Verwendung von Web-Frontends als Benutzerschnittstelle von Applikationen
Aus Winfwiki
|
Fallstudienarbeit | |
| Hochschule: | Hochschule für Oekonomie & Management |
| Standort: | Düsseldorf |
| Studiengang: | Bachelor Wirtschaftsinformatik |
| Veranstaltung: | Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten |
| Betreuer: | Prof._Dr._Uwe_Kern |
| Typ: | Fallstudienarbeit |
| Themengebiet: | GUI Design |
| Autor(en): | Tatjana Huber, Sanja Preis |
| Studienzeitmodell: | Abendstudium |
| Semesterbezeichnung: | WS10 |
| Studiensemester: | 2 |
| Bearbeitungsstatus: | begutachtet |
| Prüfungstermin: | |
| Abgabetermin: | |
| Name des Autors / der Autoren: | Tatjana Huber, Sanja Preis |
| Titel der Arbeit: | "Verwendung von Web-Frontends als Benutzerschnittstelle von Applikationen" |
| Hochschule und Studienort: | FOM Düsseldorf |
1 Einleitung
In den vergangenen Jahren gab es kein Medium was schneller wuchs als das Internet - und kein wichtigeres Softwareprodukt als den Internet-Browser. Durch die schnelle Weiterentwicklung informationstechnologischer Systeme gibt es immer leistungsfähigere Rechner. Jede Unternehmung und nahezu jeder private Haushalt verfügt heutzutage über eine schnelle Breitband Internetverbindung. Webanwendungen gehören zum festen Bestandteil des "Internetallltags". Es ist deshalb nahezu erforderlich für ein modernes GUI-Design, sich Gedanken über die Gestaltung web-basierter Frontends zu machen, insbesondere auch, weil web-basierte Anwendungen immer mehr an Bedeutung gewinnnen. Die Erwartungen der User werden immer anspruchvoller und wollen, dass webbrowser basierte Anwendung genauso Umfangreich hinsichtlich ihrer Funktionalität sind, wie gewöhnliche Client-Anwendungen. Solche Anwendungen werden auch als RIA (Rich Internet Application, übersetzt: reichhaltige Internetverbindungen) bezeichnet. Die Ausprägung von Software nimmt von daher einen neuen Trend an. Software wird immer mehr als ein Service verstanden, was in der IT als SaaS (Software as a Service) bezeichnet wird. Bei einem solchen Aufbau eines Systems läuft, wie der Name bereits erahnen lässt, die Software als Service auf dem Server und die Ergebnisse der verarbeiteten Informationen werden über ein Web-Frontend über den Browser für den User dargestellt. Webbasierte Anwendungen werden über sogenannte Web-Frontends gesteuert (Erläuterung in Kapitel 2, Abschnitt Web-Frontends). Thema der Arbeit ist es die Analyse des GUI-Design von Web-Frontends als Benutzerchnittstelle von Applikationen. Hierzu werden in der Arbeit zunächst die Grundlagen für das Verständnis erläutert. Anschließend werden die Richtlinien, Normen und Ergonomiestandards für generelle GUI-Design erläutert, da diese auch gleichzeitig Standarf für webbasierte Anwendungen sind. Anschließend wird auf die speziellen Anforderungen eingegangen die durch die Verwendung von Web-frontends entstehen. Die Trends durch Web 2.0 werden hier aufgegriffen. Abschließend werden die Vor- und Nachteile webbasierter Anwendungen erläutert und in einem Fazit zusammengefasst.
2 Grundlagen
2.1 Begriffserläuterung
2.1.1 Benutzerschnittstelle
Lackes definiert eine Benutzerschnittstelle als die Schnittstelle zwischen der Softwareanwendung und dem User. Als Schnittstelle ist hier die vorgegebene Art und Weise der Interaktion (z.B. Menütechnik, Eingabemasken, usw.) mit dem User gemeint[1].
2.1.2 Frontends und Backends
Bei Schnittstellen wird im Allgemeinen zwischen Frontends und Backends unterschieden. Frontend ist die allgemeine Bezeichnung der Schnittstelle zwischen User und System. Das Frontend stellt für den Benutzer die Benutzeroberfläche mit den verschiedenen Diensten und andere Programme dar, die z.B. in Form von einer graphischen Benutzeroberfläche GUI (engl. graphical user interface) implementiert sein kann. Es können hierbei viele Interaktionen durch den User entstehen, wie beispielsweise die Eingabe von persönlichen Daten oder das Versenden einer E-Mail. Im Gegenteil zum Frontend steht das Backend, welches das am Server laufende Programm ist (z.B. eine Datenbank).
2.1.3 Web-Frontends
Mit Web-Frontend wird der Teil einer Internet-Anwendung bezeichnet, der für den Benutzer über den Internet-Browser sichtbar ist. Eine Installation besonderer Software ist im Gegensatz zu klassischen Client-Programmen nicht nötig. Die Kommunikation mit dem Server erfolgt über das Protokoll http (hypertext transfer protocol) bzw. https (hyptertext transfer protocol secure). Die Kommunikation erfolgt entweder synchron oder asynchron.
2.1.3.1 Synchrone Kommunikation
Nach einer Interaktion eines Benutzers wird die entsprechne Informtion als Anfrage über HTTP an den Server gesendet. Nachdem dieser die Information verarbeitet hat, öffnet sich auf dem Bildschirm des Users eine neue Internetseite mit der Anzeige entsprechend angeforferten Information. Der Nachteil hierbei ist, dass hierbei längere Ladezeiten entstehen können.
