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1 Titel
| Titel der Arbeit: | "Wiki-Systeme als kollaborative Systeme im Rahmen der Diplomarbeitsbetreuung"
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| Name der Autoren: | Michael Kotthoff, Martin Ridder
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| Hochschule und Studienort: | FOM Essen
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2 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung
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| VDSL | Very High Speed Digital Subscriber Line
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| DA | Diplomarbeit
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| RSS | Really Simple Syndication
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| IRC | Internet Relay Chat
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3 Abbildungsverzeichnis
| Abb.-Nr. | Abbildung
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| 1 | Ward Cunningham - Gründer vom WikiWikiWeb
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| 2 | Übersicht der Diplomarbeitsprozesse mit deren Beteiligten
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| 3 | Schwierigkeiten während der Diplomarbeit
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4 Tabellenverzeichnis
| Tab.-Nr. | Tabelle
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| 1 | Priorisierung der Schwierigkeiten während der Diplomarbeitserstellung
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| 2 | Zuordnung zwischen den Prozessen der Diplomarbeit und den Prioritäten
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| 3 | Umsetzungsmöglichkeiten der Diplomarbeitsprozesse
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5 Einleitung
In den letzten Jahren hat sich das Internet rasant weiterentwickelt. Neue Technologien und Dienste wie Wikis und virtuelle Onlinewelten verändern den Umgang der Nutzer mit Daten, Informationen und Wissen.
[1] Der Zusammenschluss von mehreren Menschen auf einer zentralen Plattform bekommt im Bereich der Lehre und im Wissensaustausch immer mehr Aufmerksamkeit. Vor allem für Universitäten sind diese Ansätze interessant. Die Erstellung und Betreuung von Diplomarbeiten stellen die Beteiligten vor großen Herausforderungen. Die Planung, Koordination, Kommunikation der Informationen bereiten den Studenten und betreuenden Dozenten z.T. große Schwierigkeiten. Daraufhin besteht der Bedarf die Diplomarbeitsbetreuung mit Hilfe eines Wiki-Systems unterstützen zu können, wessen Umsetzung sich diese Fallstudie zum Ziel macht.
Die nötige Wissensbasis zur Ausarbeitung dieser Fallstudie entsteht durch die Erstellung eines eigens entwickelten Online-Fragebogens. Mit diesen Ergebnissen und der Definition der Prozesse während der Diplomarbeitbetreuung, beantwortet sich final die Frage: Ist eine vollständige Unterstützung der Diplomarbeitsbetreuung mittels einem Wiki-System möglich?
6 Grundlagen
Die Grundlagen dienen zum Grundverständnis des Themas Wiki-Systeme als kollaborative Systeme im Rahmen der Diplomarbeitsbetreuung und werden kurz auf die Themen WEB 2.0, Kollaborative Systeme und Wiki-Systeme eingehen.
6.1 Web 2.0
Der Begriff „Web 2.0“ entstand 2004 bei einer Internetkonferenz, bei der es um den Austausch von Informationen über das Web ging. Schiller-Garcia definiert den Begriff „Web 2.0“ als „einen Sammelbegriff für eine Reihe von Entwicklungen des World Wide Web und fasst den aktuellen Stand der Entwicklungen aus technologischen, soziologischen, individuellen und ökonomischen Perspektiven der gesamten WWW-Evolution zusammen.“
[2] Die Entwicklung vom Web 1.0 zum Web 2.0 prägt sich durch drei wesentliche Veränderungen. Die erste Veränderung sind die mit der Zeit ständig gefallenen Kosten, die für die Nutzung des Internets angefallen sind. Berechneten sich die Kosten für die Internetnutzung früher aus der Grundgebühr, den Einwahlkosten und den Telefonkosten, gibt es heutzutage Flatrates, die nicht nur alle Kosten vereinen, sondern auch drastisch reduzieren. Eine weitere Veränderung sind die Übertragungsraten. Die Entwicklung vom 56k Modem hin zum VDSL mit einer 50Mbit Leitung ermöglicht den Internetnutzern mehrere Datenpakete zu übertragen, um so interaktiv und schneller mit dem Internet zu agieren. Die dritte Veränderung ist das Benutzerverhalten. Das Internet wird nicht mehr nur passiv zum „surfen“ verwendet, sondern von den Benutzern aktiv mitgestaltet. Damit ist gemeint, multimediale Inhalte zu erzeugen und zu verbreiten, aber auch durch kollektives arbeiten mit anderen Nutzern, Portale hinsichtlich der Qualität zu verbessern.
