Formate
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1 Einleitung
Die große Vielzahl dieser Videoformate ist auf die steigende Anzahl der Anwender sowie auf die ständige Weiterentwicklung der videoproduzierenden Hersteller der Endgeräte für den privaten Nutzer zurückzuführen. Die bevorzugten Videoformate im privaten Anwendungsbereich sind MPEGs, AVIs und Quicktime-Formate.
2 3GP - 3rd Generation Partnership Project
Dieses Format wird hauptsächlich auf mobilen Geräten verwendet, da die Darstellung für diese kompakteren Displays entsprechend optimiert ist. Das Dateivolumen ist ebenfalls sehr gering und damit gut geeignet, kleinere Videos mit dem Handy aufzunehmen und anschließend über die MMS-Funktion zu verschicken.[1]
3 AAF - Advanced Authoring Format
3.1 Allgemeines
Im Januar 2000 wurde die Advanced Authoring Format Association [1](AAF A) gegründet. Sie wurde als unabhängige, nicht gewinnorientierte Organisation ins Leben gerufen, deren Aufgabe es ist, die Entwicklung und Einführung des AAF als offenen Standard voran zu treiben. AAF wurde bisher nicht als Standard verabschiedet.
Die Association bestand zur Gründungszeit aus Mitgliedern von Rundfunkanstalten und Produktionsfirmen (wie z. B. der British Broadcasting Corporation, Cable News network, Turner Entertainment Networks, Four Media Company und der United States National Imaging and Mapping Angency) und Herstellern von Produkten aus der Medieninformatik (wie z. B. Avid, Discreet, Matrox, Microsoft, Pinnacle, Quantel und Sony).
Die Association ist entsprechend Ihrer Richtlinien jedem zugänglich. Eine Liste der aktuellen Mitglieder kann unter der Internetadresse [2] eingesehen werden.
Das AAF ist ein Mediencontainer, mit dessen Hilfe man Metadaten, Essenz und ggf. Effektbeschreibungen in einem unabhängigen Format zusammenführen kann. Auf diese Weise können z. B. Schnittfassungen von einem System zu Anderen bewegt werden.
3.2 Streamingfähigkeit
Grundsätzlich ist das AAF nicht für Streaming konzipiert worden. Die Daten eines AAF Containers sind nicht gerendert, d. h. er enthält sämtliche Informationen und die Quelldaten. Das Rendering (d.h. die Berechnung zum Endprodukt) findet erst nach dem Download statt. Dennoch ist es theoretisch möglich bei einzelnen Dateien den Header mit seinen Metadaten zu entfernen und die gerenderte Teil-Datei vor dem finalen Rendering auszugeben. Dies findet in der Praxis jedoch so gut wie keine Anwendung.
Um Streaming zu realisieren werden andere Datenformate, wie z. B. der MPEG-2-Transport-Strom, QuickTime, ASF, GXF oder MXF eingesetzt[3].
3.3 Interoperabilität
Die Offenheit des AAF ist eines der übergeordneten Ziele der AAF A. Auf Basis des Open Media Framework (OMF) wurde ein Verfahren entwickelt, mit dessen Hilfe digitale Daten einer nicht-linearen Postproduktion plattformübergreifend und unabhängig der verwendeten Dateiformate ausgetauscht werden können.
Das AAF beschreibt die verwendeten Inhalte, deren Zusammenstellung, Bild- und Tonmanipulationen, Effekte sowie Interaktionspotenziale.
Auf diese Weise kann mit unterschiedlichen Programmen und von verschiedenen Schnittsystemen gleichzeitig an demselben Projekt gearbeitet werden, ohne dazwischen die Daten nötigerweise zu rendern (d.h. als Endprodukt zu berechnen), bzw. als File ausgeben zu müssen[4].
OMF wurde jedoch entgegen der Erwartung der AAF A nie durch ein Standardisierungsgremium (wie z. B. SMPTE oder AES) verabschiedeter offener Standard. Die wesentliche Komponente, das Container-Format ist sogar als intellektuelles Eigentum der Fa. Apple rechtlich geschützt. Dieser Umstand führt dazu, dass nur wenige andere Anwendungen das Format überhaupt unterstützen. Das ursprüngliche Ziel der Interoperabilität ist dadurch nie realisiert worden[5].
3.4 Metadaten
Der Aufbau einer AAF-Datei besteht immer aus einem strukturierten Container für Essenz und Metadaten. Wobei die Besonderheit beim AAF ist, dass die Veränderungen an den Rohdaten lediglich simuliert werden und nur die Metadaten manipuliert werden.
Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass die Rohdaten auch mit ihren eigenen Metadaten immer vorrätig bleiben und deren Inhalt zu jedem Zeitpunkt in Rohfassung vorliegt.
Darüber hinaus ist es möglich sämtliche Arbeitsschritte an einem AAF-File in den Metadaten zu dokumentieren. Auf diese Weise kann laut AAF A jederzeit das ursprüngliche Datenmaterial rekonstruiert werden[6].
Der Container baut auf einem objektorientierten Modell auf. Ähnlich wie bei objektorientierter Programmierung (z. B. in Java) gehört ein Objekt immer einer Klasse an und erfährt durch die Klassenzugehörigkeit bestimmte Eigenschaften.
Die Klassen sind hierarchisch aufgebaut, wobei Sub-Klassen die Eigenschaften ihrer Super-Klasse annehmen. Der Vorteil dieses Modells ist die einfache Erweiterbarkeit durch neue Objekte und Klassen.
4 ASF - Advanced Streaming Format
Das Advanced Streaming Format ist am 26. Februar 1998 durch die Firmen Microsoft und Real Networks vorgestellt worden. Die Dateiendung lautet ASF. Das Dateiformat wurde 1997 durch Mircosoft patentiert[7]. Die Patentierung läuft auf den vorherigen Namen Active Streaming Format und ist betitelt mit Active stream format for holding multiple media streams.
Nach der gemeinsamen Veröffentlichung mit Real Networks hat Microsoft einige Jahre später das Format unbenannt nach Advanced Systems Format. ASF ist ein Teil des Windows Media Framework.
Das Dateiformat ASF eignet sich zur Aufnahme von verschiedenen AV-Formaten und Kodierungen. ASF vereint verschiedene Audio- und Videoströme mit jeweils unterschiedlichen Codecs. Verschiedene Codecs behindern jedoch das Abspielen auf dem Zielsystem, da diese dort auch vorhanden sein müssen. Wenn eine ASF-Datei nur Audio-Daten beinhaltet, kann es auch die Endung WMA für Windows Media Audio tragen. Analog gilt dieses für Videodaten mit der Endung WMV für Windows Media Video. Mit Windows Media 9 wird auch High-Definition Video und 5.1 Surround Sound unterstützt[8].
4.1 Aufbau
Entnommen aus dem Patentantrag. Siehe http://www.USPTO.GOV.