Abbildung 2 - Synchrone Kommunikation einer web-basierten Anwendung
2.1.3.2 Asynchrone Kommunikation
Auch die asynchrone Kommunikation findet über HTTP statt. Der Unterschied ist jedoch, das hier nicht mehr in "Webseiten" gedacht wird und ein Anwendungsverhalten ohne Warte- und Leerzeiten ermöglicht wird. Es wird nicht bei jeder Interaktion eine neue Seite angefordert, sondern nur die Informationen angezeigt, die sich durch die letzte Interaktion geändert haben. Die Anwendung bleibt also die ganze Zeit über aktiv.
Abbildung 3 - Asynchrone Kommunikation einer web-basierten Anwendungam Beispiel AJAX
2.1.3.3 Realisierung von Web-Frontends
Die Realisierung von Web-Frontends kann in HTML/CSS, JavaScript, Ajax, Silverlight, Flash Flex oder PHP oder einer Mischung aus all diesen Programmiertechnologien stattfinden. Im folgenden werden die oben aufgeführten Programmiersprachen kurz erläutert.
| "Werkzeuge" für die Umsetzung | Beschreibung |
|---|---|
| HTML/CSS | CSS (Cascading Stylesheets) bieten HTML-ergänzende Eigenschaften für die visuelle Darstellung von Webseiten.[2] |
| JavaScript | Ist eine Programmiersprache und das Besondere an dieser ist, dass es bereits Klartextsprachenelemente mit festgelegter Bedeutung beinhaltet. |
| AJAX | Durch AJAX (Asynchronous Javascript And eXtensible Markup Language)ist es möglich eine Verbindung zum Webserver aufzubauen, nur den Text der Unterseite zu laden und ihn in die bereits bestehende Seite an einer klar definierten Stelle im Browser einzufügen. Der Hauptbestandteil von AJAX macht es möglich, dass ein Neuladen der kompletten Seite nicht mehr nötig ist und es ist keine Programmiersprache. |
| Silverlight | Mit Silverlight lassen sich alle möglichen grafischen Oberflächen für Anwendungen erstellen. |
| Flash Flex | Flash ist ein Programm, womit man Trickfilme, Intros und entsprechende Effekte zügig visuell umsetzen kann. Mit Flex werden Anwendungen entwickelt, bei denen Komponenten zum Layouten eingesetzt werden.[3] |
| PHP | Eine Programmiersprache, die auf einem (Web)server ausgeführt wird. Dort wird der Code in einem HTML-Code umgewandelt ("geparsed") für den User. |
Tabelle 2 - Die wichtigsten Programmiersprachen für Web-Frontends im Überblick
2.1.4 Applikationen
Eine Applikation ist in der Wirtschaftsinformatik ein weit gefasster Oberbegriff für die Lösung einer Problematik / Problemlösungen mithilfe von Software/Computerprogrammen.
3 Allgemeine Anforderungen an Benutzerschnittstellen von Applikationen
In dieser Arbeit steht die GUI als Benutzerschnittstelle im Vordergrund. Im folgenden werden die Anforderungen an eine GUI durch Normen und Richtlinien erläutert.
3.1 Allgemeine Anforderungen an eine GUI
3.1.1 Softwareergonomie
Die Softwareergonomie hat im Laufe der Jahre einen schnellen Wandel durchlaufen. Im Jahre 1988 gab es nur fünf Normen zum Thema Dialoggestaltung, welche im DIN 66 234, Teil 8 verankert sind. "Diese fünf Grundsätze der Dialoggestaltung sind Standards nach der Klassifikation von Smith (1988)."[4] Im Vergleich zum Jahre 1995 da gab es bereits 7 Grundsätze der Dialoggestaltung und auch die Bezeichnung der Normen veränderte sich und heißt DIN EN ISO 9241-10.
3.1.1.1 Benutzerfreundlichkeit
Genauso wie mit fast jedem anderem Produkt verhält sich die Benutzerfreundlichkeit eines Web-Frontends, wie der Autor M. Göbel dies definiert. „Die Gebrauchstauglichkeit eines Produktes bemisst sich aus der Differenz zwischen potentieller Nützlichkeit und realer Nutzbarkeit. Sie ist somit defizitorientiert. Ein Produkt mit optimaler Gebrauchstauglichkeit ist eines, das keine ergonomischen Defizite aufweist und folglich eine effektive, effiziente und zufrieden stellende Nutzung all seiner Leistungsmerkmale erlaubt.“[5]
3.1.2 ISO Norm 9241
Die DIN EN ISO 9241 beschreibt Qualitätsrichtlinien zur Sicherstellung der Ergonomie interaktiver Systeme. Interaktive Systeme sind "Die Kombination von Hardware- und Softwarekomponenten, die Eingaben von einem (einer) Benutzer(in) empfangen und Ausgaben zu einem (einer) Benutzer(in) übermitteln, um ihn (sie) bei der Ausführung einer Aufgabe zu unterstützen."[6]
Die ISO-Norm 9241 wurde von der ISO (International Standards Organisation) zunächst mit dem Namen „Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten“ betitelt. Dieser Titel wurde im Jahr 2006 in „Ergonomie der Mensch-System-Interaktion“ geändert, um die Einschränkung auf Büroarbeiten aufzuheben.