[3]
Dazu gibt es im Web 2.0 Anwendungen, welche den Nutzern Gestaltungs-, Mitsprache- und Interaktionsmöglichkeiten bieten:
- Wiki-Systeme
- Unter einem Wiki-System wird eine webbasierte Kommunikationssoftware verstanden, mit welcher Inhalte schnell und einfach online schreiben, bearbeiten oder löschen kann.[4]
- Weblogs
- Weblogs, auch kurz Blogs genannt, sind online geführte Tagebücher. Autoren dieser Tagebücher werden auch als Blogger bezeichnet und ihre Einträge werden chronologisch auf dem Blog dargestellt.[5]
- Social Networks
- Social Networks sind Plattformen wie zum Beispiel studiVZ oder MySpace, mit denen es möglich ist, sich selber darzustellen, neue Freunde kennenzulernen, sowie diese auf seinem Profil einzubinden. [6]
- RSS-Feeds
- RSS 2.0 steht für Really Simple Syndication und ist ein Service auf Webseiten, um beispielsweise Informationen über ein Thema von einer Webseite zu abbonieren.[7]
6.2 Kollaborative Systeme
Kollaborative Systeme (lat. co- = „zusammen-“, laborare = „arbeiten“) ermöglichen das Zusammenarbeiten mehrerer Teilnehmer in einer Gruppe. Gruppenarbeit zeichnet sich durch Merkmale wie Zusammengehörigkeitsgefühl, Identifizierung mit gemeinsamer Aufgabe bzw. Ziel, zeitlich oder räumlich von der Umgebung abgegrenzt und die Interaktion unter den Mitgliedern aus.
Ziel solcher Systeme ist es, ein gemeinsames Verständnis bezüglich des Problems bzw. des Lerngegenstandes zu bekommen. Systeme zur computerunterstützten Gruppenarbeit werden auch Groupware Systeme genannt. Sie ermöglichen nicht nur kooperatives Arbeiten, sondern auch die Koordination und Kommunikation zwischen den Gruppenmitgliedern. Mithilfe von Groupware Systemen können sämtliche Informationen auf elektronischem Weg ausgetauscht oder kollaborativ bearbeitet werden. Des Weiteren gibt es noch Workflow Management Systeme, welche auch als Teilanwendungen von Groupware Systemen gesehen werden. Sie unterstützen Geschäftsprozesse und beschränken sich auf die Kontrolle und Steuerung von Routinearbeiten.
[8]
6.3 Wiki-Systeme als Werkzeug des Computer Supported Collaborative Learning
In der heutigen Zeit dienen Wiki-Systeme als kollaborative Systeme zur Unterstützung des Wissensmanagement. Wiki-Systeme werden derzert in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt. Es gibt Wiki-Systeme in Universitäten, Unternehmen oder auch privatgeführte Wikis. Im Bezug auf diese Fallstudie wird der Ansatz von Wiki-Systemen auf die Diplomarbeitsbetreuung als Lernplattform untersucht.
6.3.1 Allgemeines
Abbildung 1: Ward Cunningham - Gründer vom WikiWikiWeb
Wiki ist die Abkürzung für WikiWikiWeb. „WikiWiki“ kommt aus dem hawaiischen und bedeutet „schnell“. Ein Wiki-System ist eine webbasierte Kommunikationssoftware, mit der es möglich ist, Inhalte schnell und einfach online zu schreiben, zu bearbeiten und zu löschen. Da in einem Wiki jeder Leser auch zu einem Autor werden kann, dient es hervorragend zum kooperativen arbeiten an Texten und Hypertexten. Ziel eines Wiki-Systems ist es, Forschungsarbeiten zu koordinieren und Informationen auszutauschen. [9]
Das erste Wiki-System wurde von Ward Cunningham 1995 entwickelt. Er entwickelte das sogenannte „WikiWikiWeb“, um das Zusammenarbeiten mit anderen Entwicklern zu erleichtern und Entwurfsmuster zu archivieren. Zwischen 1995 und 2001 wurden verschiedene Wiki-Systeme entwickelt, welche aber nicht so erfolgreich waren. Der Durchbruch gelang den Wiki-Systemen erst durch die Enzyklopädie
Wikipedia im Jahr 2001. In diesem Jahr stieg die Anzahl der Zugriffe auf die Website sehr stark an und es wurden weitere Sprachversionen online gestellt.
[10]
6.3.2 Technische Vorraussetzungen
Wiki-Systeme benötigen einen Webserver, eine relationale Datenbank sowie die Wiki-Software. Die Wiki-Software wird auf dem Webserver installiert und erzeugt Wikiseiten-Templates. Alle Inhalte einer Wiki-Seite werden in der relationalen Datenbank gespeichert. Um auf das Wiki-System zugreifen zu können, wird einen internet- bzw. intranetbasierten Browser benötigt. Dieser stellt eine Anfrage an den Webserver, der dann die Wiki-Hauptseite anzeigt. Dazu wird der Text in Wiki Code umgewandelt und dieser in einem Template angezeigt. Dieses Template kann beispielsweise ein PHP Script sein.