4.2 Eigenschaften
4.2.1 Streamingfähigkeit
Mit der Erstentwicklung von Netmeeting und der Zusammenarbeit mit Real Networks zeichnet sich heraus, das die Daten genutzt werden sollen, bevor sie vollständig bei der Senke angekommen sind. ASF unterstützt diese Eigenschaft. Beispielsweise wird durch Adaption einer Audio- in eine ASF-Datei diese streamingfähig in eigenständige Datenpakete. Um ASF über das Internet streamen zu können, benötigt man einen speziellen Streamingserver von Microsoft und einen Webserver für Metadaten. Die dazugehörige Software ist der Internet Information Server (IIS) und der Windows Media Server.
In einer zusätzlichen ASX-Datei ist eine kurze Quellenangabe, als auch die eigentliche Video-Datei(ASF) referenziert. Wie in Zeile sechs des XML-Schemas[9] in Abb. zu sehen, wird als Transportprotokoll MMS genutzt. MMS steht für Microsoft Media Server und kann TCP/IP[10] oder UDP/IP als Netzwerkprotokoll nutzen[11].
Streamingablauf mittels MMS-Protokoll[12]
4.2.2 Interoperabilität
Das Format ASF ist, wie oben beschrieben, durch ein Patent geschützt. Dies hat zur Folge, dass jeder, der dieses proprietäre Format nutzen möchte, diese bei Microsoft lizensieren muss. Zur Erzeugung können nur Microsoft lizensierte Produkte genutzt werden. Ebenso auch das Abspielen ist nur mit lizensierten Programmen nach der Lizenzvereinbarung gültig.
Der Windows Media Player ist eines der Produkte, die das Format abspielen kann unter Microsoft Windows. In der OpenSource Gemeinschaft gibt es einige Programme (u.a. VLC) auch für andere Plattformen als Windows, welche ASF-Datenströme abspielen können. Microsoft nutzte im Fall VirtualDub seine Lizenzrechte um die Unterstützung von ASF in VirtualDub zu unterbinden[13]. Den Windows Media Player gibt es unter[14] für Mac OS X.
4.2.3 Metadaten
Das Advanced Streaming Format erlaubt eine feste Anzahl von Metadaten. Die meisten zusätzlichen Angaben sind Datenstrom-, und Sprachneutral. D.h. das diese Informationen sich nicht auf eine einzelne Essenz oder bestimmte Sprache richten. Zu diesen neutralen Metadaten gehören:
- Content Description Object
- Extended Content Description Object
- Content Branding Object
Weitere Metadaten können abgelegt werden in Metadata Object und Metadata Library Object. Folgende Attribute sind innerhalb der Datei dem Feld Content Description Object zuzuordnen:
- Title
- Author
- Copyright
- Description
- Rating
Die Länge ist auf 65535 Bytes begrenzt[15].
4.2.4 Anwendungsgebiet
Das Advanced Streaming Format dominiert im stark umkämpften Internetmarkt[16]. ASF wird heute vielfach im professionellen Bereich der Kurzvideos, sowie der Live-Übertragungen im Internet eingesetzt. ASF zeichnet sich durch den geringen Overhead aus und ermöglicht so auch eine Übertragung über einen Nicht-Breitband-Anschluß. Durch die Segmentierung in Datenpakete mit jeweiligen Zeitstempel kann der Inhalt bei der Senke synchron zusammengesetzt werden. Die Wiedergabequalität wird dabei bestimmt von der gewählten Kompressionsfaktor.
5 AVI - Audio Video Interleaved
AVI beinhaltet die Verschachtelung von Audio- und Videoinformationen in einem von Microsoft eingeführten Containerformat.[17] AVI ist eine Variante des RIFF und das populärste Format fur Audio- und Videodaten auf einem PC[18]. Über RIFF, entwickelt von Microsoft und IBM, können Multimediadaten ausgetauscht und gespeichert werden. Die o.g. Verschachtelung zeigt sich in den "Chunks", den logischen Informationsblocks [19], die in "Subchunks" unterteilt sind. Zunächst ist die Signatur implementiert, im folgenden das Längen- und Typenfeld und schließlich die Chunks. In den Chunks stehen im Little Endian-Format der Intel-Prozessoren Signatur-, Längen- und Datenfeld.[20]
Folgende Abbildung verdeutlicht die Struktur:
[21]
Die enthaltenen Daten können dabei auf unterschiedliche Art codiert und komprimiert sein. Meistens wird dazu als Codec der auf dem MPEG-4 Standard beruhende
DivX und Xvid Codec verwandt.[17]
Es sind sowohl Möglichkeiten zum relativ schnellen Positionswechsels innerhalb eines Videos als auch die Synchronisation mit
der Tonspur gegeben. Um Videos im AVI-Format zu nutzen, muss der verwandte
Codec auf dem betre enden System vorhanden sein. Die Bekanntheit und die Unterstützung der meisten DVD-Player vom AVI-Format ist ein Vorteil für den Container.[22] Dagegen ist als Nachteil das Limit der Dateigröße von 2GB und die fehlende Streamingfähigkeit zu sehen.[23]
Des Weiteren ist die Unterstützung von Untertiteln mangelhaft. Da Menus oder Kapitel nicht gesetzt werden können, ist AVI im DVD-Bereich uninteressant.[24]
6 DivX - Digital Video Express
Dieser Name steht für einen weltweit verbreiteten Standard zur Komprimierung von Videos, wobei das Format hervorragende Qualität bei einem möglichst geringen Dateivolumen bietet. Ein komplettes Video in Spielfilmlänge kann somit in guter Qualität auf eine normale Video-CD gebrannt werden. Allerdings setzt dieses Format eine entsprechende DivX Kompatibilität bei den Geräten oder der Software zum Abspielen voraus. DivX beruht auf einer Weiterentwicklung des vorangegangenen MPEG 4 Formats, wobei die Qualität entscheidend verbessert wurde.[2]
7 FLM - Filmstrip
Filmstrip (flm) Filmstrip meint ein von Adobe entwickeltes unkomprimiertes Format. Es ist möglich, diese Dateien direkt im Photoshop zu öffnen und einzelne Sequenzen zu editieren. Ein großer Nachteil besteht in den großen Datenmengen, die grundsätzlich bei unkomprimierten Formaten entstehen.[3]
8 GIF Animation - Graphics Interchange Format
Animation (gif) "Graphics Interchange Format" bezeichnet ein Format, das hauptsächlich für kleine Animationen in Webseiten verwendet wird und den Bildformaten zuzuordnen ist. Toninformationen können mit diesem Format nicht gespeichert werden.[4]
9 GXF - General eXchange Format
9.1 Historie
9.2 Dateistruktur
Wie ist das GXF bzw. SMPTE 360M aufgebaut? Was ist alles nötig um einen ganzen Film zum Beispiel, in kleine Stücke aufzuteilen, zu übertragen und auf der Empfängerseite zusammenzusetzen? Und was ist nötig damit die Empfängerseite weiß um welches Format es sich handelt und oder in welcher Reihenfolge die einzelnen Einheiten abgespielt werden sollen?
Um die Aufgabe als Container richtig erfüllen zu können, besteht das GXF Format aus fünf Hauptpakettypen.