Die ISO Norm 9241 gliedert sich in 17 Abschnitte:
1. Allgemeine Einführung
2. Anforderungen an die Arbeitsaufgaben – Leitsätze
3. Anforderungen an visuelle Anzeigen
4. Anforderungen an Tastaturen
5. Anforderungen an die Arbeitsplatzgestaltung und Körperhaltung
6. Anforderungen an die Arbeitsplatzumgebung
7. Anforderungen an visuelle Anzeigen bezüglich Reflexionen
8. Anforderungen an Farbdarstellungen
9. Anforderungen an Eingabegeräte außer Tastaturen
10. Grundsätze der Dialoggestaltung
11. Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit – Leitsätze
12. Informationsdarstellung
13. Benutzerführung
14. Dialogführung mittels Menüs
15. Dialogführung mittels Kommandosprachen
16. Dialogführung mittels direkter Manipulation
17. Dialogführung mittels Bildschirmformularen
3.1.2.1 Aufgabenangemessenheit
1988 "Ein Dialog ist aufgabenangemessen, wenn er den Benutzer unterstützt, seine Arbeitsaufgabe effektiv und effizient zu erledigen."[7]
1995 "Ein Dialog ist aufgabenangemessen, wenn er die Erledigung der Arbeitsaufgabe des Benutzers unterstützt, ohne ihn durch die Eigenschaften des Dialogsystems unnötig zu belasten. Tätigkeiten, die sich aus der technischen Eigenart des Dialogsystems ergeben, sollen im allgemeinen durch das System selbst ausgeführt werden."[8]
3.1.2.2 Selbstbeschreibungsfähigkeit
1988 "Ein Dialog ist selbstbeschreibungsfähig, wenn dem Benutzer auf Verlangen Einsatzzweck sowie Leistungsumfang des Dialogsystems erläutert werden können, und wenn jeder einzelne Dialogschritt unmittelbar verständlich ist, oder der Benutzer auf Verlangen über den jeweiligen Dialogschritt Erläuterungen erhalten kann. In Ergänzung zur Benutzerschulung sollen diese Erläuterungen dazu beitragen, daß sich der Benutzer für das Verständnis und für die Erledigung der Arbeitsaufgabe zweckmäßige Vorstellungen von den Systemzusammenhängen machen kann; z.B. über Umfang, Aufgaben, Aufbau und Steuerbarkeit des Dialogsystems, … . Erläuterungen sollen an die allgemein üblichen Kenntnisse der zu erwartenden Benutzer angepaßt sein […]."[9]
1995 "Ein Dialog ist selbstbeschreibungsfähig, wenn jeder einzelne Dialogschritt durch Rückmeldung des Dialogsystems unmittelbar verständlich ist oder dem Benutzer auf Anfrage erklärt wird."[10]
3.1.2.3 Erwartungskonformität
1988 "Ein Dialog ist erwartungskonform, wenn er den Erwartungen der Benutzer entspricht, die sie aus Erfahrungen mit bisherigen Arbeitsabläufen oder aus der Benutzerschulung mitbringen, sowie den Erfahrungen, die sie sich während der Benutzung des Dialogsystems bilden und im Umgang mit dem Benutzerhandbuch bilden. Das Dialogverhalten innerhalb eines Dialogsystems soll einheitlich sein. Uneinheitliches Dialogverhalten würde den Benutzer zu starker Anpassung an wechselhafte Durchführungsbedingungen seiner Arbeit zwingen, das Lernen erschweren und unnötige Belastungen mit sich bringen."[11]
1995 "Ein Dialog ist erwartungskonform, wenn er konsistent ist und den Merkmalen des Benutzers entspricht, z.B. den Kenntnissen aus dem Arbeitsgebiet, der Ausbildung und der Erfahrung des Benutzers sowie den allgemein anerkannten Konventionen."[12]
3.1.2.4 Fehlertoleranz
1988 In dieser Zeit sprach man in den fünf Grundsätzen der Dialoggestaltung von "Fehlerrobustheit" anstatt von "Fehlertoleranz".
1995 "Ein Dialog ist fehlertolerant, wenn das beabsichtigte Arbeitsergebnis trotz erkennbar fehlerhafter Eingaben entweder mit keinem oder mit minimalem Korrekturaufwand durch den Benutzer erreicht werden kann."[13]
3.1.2.5 Steuerbarkeit
1995 "Ein Dialog ist steuerbar, wenn der Benutzer in der Lage ist, den Dialogablauf zu starten sowie seine Richtung und Geschwindigkeit zu beeinflussen, bis das Ziel erreicht ist."[14]
1988 "Ein Dialog ist steuerbar, wenn der Benutzer die Geschwindigkeit des Ablaufs sowie die Auswahl und Reihenfolge von Arbeitsmitteln oder Art und Umfang von Ein- und Ausgaben beeinflussen kann. Der Benutzer soll die Geschwindigkeit des Dialogs an seine individuelle Arbeitsgeschwindigkeit anpassen können; z.B. keinen Arbeitstakt, kein Antreiben des Benutzers durch Erlöschen von Bildanzeigen. Die Eingabetätigkeit des Benutzers soll nicht durch unnötiges Warten auf die Ausgabe von Daten vorangegangener Dialogschritte aufgehalten werden."[15]
3.1.2.6 Individualisierbarkeit
1995 "Ein Dialog ist individualisierbar, wenn das Dialogsystem Anpassungen an die Erfordernisse der Arbeitsaufgabe, individuelle Vorlieben des Benutzers und Benutzerfähigkeiten zulässt."[16]
3.1.2.7 Lernförderlichkeit
1995 "Ein Dialog ist lernförderlich, wenn er dem Benutzer beim Erlernen des Dialogsystems unterstützt und anleitet."[17]
3.1.3 ISO Norm 14915
Die ISO Norm 14915 beschreibt die "Software-Ergonomie für Multimedia-Benutzungsschnittstellen" und stellt eine Ergänzung zur ISO Norm 9241 dar. Sie beschreibt in den drei Teilen
- Gestaltungsgrundsätze und Rahmenbedingungen
- Multimedia-Navigation und Steuerung
- Auswahl und Kombination relevanter Medien
Die folgenden 4 Grundsätze bezügl. der Gestaltung von multimedialen Anwendungen:
- Eignung für das Kommunikationsziel
- Eignung für Wahrnehmung und Verständnis
- Eignung für die Exploration
- Eignung für die Benutzungsmotivation
Die eine multimediale Benutzeroberfläche muss laut DIN EN ISO 14915 also so gestaltet sein, dass die Informationsdarstellung für die Ziele der Benutzer geeignet sowie leicht verständlich und wahrnehmbar ist. Die multimediale Anwendung sollte so konzipiert und auf die Bedürfnisse des Users ausgerichtet sein, dass sich der User ohne Vorkenntnisse in der Anwendung zurecht findet und so interagieren kann, dass dieser motiviert ist und sein Vorhaben entsprechend erfolgreich erfüllen kann[18].
