 300 € erhältlich. Diese Geräte sind eher Einstiegsmodelle, so dass es auch von Nokia Business Smartphones zu einem Preis von ca. 1000 € erhältlich sind. In dieser Preisspanne unterscheiden sich die Geräte in Ihrer Hardware-Ausstattung. Im Vergleich mit den anderen Plattformen liegen die Geräte mit Symbian OS am unteren Ende der Preisskala.

Das Blackberry OS gehört ebenfalls in die erste Gruppe. Die Blackberry-Geräte liegen mit 450 € knapp unter der 500 € Grenze. Die unterschiedlichen Blackberry-Geräte liegen in etwa alle um die 450 € und unterscheiden sich nur in Ihrer Hardware-Ausstattung. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, ob die Geräte mit einer Hardware-Tastatur oder mit einem Touch-Screen ausgestattet sind. Die Blackberry-Geräte liegen damit im preislichen Mittelfeld im Vergleich mit den anderen Plattformen.

Beim iOS verhält es sich preislich etwas anders. Die Geräte von Apple gehören zu der Preisgruppe über 500 €, denn sie kosten in etwa 800 €. Die Geräte von Apple sind nur in zwei Versionen vorhanden, die sich lediglich in der Speicherausstattung unterscheiden. Damit liegen sie am oberen Ende der Preisspanne der verschiedenen Plattformen und sind damit die teuersten.

Die Geräte mit Windows Mobile sind ab etwa 400 € erhältlich. Die Geräte gehören damit ins preisliche Mittelfeld und sind eher Einsteiger-Geräte. Bei Windows Mobile gibt es auch wieder eine Preisspanne nach oben bis zu 700 €. Dabei unterscheiden sich die Geräte durch Hersteller und Hardware-Ausstattung.

Die Android-Plattform gehört ebenso zur Preisgruppe unter 500 €. Mit einem Einstiegspreis von ca. 300 € sind die Android Geräte vergleichsweise günstig. Die Preisspanne hat bei ca. 550 € seine obere Grenze. Die Geräte unterscheiden sich dabei in Hersteller und Hardware-Ausstattung. Im Vergleich zu den anderen Plattformen ist die Android-Plattform günstig, sowohl die Einsteiger-Geräte als auch die Highend-Geräte sind für fast 500 € erhältlich.

Die Geräte mit WebOS gehören zur Gruppe der Geräte die für unter 500 € erhältlich sind. Die Geräte von Palm sind mit 480 € im preislichen Mittelfeld. Die Geräte von Palm unterscheiden sich durch das Vorhandensein einer Hardware-Tastatur oder einer Tastatur auf dem Touch-Screen.

PlattformGewichtRang
Symbian OS0,1091
Blackberry OS0,1644
iOS0,2916
WinMobile0,1453
Android0,1091
WebOS0,1825
Tabelle 6: AHP: Kosten

8.7 AHP Fazit

Nach dem alle Kriterien bewertet wurden und für jedes Kriterium sich eine Rangfolge ergeben hat, werden die Ergebnisse zusammengeführt. Dabei stellt sich heraus, das Windows Mobile mit Abstand die Kriterien am besten erfüllt. Blackbeerry und Symbian sind fast gleich auf Platz zwei und drei. Auf den Plätzen vier und fünf befinden sich die Android-Plattform und iOS von Apple. Abgeschlagen auf Platz 6 befindet sich WebOS und erfüllt damit die Kriterien am schlechtesten. Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse der Kriterienbewertung der einzelnen Plattformen.

PlattformGewichtRang
Symbian OS0,1703
Blackberry OS0,1742
iOS0,1565
WinMobile0,2261
Android0,1584
WebOS0,1176
Tabelle 7: AHP: Gesamtbewertung der Kriterien (Nutzen)


Da die Kosten einen entscheidenen Faktor bei einer Investition ausmachen, müssen diese natürlich mit in die Bewertung mit eingehen. Dabei werden die Kosten und der Nutzen der entsprechenden Plattform gegenübergestellt. Daraus ergibt sich eine neue Bewertung der Plattformen.

Nach Einbeziehung der Kosten ist die Symbian-Plattform die beste Wahl, durch die relativ geringen Kosten und die gute Erfüllung der Kriterien hat die Plattform die Nase vor. Der Abstand zwischen Windows Mobile und Symbian ist so gering, dass beide Plattformen quasi gleichauf sind. Mit etwas Abstand ist die Android-Plattform hinter den beiden führenden Plattformen. Durch geringe Kosten und relative gute Erfüllung der Kriterien erreicht Android diesen Platz. Mit weiterem Abstand ist die Blackberry-Plattform nach Betrachtung der Kosten auf Platz vier. Auf den Plätzen fünf und sechs sind die WebOS-Plattform und iOS von Apple. Das WebOS erreicht diese Platzierung durch seine schlechte Kriterien-Erfüllung und iOS durch seine hohen Kosten. Die Rangfolge der Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle zu finden.