Es besteht aus dem MAP Paket, aus dem FLT Paket, aus dem UMF Paket, aus dem Media Paket und aus dem EOS Paket. So wie aufgezählt, so ist es auch aufgebaut. Im Media Paket unterscheidet man zusätzlich drei Pakettypen. Das TC Paket, das A Paket und das V Paket, die wiederum aus unterschiedlichen Pakettypen und zwar aus einem Header und aus einem Payload bestehen. Alles zusammen ergibt es einen Datenstrom. Dieser wird als Stream bezeichnet[26].
9.2.1 MAP
Das MAP Paket ist neben dem Media Paket eines der wichtigsten Pakete. Das MAP Paket enthält wesentliche Informationen über die Dateien im anschließenden GXF Stream.
Das MAP Paket gibt Auskunft über die Größe des Streams. Es gibt Auskunft über den jeweiligen Namen des einzelnen Datenstroms bzw. Segments. Wie eine Art Sequenznummer, damit die Empfängerseite weiß in welcher Reichenfolge die Segmente abgespielt werden sollen. Zudem beinhaltet es den Filmnamen und den Medientyp des tragenden Segments. Weiterhin definiert es die Speicherreihenfolge. Das heißt welcher Datenstrom wird vor welchem Datenstrom zuerst abgespeichert.
Dann definiert jedes veränderte MAP Paket den Beginn eines neuen Segments. Zur Sicherheit wird jedes MAP Paket alle 100 Pakete erneut geschickt, falls der Empfänger den Beginn der Datenübertragung verpasst hat. Ist ein Segment übertragen, wird abschließend ein zusätzliches Abschluss MAP Paket versendet, dass das Ende des Segments verkündet.
Für MPEG kann das MAP Paket zusätzliche Informationen beinhalten wie zum Beispiel die Bitrate[27].
9.2.2 FLT
Das FLT Paket beinhaltet die Field Locator Tabelle. Es wird nach dem ersten MAP Paket versendet und trägt die Information, welche Halbbilder in welchem Segment sind.
Wird jedoch etwas aufgenommen, dann kann kein FLT Paket generiert werden. Erst wenn die Aufnahme beendet ist, wird mit dem Abschluss MAP Paket ein FLT Paket verschickt. Grund dafür ist, weil man erst dann genau weiß, was in der Aufzeichnungseinheit enthalten ist.
Aufgrund dessen, dass das FLT Paket alle Informationen beinhaltet, welche Halbbilder in welchem Datenstrom sind, wird es dazu verwendet um einzelne Datenstücke aus dem Stream herauszulesen[28].
9.2.3 UMF
Das UMF Paket beinhaltet die Metadaten.
Meta Daten sind Dateien, die Informationen, Beschreibungen über andere Dateien beinhalten. Das können sein, die Anzahl der Videohalbbilder, die Lage von Mark In und Mark Out Punkten, der Medientyp, die verwendete Abtastfrequenz, die Chroma Unterabtastung (4:2:2 oder 4:2:0), die Payload Beschreibungen, die Spuranzahl, die entsprechenden Offsets und Längen der Track-, Medien- und User Einträge, die Größe des gesamten UMF Pakets, die UMF Versionsnummer, die Materialbeschreibung indem Modifikationsdatum, die Zeilenzahl, Kompressionsart und der Modifikationsstatus steht. Weiterhin können Track Beschreibungen wie fortlaufende Nummer, beginnend mit dem Index Null, für alle enthaltenen Video-, Audio- und Timecode Spuren, mitgegeben werden und vieles mehr.
Metadaten geben einen schnellen Überblick von dem was in den AV-Daten enthalten ist und ermöglichen einen schnellen Zugriff darauf. Dies funktioniert ähnlich der Suche in einer Bibliothek. Die Metadaten eines Buches sind Titel, Autor, Auflage, die ISBN-Nummer, Lagerort und ermöglichen eine schnelle Auffindung[29].
9.2.4 Media Packet
Das Media Paket beinhaltet die audio-visuellen Daten, also die Nutzdaten, die GXF vom Sender zum Empfänger transportieren soll. Man nennt die Nutzdaten auch Essenz.
Ein Media Paket besteht aus einem Header und aus einem Payload, dass die wahren audio-visuellen Daten trägt. Im Header, das aus einer 16 Byte großen Präambel besteht, befinden sich zusätzliche Informationen zum Payload. Diese dienen zur Identifikation der Nutzdaten.
Der Inhalt des Headers besteht aus den Informationen, Medientyp, Track Index, Halbbildnummer, Time line Halbbildnummer, Größe eines Videohalbbildes in Byte und die Anzahl gültiger Samples eines Audio und Time Code Pakets. Im Payload befinden sich entweder der Timecode-, die Audio- oder die Video-Daten. Müssen alle drei Inhaltstypen übertragen werden, wird immer zuerst das Paket mit dem Timecode verschickt, dann werden die Audio-Daten übertragen und zu allerletzt die Video-Daten. Grund dafür ist einfach, dass ein Video flüssig abgespielt werden soll. Würden die Time Code-Daten oder die Audio-Daten nicht vorliegen, müsste nachgeladen werden. Dies würde zu kurzfristigen Unterbrechungen führen.
Das Timecode Paket besteht aus 504 Samples und zwar nach dem SMPTE 12M Standard. Es hat eine Größe von 4112 Byte. Das Audio Paket besteht aus 32 768 PCM Samples. Die Abtastfrequenz ist 48 kHz mit einer 16 oder 24 Bit Auflösung. Das Video Paket beinhaltet die unterschiedlichen Videoformate wie zum Beispiel JPEG Halbbilder oder MPEG[30].
9.2.5 EOS
Das EOS Paket ist das letzte Paket im GXF Stream. Es steht für End of Stream und kündet das Ende des GXF Streams an. Es besteht einzig und allein aus einem Header in dem ein EOS Eintrag steht[31].
9.3 Einsatzgebiet
Aufgrund der Einfachheit des GXFs wir es überwiegend für die Archivierung und für die Übertragung unterschiedlicher audio visueller Daten verwendet. Sehr stark findet man das GXF im Sport- und Nachrichtenbereich.