4 Erweiterte Anforderungen durch die Verwendung von Web-Frontends
4.1 Ergonomische Gestaltung vom webbasierter Software und WWW-Seiten
Die softwareergonimischen Gestaltungsgrundsätze der bereits oben erwähnten und beschriebenen Norm DIN EN ISO 9241 Teil 10 spielen auch für das Design von browserbasierten Anwendungen und WWW-Seiten eine große Rolle und die Kriterien können auf diese übertragen werden.
| Kriterium | Bedeutung für WWW-Seiten / browserbasierte Anwendungen | |
|---|---|---|
| Gestaltung und Konsistenz |
| |
| Inhalt und Länge der Dokumente |
| |
| Lesbarkeit und Typografie |
| |
| Bedienung und Navigation |
| |
| Grafiken und Multimedia |
| |
| Browser & Testen |
|
Tabelle 1 - Gestaltungskriterien für web-basierte Anwendungen und WWW-Seiten
4.2 Benutzeranforderungen
4.2.1 "User Experience"
Usability alleine ist heutzutage nicht mehr alleinig ausreichend um die Akzeptanz und Nutzung einer Software beim User sicherzustellen. Aus diesem Grunde prägte Donald Norman 1993 den Begriff der UX (User Experience).
- "UX design takes a holistic, multidisciplinary approach to the design of user interfaces for digital products. Depending on the product, it can integrate interaction design, industrial design, information architecture, visual interface design, instructional design, and user-centered design,ensuring coherence and consistency across all of these design dimensions. UX design defines a product’s form, behavior and content."[19]
User Experience beschreibt vorallem die Erfahrungen bzw. das Erlebnis eines Users mit den damit verbundenen emotionalen Faktoren (psychologischen und physiologischen), während der Nutzung von Software und der Interaktion mit dieser. Sie behandelt auch nicht-instrumentelle Aspekte der Software- bzw. Produktnutzung. UX fördert positive Lebensaspekte: Freude, Spaß, Attraktivität, Herausforderung, Selbstausdruck.
Die Begriffe "Usability", "Interaktion" und "Design" bilden hierbei die Grundbeisteine für UX (Vgl. Abbildung 2)
4.2.1.1 Usability (Nutzbarkeit)
Usability bedeutet übersetzt aus dem englischen Bedientbarkeit bzw. wird im allgemeinen Sprachgebrauch oft mit dem Begriff Benutzerfreundlichkeit übersetzt. Jakob Nielsen, Experte für Usbility, definiert Usability als ein Qualitätsmerkmal, wie einfach etwas zu bedienen ist. Usability umfasst für ihn auch, wie schnell ein Mensch die Benutzung eines Gegenstandes erlernen kann, wie effizient sie sich während der Interaktion entwickelt, wie leicht diese merkbar für den Menschen ist. Fehleranfälligkeit und Gefallen der Benutzung sind ebenfalls ein Aspekt der Usability[20].
Folgende Faktoren der Gebrauchstauglichkeit spielen eine wichtige Rolle für Web-Usability:
- Effektivität:
- Mit Effektivität ist die Erreichung des Ziels des Users gemeint.
- (Bsp.: User x hat bei Amazon.de das gesuchte Patch-Kabel kaufen können.)
- Effizient:
- Effizient beschreibt in diesem Zusammenhang den aufgebrachten zeitlichen Aufwand für die Zielerfüllung.
- (Bsp.: Ein Ebay-Verkäufer besitzt ein Benutzerprofil und muss lediglich einmal mit Erstellung des Accounts seine persönlichen Daten in das System eintragen. Diese Daten können für alle zukünftigen Ebay-Aktivitäten verwendet werden und der User muss die Daten nicht mehrfach eingeben.)
- Zufriedenheit:
- Zufriedenheit ist ein subjektiver Faktor. Ob ein User zufrieden mit der Anwenung ist hängt von vielen individuellen Bedürfnissen und Ansichten ab. Eine zielgruppenadäquate Gestaltung einer web-frontend basierten Anwendung ist deshalb wichtig.
4.2.1.2 Design
Utility beschreibt ergänzend zur Usability die emotionale Qualität des Dialogs zwischen Webanwendung und Benutzer. Sie umfasst z.B. das Kriterium, ob ein Produkt die Erwartungshaltung des Users erfüllt. Diese emotionalen Faktoren spielen für den Erfolg und die Akzeptanz von Web-Frontends. Gefällt die Darstellung nicht, will der User sie nicht nutzen geschweige denn weiterempfehlen. Der Nutzwert ist also ein wichtiges Fundament zu betrachten, was bei der Erstellung von Web-Frontends berücksichtigt werden sollte.
4.2.1.3 Interaktion
Der Dialog mit dem System muss intuitiv und selbsterklärend gestaltet sein. Es ist wichtig, dass der User ein positives Empfinden im Umgang mit dem Web-Frontend erlebt. Dieses positive und subjektive Empfinden des Users wird der gemäß der User Experience als "Joy of Use" bezeichnet, was soviel wie "Der Spaß an der Nutzung" bedeutet. Laut Reeps bezieht sich dieses empfinden auf Ästhetik und Emotionen und kann als Ergänzung zum Begriff Usability verstanden werden. Im Gegensatz zu Usability steht die Attrktivität im Vordergrund, die im Idealfall natürlich als positiv empfunden werden sollte.[21]
Durch die Einbeziehung der im folgenden erwähnten Faktoren kann ein "Joy-of-Use" realisiert werden:
- Angenehme visuelle Gestaltung (adäquat für die jeweilige Zielgruppe)
- kurze und prägnante und selbsterklärende Navigationsbegriffe, Menüeinträge, Buttonbeschriftungen
- Klare Rückmeldung bei Interaktionen, aussagekräftige Fehlermeldungen
- Gefühl, die Anwendung zu begreifen.