PlattformNutzenKostenNutzen/KostenRang
Symbian OS0,1700,1091,5541
Blackberry OS0,1740,1641,0634
iOS0,1560,2910,5366
WinMobile0,2260,1451,5532
Android0,1580,1091,4483
WebOS0,1170,1820,6425
Tabelle 8: AHP: Gesamtbewertung der Kriterien (Kosten/Nutzen)

9 Integration in vorhandene Infrastruktur

Um Smartphones sinnvoll im Business-Alltag verwenden zu können, müssen diese in die vorhandene Infrastruktur integriert werden.

In vielen Firmen werden z.B. Emails, Kontakte und Termine mit Hilfe eines Microsoft Exchange Servers verwaltet. Dabei wird häufig mit Microsoft Outlook auf das entsprechende Konto zugegriffen. Um Mitarbeitern den Zugriff auf ihre Unternehmensmails von außerhalb des Büros zu ermöglichen, wird zudem häufig Outlook Web Access (OWA) genutzt.

Outlook Web Access [...] ist eine von Microsoft verwendete Technik zum Zugriff auf ein E-Mail-Postfach über das Internet[17].

In der Funktion ähnelt OWA dem weiter verbreiteten Webmail[17]. Über ein Webmail-Portal greift man in der Regel jedoch auf private Mails zu, wie auf ein Mailpostfach seines Providers oder das eines Freemail-Anbieters, also auf solche Postfächer, die sich durch die Einrichtung eines Mailclients auch abfragen ließen ([z.B. per] POP3)[17]. Bei OWA hingegen baut man unter Verwendung des HTTP-Protokolls eine Verbindung zu einem Microsoft Exchange Server auf[17]. Im Laufe der Jahre wurde der Zugriff über Outlook Web Access soweit weiterentwickelt, dass es dem Zugriff mit der Anwendung Outlook ähnelt.

Ab der Version Exchange 2003 ist Outlook Web Access deutlich weiter zu fassen als ein reiner browserbasierter Zugriff auf das Exchange-Postfach[17]. Via HTTP und HTTPS ist der Zugriff auf weitere Dienste möglich. Die Dienste werden über HTTP(S) getunnelt, um beispielsweise mobile Geräte, wie Handys und PDAs mit ActiveSync anzubinden[17]. Dies ermöglicht diesen Geräten einen Zugang über Funknetze, wie GPRS, UMTS oder HSDPA[17].

ActiveSync beschreibt sowohl eine von Microsoft entwickelte Technologie zur mobilen Datensynchronisation als auch ein Protokoll[18]. Es gibt zwei Implementierungen dieser Technologie: Eine, die Daten und Informationen zwischen Handheld-Geräten und PCs synchronisiert (Handheld PC Explorer) und eine andere, die Push-Synchronisation von Emails, Kontakten und Terminen zwischen ActiveSync fähigen Servern und Geräten bietet[18]. Die zweite Implementierung ist unter dem namen Exchange ActiveSync (EAS) bekannt[18].

EAS ist ein proprietäres Protokoll, das für eine Reihe von Geräteherstellern lizenziert ist. So z.B. hat Apple für das iPhone, Palm für seine WebOS-Geräte und Google für verschiedene Android-Smartphones die ActiveSync-Technologie lizenziert[18].

Unter dem Aspekt der Integration in eine bestehende Exchange-Struktur und im Hinblick auf die oben genannte AHP bieten Smartphones mit den Betriebssystemen Windows Mobile (Microsoft) und Blackberry OS (Research in Motion) die meisten Vorteile, da sie die Exchange-Unterstützung am besten umsetzen.

Allerdings ist bei Blackberry-Geräten zu beachten, das sich diese Dienste nur unter Verwendung eines speziellen Servers, dem Blackberry Enterprise Server (BES), verwenden lassen. Zwar bietet ein solcher BES den Vorteil einer speziellen Datenaufbereitung, sodass immer nur kleine Datenmengen an das Gerät gesendet werden, allerdings ist er auch ein zusätzlicher Kostenfaktor.

Zur Integration von Smartphones in eine vorhandene Infrastruktur gehören häufig auch verschiedene nicht standardisierte Services und Anwendungen. Solange diese direkt per HTTP oder über einen VPN-Tunnel erreichbar sind, stellt dies für keines der untersuchten Plattformen ein Problem dar. Alle sechs Plattformen sind internetfähig und beinhalten entweder direkt einen VPN-Client oder es lässt sich eine entsprechende Anwendung nachinstallieren.