10 MOV - Quicktime Movie
"Quicktime Movie" ist ein Format, das von der Firma Apple zunächst für den MAC entwickelt wurde, doch mittlerweile auch auf Windows-Computern immer häufiger Verwendung findet. Die reine Verarbeitung der unterschiedlichen Audio- und Videoinhalte wird durch zusätzliche Funktionalitäten im Bereich der Darstellung von Streaming ergänzt.[5]
11 MPEG - Moving Pictures Experts Group
11.1 MPEG
Die 1988 gegründete Moving Picture Experts Group (MPEG) hat sich zur Aufgabe gemacht, internationale Standards für die Komprimierung, Dekomprimierung und Verarbeitung von Video- und Audiodaten zu entwickeln. Die Gruppe von 350 Experten aus 200 Firmen und 20 Ländern trifft sich diesbezüglich drei mal jährlich.[32] MPEG ist eine Arbeitsgruppe der ISO (International Organisation for Standardisation) mit dem formellen Namen ISO/IEC JTC 1/SC 29/WG 11.[33]
11.1.1 MPEG-1
MPEG-1 wurde im November 1992 als Standard für die Komprimierung von Video- und Audiodaten auf Speichermedien, unter dem Originaltitel "Coding of moving picture and associated audio at up to about 1.5 Mbit/s", vorgestellt und unter ISO/IEC 11172 standardisiert. Konzipiert wurde MPEG-1 für geringe Bitraten bis etwa 1,5 MBit, bei einer Auflösung von 352 x 288 Pixel; höhere Bitraten und Auflösungen bis 4096 x 4096 Pixel sind jedoch zulässig. Haupteinsatzgebiete von MPEG-1 sind CD-ROM und Video-CD.[34]
11.1.2 MPEG-2
MPEG-2 wurde im November 1994 unter dem Namen "Generic coding of moving pictures and associated audio" als Standard für vielseitige Einsatzzwecke unter dem offiziellen Namen ISO/IEC 13818 vorgestellt. Große Verbreitung fand MPEG-2 vor allem durch das digitale Fernsehen (DVB) und die DVD.[35] Die theoretisch maximale Auflösung eines MPEG-2 Videos beträgt 2^14 x 2^14 Pixel. DVD oder DVB Videos sind in der Regel mit einer Auflösung von 720 x 576 Pixel, bei Datenraten von 4-7 MBit/s, kodiert.
11.1.3 MPEG-4
Unter dem Titel "Coding of Audio-Visual Objects" wurde im Oktober 1998 die erste Version von des ISO/IEC 14496 Standards MPEG-4 veröffentlicht.[33] MPEG-4 ist ein Schritt in Richtung Zusammenführung von Computertechnik, Unterhaltungsmedien und Telekommunikation und bietet mehr als nur Kompression. Audiovisuelle Objekte werden in sogenannten Szenen, die durch eine auf VRML (Virtual Reality Modeling Language) basierende Beschreibungssprache beschrieben werden, zusammengesetzt. Audiovisuelle Objekte können neben Video- und Audio Streams synthetische Medienobjekte, beispielsweise zwei- und dreidimensionale Computergrafiken und künstlich erzeugte Klänge, sein. MPEG-4 bietet die Möglichkeit der Codierung paralleler Datenströme, wodurch beispielsweise Stereoskopie und Multikamera-Darstellung ermöglicht werden. Die Kompressionsleistung wurde im Gegensatz zu MPEG-2 erhöht.[36]
11.1.4 MPEG-Audio
Die MPEG Standards 1, 2 und 4 enthalten sehr effektive Algorithmen zur Audiokomprimierung. MPEG-1 Audio und MPEG-2 Audio sind verlustbehaftete Codecs, die ein psychoakustisches Modell verwenden. MPEG-4 bringt verschiedene Audio- Kompressionsverfahren mit, sowohl verlustfrei als auch verlustbehaftet.[37] Das MPEG-1 Audio Codec unterstützt Audiodaten mit Samplingraten von 32, 44.1 und 48 kHz. Es existieren drei unterschiedliche Stufen (Layer) des Codecs, die sich hinsichtlich Qualität, Kompressionsleistung und Komplexitat unterscheiden. Einsatzgebiet des relativ simpel aufgebauten Layer I ist die von Philips entwickelte Digital Compact Cassette (DCC). Layer II wird für die Video-CD und den digitalen Radio-Rundfunk verwendet. Layer III ist unter dem Namen MP3 bekannt geworden und hat die Musikwelt revolutionär verändert.[33] Qualitativ liefert Layer III die besten Resultate. Layer I und II arbeiten mit konstanten Bitraten, wohingegen Layer III auch variable Bitraten unterstützt. Für alle Layer sind 14 unterschiedliche feste Bitraten definiert, es lassen sich aber auch selbst Bitraten einstellen.[38] Bei einer festen Bitrate von 128 kbit/s erreicht Layer III eine Kompressionsrate von 1:11.[39] In MPEG-2 sind zwei verschiedene Audio Codecs definiert:
- ein auf MPEG-1 Audio aufbauendes, abwärtskompatibles Codec mit Erweiterungen für geringe Sampling- und Bitraten, 5.1-Mehrkanalton, sowie kleinen Änderungen an der Bitstrom-Syntax und an den psychoakustischen Modellen;
- Das Advanced Audio Codec (AAC), das nicht mehr abwärts kompatibel ist, aber bis zu 30% bessere Kompressionsraten bietet.
MPEG-4 Audio bringt eine Menge Erweiterungen, unter anderem für niedrige Bitraten und Sprachkompression, sowie eine verbesserte Fehlertoleranz und Lossless- Coding, mit.[40] Als Codecs kommen u.a. ALS (Audio Lossles Coding) und AAZ (Advanced Audio Zip) zum Einsatz. ALS wurde zuerst in den Standard aufgenommen, bietet aber nur verlustfreie Kompression und keine Skalierungseigenschaften. AAZ ist von verlustbehaftet bis verlustfrei skalierbar und wurde nachträglich in den MPEG-4 Standard integriert.
12 MXF - Material eXchange Format
12.1 Einleitung
Historisch betrachtet geht die Entwicklung der MXF-Formates auf die Arbeit der EBU/SMPTE Task Force for Harmonized Standards for the Exchange of Programm Material as Bitstreams zurück, die ihre Arbeit im November 1996 begann[41].
Die Aufgabe der Task Force war es die technische Entwicklung im Bereich der Vernetzung, Verarbeitung und Speicherung multimedialer Daten im Broadcasting zu untersuchen und daraus wegweisende Entscheidungen zu treffen, die zu Standardisierungen führen. Auf Basis einiger Entwicklungen der SMPTE engeneering committees, wie Key-Length-Value-Coding, Unique Material Identifier und Serial Data Transport Interface, begann das Professional-MPEG Forum 1999 mit der Definition des MXF-Formates. Grundlagen waren dabei folgende Anforderungen[42]:
- die Möglichkeit sowohl programmrelevate Daten, als auch Video- und Audiodaten zu speichern.
- die Möglichkeit mit Inhalten der Datei zu arbeiten, bevor die Datei vollständig übertragen ist.
- die Möglichkeit Informationen aus der Datei zu lesen / zu decodieren, selbst wenn die Datei nicht vollständig ist.
- Das Format sollte offen, standardisiert und unabhängig vom Kompressionsverfahren sein.
- Das Format ist auf den Austausch von vollständigen Programmen oder von Programmsegmenten ausgelegt.
- Als wichtigste Anforderung sollte das Format einfach genug sein, um Echtzeitimplementierung zu erlauben.
Aus diesen grundlegenden Anforderungen wurden folgende elementare Konzepte entwickelt[43]:
- Die Datei besteht aus den Hauptelementen Header Metadata , Essence Container und Index Table
- Die Datei kann in Einzelteile zerlegt werden und diese Einzelteile können gesondert gespeichert werden.
- Das Element Header Metadata setzt sich aus strukturellen Metadaten und optionalen, beschreibenden Metadaten zusammen.
- Metadaten können auch im Essence Container oder gar als Teil der Essence hinterlegt werden
- Die strukturellen Metadaten definieren den Inhalt einer Datei.