- Erfüllung der Usererwartungen und kreativer Spielraum
- keine Über- bzw. Unterforderung des Nutzers
4.2.1.4 Trends durch Web 2.0
Viele User erwarten am Arbeitsplatz ähnliche Gestaltungsfreiheiten und gelungene Interaktion, Kooperations- und Kommunikationsfunktionen mit dem System, wie sie sie vom öffentlichen Web, inbesondere den sozialen Netzwerken, kennen. Inbesondere die Newcomer der letzten Jahre, wie z.B. Firmen wie Facebook, oder Entwicklungen wie iGoogle haben die Erwartungshaltung der User an browserbasierte Anwendungen stark beeinflusst. Entsprechend erwarten die User auch von den IT-Unternehmen immer mehr komfortable und interaktive Web-Frontends auf Basis von Ajax oder Flash - Drag & Drop, Customizing und Echtzeitsuche sollten zu den Standardfunktionen für web-frontend basierte Anwendungen gehören. Ajax, Flash, Java oder Silverlight treiben diesen Trend weiter voran.
Mittlerweile hat sich auch ein Trend sogenannter Enterprise Portale in den Unternehmen durchgesetzt z.B. das SAP NetWeaver Portal. Durch Portale wird der Zugriff auf auf die verschiedenen im Unternehmen existierenden Applikationen (z.B. Business Warehouses, Wikis, Projektmanagementtools) und Services zugegriffen. Alles "geschieht" in einem einheitlichen System bzw. auf Basis einer einheitlichen Benutzeroberfläche, so dass der User sich schnell an die Umgebung und die Benutzung dieser gewöhnt. Lästiges Passwortmerken entfällt da die Möglichkeiten der automatischen Anmeldung am System über das Active Directory (AD), das sogenannte "Single-Sign-On" genutzt werden kann. Neben SAP hat auch der Computerriese IBM die Technologie der Portale für sich entdeckt. Der Ansatz hier ist nur, das Portal zu einer Middleware[22] zu modulieren, die eine Vielfalt von Apllikationen integrieren kann. Bei den meisten Unternehmen steht jedoch die Realisierung der Webfähigkeit Ihrer Apllikationen und die dezentraler Steuerung dieser im Vordergrund. Portale entwickeln sich folglich zu Web-Frontends von Unternehmensapplikationen bzw. serviceorientierte Architekturen. Microsoft integriert Office-Dokumente in Sharepoint, Oracle nutzt einen Portalserver zum Erzeugen der Web-Frontends, und auch IBM setzt auf den Websphere Portal Server, um webbasierte User-Interfaces für Applikationen zur Verfügung zu stellen.
4.2.2 Screendesign, Layout und Strukturierung
Um ein erfolgreiches Web-Frontend zu kreieren muss bezüglich des Themas Design auf die sinnvolle Farbauswahl geachtet werden. Laut Thorsten Stapelkamp gibt es folgende Regeln und Tipps zum Gebrauch von Farbe bei Screen- und Interfacedesign, welche für ein Web-Frontend zutreffend sind:
- Farben sollten besonnen und wenn möglich sparsam eingesetzt werden. Buntheit könnte die Farbwahl beliebig erscheinen lassen. Mit dem Farbklima zweier Grundfarben lassen sich Produkt- oder Dienstleistungseigenschaften und die Orientierung innerhalb eines interaktiven Systems ausreichend darstellen. Die Farben sollten aufeinander abgestimmt sein und es sollten nicht mehr als 4 Grundfarben verwendet werden.
- Ein kontrastreicher Einsatz von Farben sichert eine konturenscharfe Darstellung und z.B. eine gute Lesbarkeit.
- Die Vordergrundfarbe sollte sich ausreichend vom Hintergrund abheben.
- Nimmt der Helligkeitskontrast ab, wird die Schrift unleserlicher.
- Ein Hell-Dunkel-Kontrast ermöglicht insbesondere für Sehschwache eine gute Lesbarkeit von Schrift, Bild und Funktion.
- Je farbiger ein Text, umso unleserlicher wird er.
- Um das „Flimmern“ von Farben zu vermeiden, sollten RGB-Primärfarben nicht gemeinsam z.B. bei Text- und Hintergrundkombinationen verwendet werden, da deren Wellenlängen so nah beieinander liegen, dass sie im Auge als farbliches Flimmern wahrgenommen werden.
- Rot und Grün sollte nicht parallel verwendet werden, da immerhin, je nach Region 4-9% der Bevölkerung Rot-Grün-farbenfehlsichtig sind. (Nordamerika: 8%; Europa 8,76%; Osteuropa: 9,31%; Asien: 6%; Afrika: 4%)
- Für Informationen, die über einen Computermonitor oder mittels Displays betrachtet werden, sollten die Farben stets kräftig und kontrastreich sein, insbesondere beim Einsatz unter freiem Himmel z.B. bei Verkehrssystemen oder bei Displays öffentlicher Verkehrsmittel, da nie ausgeschlossen werden kann, dass störendes Umgebungslicht die Kontraststärke beeinträchtigt.
- Je nach Darstellungsmedium und Intension sollte auch bedacht werden, ob die Farben auch für einen Schwarz-Weiss-Ausdruck optimiert sein sollten.