10 Unterstützung von Business-Applikationen

Im Rahmen dieser Fallstudie soll auch die Thematik der Unterstützung von komplexen Business-Applikationen wie z.B. ERP- oder CRM-System kurz angeschnitten werden. Eine tiefgründige Analyse gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nicht, da dies nicht der Schwerpunkt der Fallstudie ist und momentan auch nicht von der datango AG gewünscht wird.

Der rasante Anstieg der Nutzung von Smartphones für den Geschäftsbereich ist auch den Anbietern von ERP- oder CRM-Software nicht entgangen. Gleichzeitig wurden sie von ihren Kunden, den Nutzern der zuvor genannten Anwendungen, darüber informiert, dass diese die Software ihren Außendienstmitarbeitern auch über die Smartphones zur Verfügung stellen wollen. Bedingt dadurch hat sich in den letzten Jahren bei einigen großen Softwareherstellern (wie z.B. SAP) der strategische Fokus auch auf dieses Thema ausgerichtet. Dieser Schritt ist allerdings auch nötig, da sich das Angebot an ERP/CRM-Applikationen für Handys bisher in Grenzen hält. Dies hat verschiedene Gründe. Einerseits wurde die Bedeutung bisher falsch eingeschätzt, andererseits gibt es aber große technische Hürden, welche die Softwareanbieter überwinden müssen. Eines dieser technischen Probleme ist die hohe Anzahl verschiedener Plattformen, die es auf dem Markt gibt. Jede Plattform basiert auf einer anderen Technologie, für die die entsprechende Anwendung (z.B. SAP CRM) angepasst werden müsste. Es müssen also Schnittstellen geschaffen werden. Ein weiteres massives Problem sind die unterschiedlichen Hardware-Voraussetzungen. Die Software, die für den Einsatz auf einem Desktop-Rechner konzipiert wurde, muss nun unter komplett anderen Bedingungen laufen. Das Display ist kleiner, die Eingabemöglichkeiten anders, die Speicherkapazität geringer und die Rechenleistung geringer. Meist existieren daher bisher nur eingeschränkte Versionen, die zwar einen Zugriff auf relevante Daten, z.B. aus einem CRM, bieten, aber nicht die volle Funktionalität offerieren.

Bisher haben u.a. Anbieter wie Sage, SAP und Microsoft teilweise mobile Varianten ihrer Applikationen veröffentlicht.

Microsoft hat mit „Dynamics Mobile“ eine mobile Umgebung für die ERP-Lösungen der Dynamics-Produkte („NAV“ und „AX“) geschaffen. Diese laufen jedoch nur unter dem Betriebssystem Windows Mobile. Mit dieser Lösung können z.B. Lagerdaten auf den mobilen Geräten erfasst und an die Warenwirtschaft übermittelt werden. Weiterhin können auch Serviceaufträge erfasst, Kunden- und Materialstammdaten abgerufen und Service-Termine angelegt werden. Die Daten werden in diesem Beispiel per Mobilfunk an die eigentliche ERP-Software übermittelt.

Der größte deutsche Software-Hersteller, SAP, arbeitet derzeit ebenfalls intensiv an mehreren Varianten von mobilen Versionen der vorhandenen Software. So existieren schon fertige Versionen der häufig eingesetzten Netweaver Plattform. Auch das SAP CRM wird bereits durch eine mobile Applikation unterstützt.

Laut dem Marktforschungsunternehmen Gartner werden im Jahr 2010 6,2 Milliarden Dollar für Handy-Anwendungen ausgegeben, was einem Wachstum von 60% entsprechen würde. Für das Jahr 2013 werden sogar 29,5 Milliarden Dollar prognostiziert.

Auch die datango AG plant zumindest mittel- bis langfristig eine mobile Version des Microsoft CRM Systems, welches zurzeit intern eingeführt wird. [19] [20] [21] [22] [23] [24]

11 Zukunftsbeständigkeit der Plattformen

Für die Wahl eines bestimmten Betriebssystems ist es auch wichtig, dass dieses auch zukünftigen Anforderungen gerecht wird. Natürlich kann man nicht vorhersagen, ob ein Smartphone-Betriebssystem von heute auch noch die Anforderungen von morgen erfüllen kann. Dennoch sollte man versuchen, bestimmte Kriterien vorab zu prüfen:

  • Es sollte möglich sein, selbst Software für dieses System zu entwickeln, um auch stark individuelle Anforderungen erfüllen zu können. Dazu muss das System offene Schnittstellen anbieten.
  • Das System sollte auf Geräten verschiedener Hersteller lauffähig sein, um entsprechende Abhängigkeiten zu verhindern.
  • Es sollte regelmäßige Systemupdates vom Hersteller geben, um es auf einem technisch aktuellen Stand zu halten.
  • Absehbare technische Neuerungen sollten bereits in Ansätzen vom System unterstützt werden, da dies ein Indiz für eine spätere Vollunterstützung nach einem Update sein kann.