- Die Header Metadata wird im Rahmen eines, zum AAF Daten Modell, kompatiblen Datenmodells erstellt.
- Das Topmost Package repräsentiert das auszugebende Material, nicht den Essence Containers . Eine MXF-Datei kann mehrere Container bzw. Packages enthalten.
12.2 Metadaten
Daten, die selbst wieder andere Daten beschreiben, nennt man Metadaten. Metadaten werden auch Beschreibungsdaten genannt[44]. Metadaten werden werden in vielen Anwendungsgebieten genutzt. Beispielsweise in der Bibliothek, wo in der Datenbank Informationen über Standort des Buches, Autor, Verlag und Erscheinungsdatum gespeichert werden. Oder daheim mit der Audio-CD, welche am PC ausgelesene Lieder mit der Datenbank im Internet CDDB abgleicht und die Angabe von Interpret, Titel und Album herausfindet. Intelligente Suchmaschinen im Internet verhelfen der Recherche mit Schlagwörtern nach vielen Treffern.
12.2.1 Deskriptive Metadaten
Die Deskriptiven Metadaten sind zusätzliche, beschreibende Informationen über das in der MXF-Datei enthaltene Material, wie zum Beispiel Ortsangaben, Zeitdaten, Kameraeinstellungen, Komponist etc. Diese Informationen dienen unter Anderem der Kategorisierung und Katalogisierung in entsprechenden Archivsystemen.
Deskriptive Metadaten können auf mehreren Ebenen innerhalb einer MXF-Datei hinterlegt werden. Auf der Ebene des Material Package geben sie Informationen zur Ausgabe bei der Wiedergabe. Auf der Ebene der File Package geben sie Informationen zum in der Essenz hinterlegtem Material.
12.2.2 Strukturelle Metadaten
Die strukturellen Metadaten nehmen in vielen Fällen vom Umfang her nur einen kleinen Teil der Datei ein[45], enthalten aber wichtige, maschienenortientierte Informationen zur Essenz. Dies sind Daten wie Format der Videodatei, Kompressionsrate, Bildformat, Format der Sounddatei, Bitraten, Dateigröße etc. Die beiden Elemente der strukturellen Metadaten , mit denen dies verwirklicht wird, sind die so genannten Material Package und File Package.
12.3 Material Package
Das Material Package[47] stellt die sogenannte Output Timeline dar, d.h. es enthält Daten zum Abspielen und Synchronisieren der Datei. Wie jedes Package im MXF-Format umfasst das Material Package eine Sammlung von Tracks. Die Tracks werden unterschieden in Timecode Tracks, Essence Tracks und Descriptive Metadaten Tracks[48]. Jedes Material Package enthält mindestens einen durchgehenden Timecode Track, der die Zeitlinie der Produktion beschreibt. Parallel enthält das Package noch die Essence Tracks in denen auf die unten beschriebenen File Packages referenziert wird. Die optionalen DM Tracks sind Tracks mit Informationen zum Output, wie zum Beispiel Ortsdaten, Personendaten, Zusatzinformationen über die Aufnahmen und Ähnlichem. Je nach Applikationen werden diese beschreibenden Daten aus den File Packages kopiert oder aus dem jeweiligen Track auf den entsprechenden im File Package referenziert. Das Material Package ist definiert durch das Dokument der SMPTE 377M.
12.4 File Package
Das File Package ist von der Struktur aufgebaut wie das Material Package. Es besteht aus einem oder mehreren Timecode Tracks, einem oder mehreren Essence Tracks und optionalen DM Tracks. Die Essence Tracks referenzieren hier auf die eigentliche Essenz, die innerhalb der MXF-Datei oder extern liegen kann. In einem File Package wird der gesamte Inhalt eines Generic Containers beschrieben und darauf referenziert.
Ein wichtiges Element der inhaltlichen Beschreibung der Essenz sind die sogenannten Essence Descriptors. Diese werden unterteilt in zwei wesentliche Kategorien:
- File Descriptors und
- Physical Descriptors[49].
Die Physical Descriptors beinhalten im Wesentlichen wie der Inhalt in die MXF-AAF Umgebung gekommen ist, z.B. durch Digitalisierung oder Konvertierung eines anderen Dateiformats. Die File Descriptors beinhalten die technischen Daten der Essenz die zurWeiterbearbeitung benötigt werden, wie z.B. Kompression, Bitrate, Anzahl der Tonkanäle etc. Spezifiziert werden die Deskriptoren unter anderem in den Dokumentationen der SMTPE Nummern 377M, 381M, 382M. Neben der vorrangigen Funktion der Weiterbearbeitung haben die File Descriptors noch eine zweite Funktion, die im Zusammenhang mit der sogenannten Source Reference Chain interessant werden.
12.5 Source Reference Chain
Ursprünglich war ein Ziel die vollständige Historie des Materials in einer MXF-Datei zu dokumentieren. Als klar wurde, dass einigen Applikationen eine reine Beschreibung der Veränderungen nicht ausreichte, sondern eine vollständige Historie, inklusive aller Originaldaten für einige Applikationen von Nöten ist, wurde das AAF Datenmodell übernommen. Daraus entstand das Konzept der Source Reference Chain[51].
Im Wesentlichen ist die Source Reference Chain eine Verknüpfung mehrerer Generationen von Inhalt. Wie oben beschrieben referenziert das Material Package auf, im einfachsten Fall, ein File Package. Dieses Package wird das Top-Level File Package genannt. Vorläufergenerationen liegen in sogenannten Lower-Level File Packages vor und referenzieren auf die historischen Essenzen in ihrem jeweiligem internen Generic Container oder auf externe Quellen. Sofern es sich um technische Änderungen handelt, wie zum Beispiel Änderung der Bildauflösung oder Samplingrate, werden die orginalen Informationen im File Desriptor eines Low-Level File Packages, die Informationen zur geänderten Essenz im Top-Level File Package gespeichert.
Nach mehrfachen Änderungen ergibt sich eine Kette von Versionen der jeweiligen File Packages und der Essenzen. Aus diesem Umstand ergibt sich die Bezeichnung Source Reference Chain dieses Konzeptes.
12.6 Operational Pattern
Eine MXF-Datei kann, je nach Anforderungen, eine sehr hohe, fast beliebige Komplexität haben[52]. Eine solche Komplexität bedeutet aber auch eine hohe Anforderung an Ressourcen, sei es Speicherplatz oder Systemleistung, um die Daten zu verarbeiten.Umzu verhindern, dass ein System, trotz geringer Komplexität einer MXF-Datei, alle Möglichkeiten/Variationen einer hohen Komplexität abarbeiten muss, werden im MXF-Format sogenannte Operational Pattern benutzt.
Beim Entwurf des MFX-Formats wurden neun grundlegende (Generalized) Operational Pattern (OP) definiert.