- Farbstandards, kulturell oder geografisch bedingte Definitionen und verschiedene Bedeutungsinterpretationen bestimmter Farben sollten beachtet und respektiert werden.[23]
Es handelt sich bei der Strukturierung eines Frontends um die Orientierungsmöglichkeiten (welche "Benutzerfreundlich" sein sollten) für den User. Desweiteren ist es in der heutigen Zeit unabdingbar flexibel zu bleiben, da sich die Strukturierung stetig verändert, da immer weitere Informationen dazukommen oder wegfallen. Aufgrund dessen verändern Designer die Strukturierung eines Frontends, um dem User bestmögliche ergonomische Voraussetzungen zu bieten. "Dies ist für den Gestalter die Größte Herausforderung"[24], wie Thorsten Stapelkamp festgestellt hat.
4.2.2.1 Icons und Metaphern
Um die User bei der Nutzung grafischer Benutzungsschnittstellen zu unterstützen sind Icons ein unverzichtbarer Bestandteil. Sie sollten die Bedienung möglichst klar vermitteln und nicht zu Irritationen führen. Um den Lernprozess im Umgang mit Icons und Metaphern für den User zu erleichtern, erklärt Stefanie Saier, "Mit der Schreibtischtisch-Metapher (Desktop-Metapher) bezeichnet man das Grundkonzept der meisten GUIs, den vertrauten Bürotisch symbolisiert mehr oder weniger exakt auf den Computer-Bildschirm zu übertragen. Es gibt Ordner, Drucker, Dokumente, einen Papierkorb (der zwar nicht auf aber häufig neben dem Schreibtisch zu finden ist) wie im richtigen Büro rund um den Schreibtisch. Es zeigte sich bald, dass die Desktop-Metapher nur begrenzt funktionierte: Sie findet z.B. keine Entsprechungen für viele funktionale Elemente wie Auswahl-Listen, Dialogfenster und die Anwendungsprogramme selbst. Die GUI-Designer erweiterten die Schreibtisch-Metapher deshalb um andere Bilder, Symbole und Konzepte, deren Bedeutung aus dem Alltag bekannt waren, z.B. die sogenannten "Menüs". Durch den Einsatz dieser und anderer Metaphern wird demnach eine schnellere Erlernbarkeit durch die Verknüpfung von vorhanden mit zu erlernendem Wissen gefördert."[25]
Analytische Einwände wie sie Jakub Mácha[26] genannt hat sind:
- Nicht alle Metaphern sind fähig, sich in Vergleichungen umzuwandeln
- Metaphern sind nicht kommutativ (vertauschbar), in dem Sinne, dass "A ist B" nicht dasselbe wie "B ist A" zu bedeuten braucht; dagegen die Vergleichung "A ist wie B" heißt so viel wie "B ist wie A".
- Vergleichungen sind im Kontrast zu Metaphern uninformativ und trivial, "weil ein jegliches Ding wie jedes andere ist, und zwar in unendlich vielen Hinsichten" [27]
Aufgrund dieser Einwände ist es unabdingbar die Tauglichkeit von Icons mit Hilfe eines Test mit Personen durchzuführen.
4.2.3 Datenschutz, Sicherheit und Rechtemanagement
Webservices sind einer der populärsten technologischen Entwicklungen von Schnittstellen, doch hierbei sollten auch einige Punkte kritisch beachtet werden. Wie z.B. ohne einen professionellen Anbieter lässt sich Datensicherheit und Datenschutz nur schwer gewährleisten. Denn greift man bei der Auswahl eines Anbieters daneben können auch ernsthafte Probleme auftreten, Daten können verloren gehen oder ein unberechtigter Zugriff kann möglich werden. Desweiteren ist nicht nur der Anbieter des Web-Frontends angreifbar, sondern auch der User selbst, da er für die Verwendung eine permanente Netzverbindung benötigt. Sollte die Netzverbindung nicht ausreichend geschützt sein, sind von aussen kommende Zugriffe möglich. Doch kann man überhaupt vorsichtig genug sein? In der heutigen Zeit kaum realisierbar, denn bereits Helmut Merschmann hat es seinem Artikel formuliert "Privatsphäre ist einfach Mega-out"[28]. Jedoch ist aufgrund aktueller Rechtssprechungen die Personalisierung und Authentifizierung ein wichtiger Bestandteil für die Verwendung von Web-Frontends als Benutzerschnittstelle von Applikationen, da es dadurch möglich ist gezielt Verbesserungen und Nachforschungen zu machen.