Sind diese Kriterien erfüllt, kann man zumindest von einer relativ langen Halbwertzeit ausgehen. Gerade bei langwierigen Prozessen zur Integration von Smartphones in die vorhandene Infrastruktur, sollte ein häufiges Wechseln der Plattformen vermieden werden.

Am Beispiel von Googles Android-Betriebssystem lassen sich Tendenzen zur Zukunftsbeständigkeit gut erläutern.

In der von uns untersuchten Version 2.1 gibt es beispielsweise nur eine sehr eingeschränkte Exchange-Unterstützung und Funktionen wie Internet-Tethering gibt es gar nicht. Mit der gerade aktuellen Version 2.2 gab es ein sehr umfangreiches Update des Betriebssystems. Exchange wird nun in vollem Umfang unterstützt und Internet-Tethering ist jetzt ebenfalls möglich. Neben zahlreichen anderen Neuerungen gibt es nun auch Unterstützung für Flash 10.1 und der Browser hat eine nochmal schnellere JavaScript-Engine bekommen.

Letzteres ist gerade in Zeiten zunehmender Verbreitung von JavaScript-Anwendungen im Internet eine der wichtigsten Änderungen. Alle diese Änderungen bringen das Android-System wieder auf den technisch neuesten Stand.

Google bietet für Android Software Development Kits (SDK) sowohl für Java als auch für C/C++ an. Damit kann man sich als Programmierer zwischen zwei der gängigsten Programmiersprachen entscheiden. Das vereinfacht die Programmierung individueller Unternehmenslösungen für Smartphones immens.

Allerdings muss man nicht unbedingt ein Programmierer sein, um für das Android-Betriebssystem eigene Anwendungen zu entwerfen. Mit dem App Inventor for Android bietet Google einen Baukasten an, mit dem visuell festgelegt werden kann, wie ein Programm aussieht und wie es sich verhält[25].

Zu Windows Mobile ist zu sagen, dass Microsoft für Ende 2010 eine neue Version des Betriebssystems plant. Das neue Windows Phone 7 ist ein von Grund auf neues System und muss sicherlich nach seinem Erscheinen neu bewertet werden.

Die WebOS-Plattform wurde von Hewlett Packard gekauft. Es bleibt offen inwieweit HP dieses System weiterentwickelt und neue Geräte auf den Markt bringt.

12 Fazit

Generell ist nach der Durchführung der AHP zunächst ersichtlich, dass Windows Mobile mit deutlichem Abstand zu Blackberry OS auf Platz 1 liegt.

Dieses Ergebnis kommt vor allem dadurch zustande, dass Windows Mobile die beste Exchange-Unterstützung bietet und dieses Kriterium am stärksten bewertet wird. Weiterhin bietet es auch im Bereich der Office-Anwendungen die beste Unterstützung. Betrachtet man jedoch zu den einzelnen Kriterien auch die Kosten, ergibt sich ein etwas differenziertes Bild. Demnach liegt Symbian OS nahezu gleichauf mit Windows Mobile. Hierbei kommen vor allem die deutlich günstigeren Preise für Symbian-Geräte im Vergleich zu Geräten mit Windows Mobile zum Tragen.

Insgesamt liegen nach der Durchführung der AHP mit Kosten-Nutzen-Betrachtung 3 der 6 untersuchten Betriebssysteme dicht beieinander: Symbian OS, Windows Mobile und Android. Bei der Entscheidung für eine bestimmte Plattform gilt es abzuwägen, welche Kriterien wie stark dominieren und wie wichtig die Kosten für die Entscheidung sind.

Überwiegt der Bedarf für die Exchange-Unterstützung und die Unterstützung für Office-Anwendungen, so ist Windows Mobile klar zu bevorzugen. Allerdings erfordert diese Entscheidung das höchste Budget. Soll jedoch eine sehr kostengünstige Entscheidung getroffen werden, bietet sich Symbian OS an. Eine Entscheidung pro Android kann erfolgen, wenn ein mittleres Budget zur Verfügung steht und nicht alle Kriterien in vollem Umfang erfüllt sein müssen.