In der Horizontalen, bezeichnet mit den Ziffern 1-3, wird das Verhältnis zwischen Material Package und File Package bezüglich der Schnittliste (EDL) festgelegt. Konkret heißt das[54]:
- Item Complexity 1
- Das Material Package bezieht sich auf eine (durchgehende) Sequenz , in einem oder mehreren File Packages, d.h. Länge des Material Package = Länge des/der File Package(s)
- Item Complexity 2
- Das Material Package bezieht sich auf mehrere Sequenzen, in einem oder mehreren File Packages. Die einzelnen Elemente, wie Bild, Ton, Daten etc. sind dabei parallel und synchron im File Package dargestellt und werden vollständig und nacheinander verwendet , wie z.B. in einer Play-Liste.
- Item Complexity 3
- In dieser sehr komplexen Variation ist eine beliebige Zusammenstellung der in den File Packages hinterlegten Tracks möglich. Das heißt, dass die Sequenzen, die aus in einem File Package aufgerufen werden unterschiedliche Länge haben können oder Tracks aus unterschiedlichen File Packages zusammengestellt werden können. Oben rechts in der Grafik (Operational Pattern 3a) sieht man, im Material Package (MP) den oberen, dunklen Track (könnten Bilddaten sein) der länger ist, das der darunter abgebildete Track (z.B. Tondaten). Diese Tracks verweisen auf das File Package 1 (FP1). An der Stelle der Timeline, an der im Material Package der (Ton-)Verweis endet wird auf Tondaten im File Package 2 (FP2) verwiesen. Dies geschied obwohl noch Tondaten im File Package 1 referenziert sind. Es ist in dieser Variation also möglich einen beliebigen Zusammenschnitt aus allen aktiven File Packages zu erstellen.
In der Vertikalen (in der Abbildung), bezeichnet mit den Buchstaben a-c, ist die Komplexität bezogen auf die Packages abzulesen. Konkret heißt das[55]:
- Package Complexity a
- Es gibt ein Material Package und es referenziert auf Sequenzen jeweils eines File Packages
- Package Complexity b
- Es gibt ein Material Package und es referenziert auf mehrere File Packages
- Package Complexity c
- Es gibt mehrere Material Packages und beliebig viele File Package
12.7 Hauptanwendnungsgebiete der Generalized Operational Pattern
- OP1a
- gebräuchlich als Ersatz für Magnetbänder und das AVI-Dateiformat. Es dient auch als Archivformat und als Format bei optischen und magnetischen Laufwerken. Dokumentiert in SMPTE 378M.
- OP1b
- bekommt zunehmende Bedeutung zur Erstellung von Produktionen im Sinne eines Master Files mit dessen Hilfe mehrsprachige und multiversionale Produktionen erstellt werden können. In Verbindung mit dem OP1b werden meist externe Essenzen, meist OP-Atom-Dateien, verwendet. Dokumentiert in SMPTE 391M.
- OP1c
- ist die einfachste Variante eines Master File Format für mehrsprachige und multiversionale Produktionen. In Verbindung mit dem OP1c werden meist externe Essenzen, meist OP-Atom-Dateien, verwendet. Dokumentiert in SMPTE 408M.
- OP2a
- ist in der Praxis faktisch bedeutungslos. Dokumentiert in SMPTE 392M.
- OP2b
- wird von einigen Ausgabeanwendungen genutzt, ist aber als Kombinatioen der OP1b und OP2a fast bedeutungslos, da in der Wirkung mit dem OP1b die gleichen Ergebnisse zu erzielen sind. Aus diesem Grunde werden Produktionen nach OP2b in OP1b umgewandelt. Dokumentiert in SMPTE 393M.
- OP2c
- ist eine Erweiterung der mehrsprachigen und multiversionalen Möglichkeiten. Mit dem OP2c können einzelne Teile den Anforderungen, sprachlich oder visuell, verschiedener Zielgruppe, in einer MXF-Ausgabegruppe angepasst werden. Dies kann z.B. durch Anpassung der Titelsequenz oder der Credits umgesetzt werden. Dokumentiert in SMPTE 408M.
- OP3a
- ist die Einführung der vollen Cut-List-Funktionalität, d.h. beliebigen Zugriff auf die File Packages. Dieses Pattern hat in der Praxis keine Bedeutung. Dokumentiert in SMPTE 407M.
- OP3b
- erweitert die Möglichkeiten des OP3a um Zugriffe auf weitere File Packages, so dass parallel auf beliebige File Packages zugegriffen werden kann. Es ist ein Pattern, dass sich zum Erstellen und Bearbeiten von Produktionen eignet. In der Praxis wird aber mehr auf das Advanced Authoring Format (AAF) zurückgegriffen. Dokumentiert in SMPTE 407M.
- OP3c
- vereinigt alle Funktionalitäten der oben genannten Pattern. Es eignet sich zur Veröffentlichung von fertigen, mehrsprachigen und multiversionalen Produktionen (als Single File, d.h. mit internen Essenzen) oder als Archiv in Form einer Sammlung von externen Essenzdateien. Dieses hochentwickelte Pattern wird zur Zeit noch nicht eingesetzt. Dokumentiert in SMPTE 408M.
12.7.1 OP-Atom
Ein spezielles Operational Pattern mit besonderer Bedeutung in der Praxis ist das OP-Atom. Die wesentlichen Merkmale des OP-Atom sind[56]:
- eine OP-Atom Datei hat ein Top-Level File Package, dass auf den einzigen Essenz Container in der Datei verweist.
- das File Package hat genau einen essenzbeschreibenden Track.
- der Essenz Container ist intern.
- in jeder OP-Atom Datei gibt es ein Material Package. Die Anzahl an Tracks ist im Material Package nicht beschränkt.
Dies ermöglicht Gruppierungen von OP-Atom Dateien, in denen jeweils das identische Material Packge vorliegt und damit zur Synchronisation der Gruppe dient.
- es gibt genau eine Index Table im File Footer
- es existiert nur ein Set an Header Metadaten im File Header
In der Praxis wird dieses Pattern in nicht-linearen Editingsystemen und in Kamera Wechseldatenträgern genutzt. Dokumentation: SMPTE 390M
12.8 Dateistruktur
- Partition
- Eine Partition ist die kleinste Einheit einer MXF-Datei, die analysiert und decodiert werden kann[57]. Eine solche Partionierung kann z.B. zu streaming Zwecken oder zur Fehlerkontrolle gemacht werden. Jede Partition beginnt mit einem Partition Pack und enthält die Eigenschaften (Strukturelle Metadaten) der Partition.
- Key-Length-Value-Protocol
- Alles in einer MXF-Datei ist auf Grundlage dieses Protokolles codiert.
- Index Table
- Ein Index Table enthält Informationen, die es erlauben auf jegliche Inhalte der Essenz zuzugreifen, ohne die gesamte Essenz durchlaufen zu müssen[58], d.h. die Zeitlinie wird in Positionen und Byte Offsets innerhalb der Essenz Partitionen umgerechnet. Die Index Table werden unter Anderem zum Bearbeiten von Programmen oder zum Abspielen von Operational Pattern der Item Complexity 3 benötigt.
Eine weitere Besonderheit des Index Table im Rahmen einer MXF-Struktur ist, dass sie technisch sehr variabel angelegt werden können, d.h. eine Index Table kann in einem Stück oder segmentiert vorliegen[59]. Segmente können Teil des File Header, Body und / oder Footer sein. Sie können als eigene Partition oder als Teil einer Partition (sowohl Header, Footer als auch Teil der Partition mit ihrer assoziierten Essenz) implementiert sein[60].