5 Anwendungsgebiete
Viele Unternehmungen haben die sich die positiven Aspekte der Nutzung von Web-Fronentds schon zu nutzen gemacht. So gibt es bereits zahlreiche Web-Frontends für
- Datenbankmanagementsysteme (z.B. phpMyAdmin für MySQL Datenbanken)
- Webbasierte Anwendungen im Bereich Desktop-Software (z.B. Google Docs) und Mobile Web
- User Interfaces für Webanwendungen im B2C-Bereich (E-Commerce/Online-Shops, Social Web/Web 2.0 Communities)(z.B. Facebook, Twitter, Amazon)
- User Interfaces für Webanwendungen im B2B-Bereich als Rich Internet Applications (ERP-Systeme, Finanzverwaltung & Payment, CMS-Systeme, Dokumentenmanagement, Faktendatenbanken/Wissensmanagementsysteme)
- User Interfaces für Webanwendungen im B2E-Bereich (Corporate Websites, Corporate Intranets/Extranets)
- Unternehmensportale (z.B. SAP NetWeaver Portal)
6 Vor- und Nachteile gegenüber klassischen Clientsprogrammen
6.1 Vorteile
Der Einsatz und Webtechnologien bzw. Web-Frontends als Benutzerschnittstelle von Applikationen und deren zugrunde liegenden Webarchitekturen enthält einige Vorteile gegenüber klassischen Client-/Severarchitekturen. Webbrowser sind plattformunabhängig und auf jedem gängigen PC bereits installiert. Für spezielle Anwendungen, die z.B. auf Javascript basieren, müssen lediglich Plug-Ins heruntergeladen werden, damit der Broser den Programmcode übersetzen kann. Die Plug-Ins sind im Web frei verfügbar. Desweiteren können webbasierte Anwendungen aufgrund ihrer Plattformunabhängigkeit einfach in das Internet, Extranet und bestehnde Intranet ohne Architekturwechsel implementiert werden bzw. sind dort einsetzbar. Dies führt wiederrum zu einem geringeren TCO (Total Cost of Ownership), da Unternehmen z.B. keine aufwendigen Umstellungen Ihrer Serverarchitektur vornehmen müssen. Die Anwendung wird auf einem Hauptserver installiert, und wird via Web-Client im Unternehmen verteilt. DIe Mitarbeiter greifen also über ihren Web-Browser auf die sich auf dem Server befindliche Anwendung zu. Aufwendige Installationen durch den User entfallen. Desweiteren haben webbasierte Anwendungen den großen Vorteil gegenüber Desktop-Installationen, dass sie immer auf dem neuesten Stand sind, da die Software auf dem Server gewartet werden kann. Es gibt keine Update-Popups oder Patches. Insbesondere für private Haushalte sind solche Anwendungen besonders attraktiv da keine eigenen Installations- und administrationsaufwendungen betrieben werden müssen. So verlieren insbesondere nicht IT-affine User auch die Angst vor Installationen von neuer Software. Oftmals sind diese nämlich überfordert mit den Installationsroutinen und insbedore der Identifizierung der Systemeigenschaften zur Überprüfung der Systemanforderungen der Software.
6.2 Nachteile
Der Client weiß bei der Nutzung von Web-Frontends teilweise nicht, auf welchen Servern im Netz seine Daten gespeichert sind und wo diese verarbeitet werden. Durch die Verwendung von Web-Frontends ist es unter anderem für die Unternehmen möglich IT-Outsourcing zu betreiben und dies wirkt sich für die vom Beschäftigungsverlust betroffenen oder bedrohenden Arbeitnehmer negativ aus in Bezug auf die steigenden Arbeitslosenzahlen. Oftmals haben die Unternehmen im internationalen Bereich durch den starken Wettbewerb keine andere Möglichkeiten, als die Arbeit dorthin zu verlagern, wo sie am günstigsten ist. Wie bereits von Thomas Müller beschrieben, haben es Benutzer schwer zwischen einem Bild (Bitmap) eines Fensters und einem funktionalen Fenster einer Applikation zu unterscheiden. Ein Beispiel hierfür nennt Thomas Müller auch und zwar Werbebanner in Form von Windows-Dialogen auf Internetseiten.[29]
7 Fazit
Web-basierte Oberflächen kommen den Oberflächen von Desktop-Anwendungen hinsichtlich Komfortabilität, Interaktivität, Funktionsspektrum und Echtzeitverhalten mittlerweile sehr nahe. Die neuen Technolgien des Web 2.0. wie Ajax oder Flash werden in den kommenden Jahren stetig wachsen und diesen Trend weiterhin fördern. Für eine Unternehmung ist es somit bezüglich Neuentwicklungen von Anwendungen mit Benutzeroberflächen unabdingbar, über die Verwendung von Web-Frontends als Benutzerschnittstellen von Applikationen(Offline oder online) nachzudenken. Auch die Ausprägung von Software as a Service gewinnt immer mehr an Bedeutung. Desweiteren entwickelte sich durch die fortschreitenden Globalisierung eine immer stärker werdende Heterogenität in der Softwarelandschaft auf. Es gibt für immer mehr Anwendungen, immer mehr Softwareösungen, immer mehr Konzepte, immer mehr Hardware, immer mehr Systeme die es den Softwareentwicklungsunternehmen schwer machen effiziente und benutzerfreundliche Software zu entwickeln und zu vertreiben. Insbesindere Web-Frontends können hierfür ein guter Lösungsansatz sein, da sie durch die Lauffähigkeit in Browsern nicht an eine bestimmte plattform gebunden sind. Inbesondere der Punkt Usability und User Experience kann hier ein entscheidender Wettbewerbsvorteil auf dem Softwaremarkt sein. Empfehlenswert wäre also die Implementierung einer Instanz für User Experience Management in Unternehmen. Diese Instanz kümmert sich um die Einhaltung der Richtlinien nach den ISO Normen 9241 und 14915 und würdigt den Part der User Experience. Insbesondere bei Beobachtungen von Usern bei der Interaktion in einer Web-Anwendung, sog. Usability Lab Tests, können aufschlussreiche Erkenntnisse liefern.