Die zuvor durchgeführten Analysen dieser Fallstudie und die daraus resultierenden Ergebnisse liefern der datango AG wertvolle Informationen für den Evaluationsprozess der Smartphones. So geht aus den Resultaten hervor, welche grundlegenden Kriterien ein Business-Handy erfüllen muss, um speziell für Außendienstmitarbeiter den gewünschten Nutzen zu bieten. Vor allem ist aber auch ersichtlich, dass die datango AG das geplante Budget definieren und entsprechend berücksichtigen muss, da dieses die Wahl der Plattform und somit der entsprechenden Handys beeinflusst.

Diese Fallstudie bietet also eine Entscheidungsgrundlage für datango, welches auch das ursprüngliche Ziel dieser Studie darstellte.

Trotz der vorliegenden Resultate, welche eine grobe Richtung vorgeben, muss die datango AG nachwievor die speziellen unternehmenseigenen Interessen analysieren und bei der Entscheidungsfindung berücksichtigen, was zu Abweichungen gegenüber den ermittelten Ergebnissen führen kann.

13 Fußnoten

  1. 1,0 1,1 http://www.handy-mc.de/handy-lexikon/smartphone.html, Abruf am 19.08.2010
  2. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Smartphone-Markt-waechst-um-50-Prozent-1057411.html, Abruf am 19.08.2010
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 http://de.wikipedia.org/wiki/Nokia_Communicator, Abruf am 19.08.2010
  4. http://www.pressemeldungen.at/111946/mobile-e-business-anwendungen-bringt-ausendienst-wettbewerbsvorteile-in-zeiten-hart-umkampfter-markte/, Abruf am 19.08.2010
  5. http://www.computerwelt.at/detailArticle.asp?a=128841&n=4, Abruf am 19.08.2010
  6. http://www.business-wissen.de/organisation/mobile-loesungen-so-laufen-ihre-prozesse-wie-geschmiert/, Abruf am 19.08.2010
  7. http://www.sybase.de/manage/mobile-data-management, Abruf am 19.08.2010
  8. Vgl. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Handy-Verkaufszahlen-ruecklaeufig-Smartphones-im-Aufwind-750965.html, Abruf am 28.06.2010
  9. 9,0 9,1 http://pub.crowdscience.com/Crowd-Science-Smartphone-Results.pdf, Abruf am 28.06.2010
  10. 10,0 10,1 10,2 10,3 10,4 http://www.golem.de/1002/73371.html, Abruf am 09.05.2010
  11. 11,0 11,1 http://www.gartner.com/it/page.jsp?id=1306513, Abruf am 09.05.2010
  12. http://www.computerwoche.de/netzwerke/mobile-wireless/1896897/, Abruf am 17.06.2010
  13. http://www.engadget.com/2009/07/08/blackberry-app-world-now-home-to-2-000-applications/, Abruf am 17.06.2010
  14. http://www.chip.de/news/Krass-reduziert-Pay-Apps-fuers-iPhone-jetzt-gratis_41609391.html, Abruf am 17.06.2010
  15. http://www.chip.de/news/Android-Market-ueber-50.000-Apps-fuer-Google-Handys_42336486.html, Abruf am 17.06.2010
  16. http://www.areamobile.de/news/13941-palm-app-catalog-von-webos-waechst-weiter, Abruf am 17.06.2010
  17. 17,0 17,1 17,2 17,3 17,4 17,5 17,6 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Outlook_Web_Access, Abruf am 21.08.2010
  18. 18,0 18,1 18,2 18,3 Vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/ActiveSync, Abruf am 21.08.2010
  19. http://www.computerwoche.de/heftarchiv/2009/25/1227245/, Abruf am 19.08.2010
  20. http://www.computerwoche.de/software/erp/1907174/, Abruf am 19.08.2010
  21. http://www.handelsblatt.com/newsticker/technologie/telekommunikation-markt-fuer-handy-applikationen-waechst-rasant;2514550, Abruf am 19.08.2010
  22. http://www.computerwoche.de/software/crm/1935032/, Abruf am 19.08.2010
  23. http://www.tecchannel.de/pc_mobile/news/2023338/sap_bring_erp_netweaver_mobile_auf_blackberry_iphone_windows_mobile/, Abruf am 19.08.2010
  24. http://www.wirtschaftsblatt.at/home/schwerpunkt/itnews/TechNews/sap-im-iphone-sog-421459/index.do, Abruf am 19.08.2010
  25. Vgl. http://appinventor.googlelabs.com/about/, Abruf am 21.08.2010

14 Anhänge

14.1 Literatur- und Quellenverzeichnis

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