12.8.1 File Header
Der File Header besteht immer aus mindestens einer 64 KByte Partition. Inhaltlich besteht der File Header im wesentlichen aus Metadaten. Der File Header kann Index Tables enthalten.
12.8.2 File Body
Ein weiterer, optionaler Teil des File Body ist der Generic Container, auch Essence Container genannt. Er ist die Hülle für die eigentliche Essenz. Jede MXF-Datei kann beliebig viele (auch keinen) Generic Container enthalten. Innerhalb dieses Containers ist die Essenz in sogenannte Content Packages, von gleicher (zeitlicher) Länge, unterteilt.
Ein Content Package besteht aus bis zu fünf Items, daß aus einen oder mehreren Elementen besteht:
- System Item: enthält Content Package bezogende Metadaten. Dies können Referenzen zur Erleichterung des Zurückspulens in Frame-wrapped Containern sein oder nur eine Identifikation des Content Packages
- Picture Item: enthält grafische Elemente
- Sound Item: enthält Tonelemente
- Data Item: enthält Elemente, die weder Bild- noch Tonelemente sind, wie z.B. Untertitel, Videotext u.ä.
- Compound Item: enthält Elemente, die sich auf Grund ihrer Mischung aus untrennbaren Bild-, Ton- und/oder Metadaten keinem anderen Item zuordnen lassen
In jedem Item können bis zu 127 KLV kodierte Elemente untergebracht werden.
Für die CPs gelten folgenden Richtlinien[64]:
- Jedes Element hat die selbe Länge.
- Ein Element definiert die grundlegende Zeitschiene (normalerweise das Bildmaterial)
- Die Dauer ist ein ganzzahliges Vielfaches der kleinsten Einheit des Elementes, dass die grundlegende Zeitschiene definiert. (z.B. bei einem Video ist die kleinste Einheit ein Bild, die Dauer könnte also 1000 mal ein Bild sein, bei einer Bildrate von 20 pro Sekunde wäre das 50 Sekunden).
- Nur bei Frame-based wrapping: Die Anzahl an Elementen ist konstant.
- Nur bei Frame-based wrapping: Die Anordnung der Elemente wird nicht geändert.
- Nur bei Frame-based wrapping: Zusammengehörige / Synchronisierte Elemente sollten in einem Content Package gruppiert sein.
Das Konzept der Content Packages bildet die Grundlage zur Streaming-Fähigkeit und bietet zwei grundlegende Möglichkeiten Bild, Ton und/oder sonstiges Material im Container unterzubringen.
Die erste Möglichkeit ist das sogenannte Frame-Based Wrapping, d.h. das Material wird in einzelne, zeitlich gleichlange Elemente unterteilt und jeweils in einem Content Package abgelegt. In vielen Fällen hat das Content Package eine Länge von einem Video-Frame. Das heißt im Falle einer Video-Clips von 1 Minute mit einer Bildrate von 20 Bildern/s, dass ein entsprechender Generic Container 1200 Content Packages hat.
Die zweite Möglichkeit ist das sogenannte Clip-BasedWrapping. In diesem Falle hat das einzige Content Package dieselbe Dauer, wie die darin abgelegten Inhalte. Der File Body kann Index Tables enthalten.
12.8.3 File Footer
Das entscheidende Element des File Footer ist das Random Index Pack oder RIP. Es ist nicht zwingend erforderlich, aber dringend empfohlen[65]. Das RIP dient als eine Art Inhaltsverzeichnis des File Body, in dem die Position der einzelnen Partitionen hinterlegt werden. Dies kann zum Beispiel genutzt werden um Partitionen zu finden, auf die in einer Index Table verwiesen wird. Des Weiteren kann der File Footer optional auch eine Kopie der im Header hinterlegten Strukturellen Metadaten enthalten. Dies kann unter Anderem der Fehlerkontrolle dienen. Schließlich kann der File Footer Index Tables enthalten.
12.9 Einsatzgebiet
Das MXF-Format ist für die gesamte Breite der Produktion geeignet, also für Produktion, Postproduktion und Distribution. Allerdings hat das MXF-Format in der Postproduktion einige Schwächen im Bereich der Übergänge und der Effekte. Aus diesem Grund wird hier das AAF-Format bevorzugt.
Einige Beispiele für die Anwendung der MXF-Formates:
- Ersatz- und Archivierungsformat für MAZ-Technologie (OP1a)
- Speicherformat für Aufnahmegeräte (OP1a)
- Distribution von mehrsprachigen und multiversionalen Produktionen
- Austauchformat in Verbindung mit Spezialformaten wie AAF und GXF17
- Automatisierung von Distributionen
13 RM - Real Media
"Real Media" wurde in erster Linie entwickelt, um Streaming-Inhalte zu verarbeiten und eine Möglichkeit zu bieten, Inhalte wie eine Fernsehsendung auszustrahlen und dennoch - durch die nicht vorhandene Speicherfunktion dieses Formats - die Rechte der Inhaber zu wahren. Inzwischen existieren natürlich Erweiterungen, welche auch die Speicherung eines über Streaming ausgestrahlten Inhalts ermöglichen.[6]
14 WMV - Windows Media Movie
"Windows Media Movie" steht für eine in das Betriebssystem integrierte Plattform für Multimediainhalte. Dieses Format ist auch fest in den Windows Explorer integriert und ist sowohl in der Lage mit gespeicherten Daten umzugehen als auch Streaming-Dateien zu verarbeiten.[7]
Windows Media Video ist Bestandteil des Windows Media Framework und klassifiziert i.d.R. eine ASF-Datei, welche nur Video-Inhalte beherbergt. Siehe auch ASF, WMA
15 Fußnoten
- ↑ http://www.aafassociation.org
- ↑ http://www.aafassociation.org/html/Memberlist.html
- ↑ Vgl. Heyna, S. 162
- ↑ Vgl. Heyna, S. 157f
- ↑ Vgl. Heyna, S. 173
- ↑ Vgl. Kunze
- ↑ Siehe http://www.uspto.gov/ Patent-No.:6,041,345
- ↑ Vgl: Schmidt, S.697
- ↑ XML steht für Extensible Markup Language und bedeutet strukturierte Darstellung von Daten
- ↑ Steht für Transmission Control Protocol / Internet Protocol, Näheres in Neumann, S.610ff
- ↑ Vor- und Nachteile von UDP und TCP sind in Neumann auf S.620 näher aufgezeigt
- ↑ Angelehnt an Badach, S.283
- ↑ Vgl. Schmid
- ↑ http://www.microsoft.com/mac/otherproducts/otherproducts.aspx?pid=windowsmedia
- ↑ Entnommen aus Microsoft
- ↑ Vgl. Altendorfer / Hilmer, S.415
- ↑ 17,0 17,1 Hesse, W.: AVI (Audio Video Interleaved)
- ↑ Microsoft Corporation:Windows Media Player: Multimedia-Dateiformate.