8 Anhang
8.1 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| GUI | Graphical User Interface |
| SaaS | Software as a Service |
| http | hyptertext transfer protocol |
| https | hytertext transfer protocol secure |
| ISO | Internationale Organisation für Normung |
| IT | Informationstechnologie |
| UX | User Experience |
| TCO | Total Cost of Ownership |
| CSS | Cascading Stylesheets (übersetzt: Kaskadierende Formatvorlagen) |
| HTML | Hypertext Markup Language |
| WWW | World Wide Web |
| PHP | Hypertext Preprocessor |
| B2C | Business to Customer |
| AJAX | Asynchronous JavaScript and XML |
| B2B | Business to Business |
| ERP | Enterprise Resource Planning |
| CMS | Content Management System |
| B2E | Business to Enduser |
8.2 Abbildungsverzeichnis
| Abb.-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| 1 | Bildliche Darstellung "Web-Frontend" |
| 2 | Synchrone Kommunikation webbasierter Anwendungen |
| 3 | Asynchrone Kommunikation Beispiel AJAX |
| 4 | Bestandteile der User Experience |
| 5 | Anwendungsrahmen der Gebrauchstauglichkeit |
8.3 Tabellenverzeichnis
| Tabelle Nr. | Quelle |
|---|---|
| 1 | angelehnt an H. Weinreich, 10 wichtige Leitlinien für die Gestaltung eines ergonomischen WWW-Informationssystems, Tabelle eigenangefertigt |
| 2 | angelehnt an [30] und [31] |
8.4 Fußnoten
- ↑ Vgl. Lackes, Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Benutzerschnittstelle
- ↑ Vgl. HTML und CSS Praxisbuch: Einführung in strukturiertes Webdesign, Ralph G. Schulz (Hrsg.), Ralph G. Schulz, 2008, S. 100
- ↑ Vgl. Praxiswissen Flex 3, Gerald Reinhardt (Hrsg.), 2008, Seite 6
- ↑ Vgl. Software-Ergonomie, Jens Wandmacher (Hrsg.),1993, S. 193
- ↑ Vgl. Methodisches Vorgehen im Gestaltungsprozess, M. Göbel (Hrsg.), 2004, S. 8
- ↑ siehe ISO Norm 13407 - Norm zur Benutzer-orientierte Gestaltung interaktiver Systeme, Kapitel 2.1 Interaktives System, http://www.beuth.de/cmd%3Bjsessionid=2BAF9F14CA5C55E406E98B61B1FB6D7C.4?workflowname=infoInstantdownload&customerid=&docname=8902583&orgdocname=&contextid=beuth&servicerefname=beuth&LoginName=&ixos=toc
- ↑ Vgl. DIN EN ISO 9241-10 (Grundsätze der Dialoggestaltung 1995), S. 5
- ↑ Vgl. DIN 66 234, Teil 8, S. 2
- ↑ Vgl. DIN 66 234, Teil 8, 1988, S. 2-3
- ↑ Vgl. DIN EN ISO 9241-10 (Grundsätze der Dialoggestaltung 1995), S. 6
- ↑ Vgl. DIN 66 234, Teil 8, 1988, S. 4
- ↑ Vgl. DIN EN ISO 9241-10 (Grundsätze der Dialoggestaltung 1995), S. 9
- ↑ Vgl. DIN EN ISO 9241-10 (Grunsätze der Dialoggestaltung 1995), S. 10
- ↑ Vgl. DIN EN ISO 9241-10 (Grundsätze der Dialoggestaltung 1995), S. 8
- ↑ Vgl. DIN 66 234, Teil 8, 1988, S. 3
- ↑ Vgl. DIN EN ISO 9241-10 (Grundsätze der Dialoggestaltung 1995), S. 11
- ↑ Vgl. DIN EN ISO 9241-10 (Grundsätze der Dialoggestaltung 1995), S. 12
- ↑ Vgl. DIN EN ISO 14915, http://www.handbuch-usability.de/iso-14915.html
- ↑ Vgl. Ansatz von Donald Norman
- ↑ Vgl. Nielsen (2006), S.xvi
- ↑ Vgl. Reeps - Joy-of-Use, 2006, S. 19f
- ↑ Zwischenanwendung, mindert Komplexität der Überführung von Anwendung in andere Anwendungen
- ↑ Vgl. Screen- und Interfacedesign: Gestaltung und Usability für Hard- und Software, Thorsten Stapelkamp (Hrsg.), 2007, S. 90
- ↑ Vgl. Screen- und Interfacedesign: Gestaltung und Usability für Hard- und Software, Thorsten Stapelkamp (Hrsg.), 2007, S. 131
- ↑ Vgl. Web Usability – Gestaltungskriterien und Evaluationsverfahren, Stefanie Saier (Hrsg.), 2007, S. 20
- ↑ Vgl. Analytische Theorien der Metapher: Untersuchungen zum Konzept der metaphorischen Bedeutung, Jakub Màcha (Hrsg.), 2010, S. 18
- ↑ Vgl. Davidson, Donald: WMb, S. 61
- ↑ Vgl. Spiegel-online, Helmut Merschmann (Hrsg.), 2006, http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,443539,00.html
- ↑ Vgl. Trusted Computing Systeme: Konzepte und Anforderungen, Thomas Müller (Hrsg.), 2008, S. 122
- ↑ Vgl. HTML und CSS Praxisbuch: Einführung in strukturiertes Webdesign, Ralph G. Schulz (Hrsg.), Ralph G. Schulz, 2008, S. 100
- ↑ Vgl. Praxiswissen Flex 3, Gerald Reinhardt (Hrsg.), 2008, Seite 6
8.5 Literatur- und Quellenverzeichnis
- Gabler Verlag (Hrsg.), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Anwendung, online im Internet:
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/74900/anwendung-v6.html
- Gabler Verlag (Hrsg.), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Benutzerschnittstelle, online im Internet:
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/75105/benutzerschnittstelle-v5.html
- Handbuch Usability, Dipl.Inf (FH) Hansjörg Rampl (Hrsg.), Stichwort: ISO 9241
http://www.handbuch-usability.de/iso-9241.html
- Benutzerfreundlichkeit.de, Dr. Ronald Hartwig (Hrsg.), Stichwort: Usability
http://www.benutzerfreundlichkeit.de
- Wirtschaftsinformatik 1 - Grundlagen und Anwendungen, Hansen/Neumann (Hrsg.)
- Hoa Loranger, Jakob Nielsen: Web Usability, Addison Wesley Verlag (Hrsg.)
- Harald Weinreich (Universität Hamburg, Fachbereich Informatik): 10 wichtige Leitlinien für die Gestaltung eines ergonomischen WWW-Informationssystems, http://vsys-www.informatik.uni-hamburg.de/ergonomie/index.html)