- ↑ Lipinski, Klaus:Chunk
- ↑ Lipinski, Klaus: RIFF-Dateiformat
- ↑ Microsoft Corporation:Ressource Interchange File Format Services
- ↑ Mohr, Torsten: AVI
- ↑ Hesse, W.: Videodaten erstellen
- ↑ Mohr, Torsten:AVI
- ↑ Entnommen aus Baldock, S.3
- ↑ Vgl. Baldock, S. 3
- ↑ Vgl. Baldock, S. 3
- ↑ Vgl. Baldock, S. 3
- ↑ Vgl. Heyna, S.172
- ↑ Vgl. Heyna, S.171
- ↑ Vgl. Baldock, S. 3
- ↑ Maximilian Eibl: MPEG-1, MPEG-2, MPEG-4 Grundlagen
- ↑ 33,0 33,1 33,2 Dr. Leonardo Chiariglione: MPEG - Achievements
- ↑ Schmitz, Roland u.a.: Kompendium Medieninformatik - Mediennetze, Springer Verlag, Berlin Heidelberg, 2006, S. 38 f.
- ↑ Schmitz, Roland u.a., 2006, S. 44 f.
- ↑ Schmitz, Roland u.a., 2006, S. 51.
- ↑ Schmitz, Roland u.a., 2006, S. 60 f.
- ↑ Schmitz, Roland u.a., 2006, S. 60 ff.
- ↑ Liebchen, Tilman: LPAC - Lossless Predivtive Audio Compression
- ↑ Schmitz, Roland u.a., 2006, S. 61.
- ↑ Vgl. Wells, S. 6
- ↑ Vgl. Wells, S. 2
- ↑ Vgl. Wells, S. 13
- ↑ Vgl. Barnet
- ↑ Vgl. Wells , S. 25
- ↑ Quelle: Wells, S.26
- ↑ Vgl. Wells, S. 64
- ↑ Auch DM Tracks genannt
- ↑ Vgl. Wells, S. 32
- ↑ Quelle: Wells, S.31
- ↑ Vgl. Wells, S. 31
- ↑ Vgl. Arne Nowak / Jan Röder,S.78
- ↑ Entnommen aus Devlin, S. 5
- ↑ Vgl. Wells, S. 34 und 96ff.
- ↑ Vgl. Wells, S. 34 und 96ff.
- ↑ Vgl. Wells, S. 103f
- ↑ Vgl. Wells, S. 69
- ↑ Vgl. Wells, S. 264
- ↑ Im Folgenden wird nur der Begriff Segmente benutzt, womit eine vollständige Index Table eingeschlossen ist.
- ↑ Vgl. Wells, S. 267
- ↑ Angelehnt an: Wells, S.76
- ↑ Quelle: Wells, S.35
- ↑ Quelle: Wells, S.58
- ↑ Vgl. Wells, S. 120f
- ↑ Vgl. Wells, S.362
16 Quellen
[1] http://www.3gpp.org/ftp/Specs/2005-06/Rel-6/26_series/26244-630.zip, Stand: 28.01.2008
[2] ASSOCIATION, Advanced Authoring F.: AAF Specification Version 1.0 DR4. (2000). http://www.aafassociation.org. – Zugriff am: 28.12.2007
[3] HEYNA, Arne: Datenformate im Medienbereich. Fachbuchverlag Leipzig, 2003. – 252 S.
[4] KUNZE, Benjamin: Erstellung von Metadaten mittels Autorentools im Bereich Multimedia / Universität München: Institut für Informatik und Medieninformatik. 2006. – Forschungsbericht. – Zugriff am: 28.12.2007[http://www.medien.ifi.lmu.de/fileadmin/mimuc/hs_ws0506/papers/Metadaten-Autorentools.pdf
[5] ALTENDORFER ; HILMER ; LUDWIG, Otto Altendorfer /. (Hrsg.): Medienmanagement Band 4: Gesellschaft - Moderation & Präsentation - Medientechnik. VS Verlag, 2006
[6] BADACH ; RIEGER ; SCHMAUCH: Web-Technologien. CARL HANSER VERLAG, 2004. – 427 S.
[7] HANSEN ; NEUMANN: Wirtschaftsinformatik 2. 9. Lucius & Lucius Verlagsgesellschaft, 2005. – 924 S.
[8] MICROSOFT: Advanced Systems Format (ASF) Specification. Version: Dezember 2004. http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=31334. 2004 (Revision 01.20.03). – Forschungsbericht. – Zugriff am: 19.12.2007
[9] RÖDER, Jan: Das Material Exchange Format (MXF) im netzwerkbasierten TV-Studio. (2007). – Zugriff am: 17.11.2007
[10] SCHMID, Herbert: Open-Source-Videosoftware nur ohne Microsoft-Format. In: Heise (2000), Juni. http://www.heise.de/newsticker/meldung/9909. – Zugriff am: 05.01.2008
[11] SCHMIDT, Ulrich: Professionelle Videotechnik. 4. Springer, 2005. – 789 S.
[12] SCHNÖLL, Dr. M.: Austauschformate für die vernetzte Produktionsumgebung. (2006). – Zugriff am: 17.11.2007
[13] http://www.slashcam.de/multi/Glossar/DivX.html, Stand: 05.02.2008
[14] http://www.dma.ufg.ac.at/app/link/Grundlagen%3AVideo.Postproduction/module/3822, Stand: 22.01.2008
[15] BALDOCK, Ray: Enabling Network Interoperability Between Video File Servers. (2001). http://www.grassvalley.com/wp/Baldock/SMPTE_360M_GXF/2WW-9425.pdf. – Zugriff am: 03.01.2008
[16] HAGEDORN, Günter: Grass Valley Group präsentiert Shared-Storage-Lösung. (2001). http://www.digitalproduction.com/dp/news_detail.asp?ID=860&NS=1. – Zugriff am: 03.01.2008
[17] HEYNA, Arne: Datenformate im Medienbereich. Fachbuchverlag Leipzig, 2003.– 252 S.
[18] RÖDER, Jan: Über die Rolle von Austauschformaten in der ITbasierten Fernsehproduktion oder MXF - Why should I care? Version: 10 2005. http://oma.e-technik.tu-ilmenau.de/mediaevent/Scripte/051025_FKTG_Regional_ir.pdf. 2005. – Forschungsbericht. – Zugriff am: 09.11.2007
[19] SCHMIDT, Ulrich: Professionelle Videotechnik. 4. Springer, 2005. – 789 S.
[20] DEVLIN, Bruce: MXF - the Material eXchange Format. Version: 2002. http://www.ebu.ch/trev_291-devlin.pdf. 2002. – Forschungsbericht. – Zugriff am: 09.11.2007
[21] NOWAK, Arne ; RÖDER, Jan: Möglichkeiten des MXF-Formates bei der parallelen Produktion für verschiedene Produktionskanäle mit Virtual Set Systemen / TU Illmenau, Institut für Medientechnik, FG Audiovisuelle Technik. 2005. – Forschungsbericht
[22] WELLS, Nick: THE MXF BOOK. Focal Press, 2006. – 378 S.
[23] SMPTE http://www.smpte.org