[11]
6.3.3 Funktionen und Merkmale
Wiki-Systeme unterscheiden sich nach ihren Funktionen und Merkmalen. In einem Wiki-System gibt es bestimmte Kernfunktionen und Merkmale, die alle Wiki-Systeme bereitstellen.
Merkmale eines Wiki-Systems leiten sich z.B. durch eine einfache Arbeitsweise mit dem Wiki-System ab. Es werden keine technischen Vorkenntnisse benötigt, um sich an einem Wiki-System anzumelden und Wiki-Seiten anzulegen bzw. zu bearbeiten. Des Weiteren werden keine technischen Hilfsmittel benötigt, um ein Wiki-System zu nutzen. Ein einfacher Internetbrowser reicht dafür aus. Ein weiteres Merkmal ist das Motto des WikiWikiWebs „Jeder kann alles ändern“. Damit unterliegt das Wiki-System nicht nur einem ständigen Umwandlungsprozess, sondern auch Entwicklungsprozess.[12] Weiterhin ist es möglich, innerhalb einer Wiki-Seite auf andere Wiki-Seiten zu verlinken, sodass der Leser die Möglichkeit bekommt, sich über ähnliche Themen zu informieren bzw. diese auch zu ergänzen. Allerdings kann es bei einer Änderung auch vorkommen, dass richtige Inhalte gelöscht oder zum falschen geändert werden. Dazu kann in der Historisierung nachvollzogen werden, was geändert wurde, um evtl. ein mögliches Rollback zu machen oder den alten Zustand des Textes wiederherstellen zu können.[13]
Wiki-Systeme bieten neben den Merkmalen auch zusätzliche Funktionen. Diese Funktionen werden auf der Wiki-Hauptseite unter dem Menüpunkt Spezialseiten kategorisiert dargestellt. Es gibt insgesamt elf Kategorien, welche zur Verwaltung bzw. zur Konfiguration des Wikis genutzt werden können. Dazu zählen z.B. die Kategorien Wartungslisten, Anmelden, Benutzer und Rechte, Letzte Änderungen und Logbücher, Medien und mehr. Da ein Wiki-System viele Grundfunktionen besitzt, wird nur auf einige wichtige Funktionen eingegangen.
Unter den Wartungslisten gibt es zum Beispiel die Funktion „Geschützte Seiten“. Mit dieser Funktion können Seiten angegeben werden, die für Nutzer nicht bearbeitet werden können. Grundsätzlich sind schon die Hauptseite, Impressum oder auch die Datenschutzseite geschützt. In der Kategorie Anmelden ist es mit der Funktion „Anmelden“ möglich, sich am Wiki-System anzumelden, sodass nur autorisierte Benutzer Artikel bearbeiten können. Aber auch autorisierte Benutzer können im Wiki nicht alles machen. Mit den Funktionen unter den Benutzer- und Rechtekategorien kann einsehen werden, welche Benutzergruppen es gibt und welche Rechte sie haben. Zusätzlich kann sich über die Mitgliederliste angezeigt werden lassen, wer sich in welcher Benutzergruppe befindet. Mit der Funktion „Einstellungen“, können persönliche Einstellungen wie Änderung der E-Mail Adresse vorgenommen werden, welche das Skin (Aussehen) vom Wiki ändern oder die Suche verfeinern.
Die Letzten Änderungen und Logbücher Kategorie beinhaltet zum Beispiel die Funktion „Letzten Änderungen“. Damit können alle Seiten gesehen werden, die zuletzt geändert wurden. Mit der Funktion „Logbücher“, können sich bestimmte Logbücher wie zum Beispiel das Rechte-Logbuch angezeigen werden lassen. Damit ist ersichtlich, welche Benutzer zuletzt welche Rechte bekommen hat. In der Media Kategorie kann mit der „Hochladen“ Funktion, Bilder hochgeladen werden, um sie in einem Artikel einzubinden. Außerdem können sich mit der Funktion Dateiliste, alle bisher hochgeladenen Dateien angeschaut werden.
Das Wiki-System bietet allerdings nicht nur Grundfunktionen an, sondern ist es auch möglich, nachträglich Wiki-Funktionen zu implementieren. Diese Implementierungen werden auch Wiki-Extensions genannt und können zum Beispiel die Funktion „
als PDF ausgeben“ sein, mit der es möglich ist, sich einen bestimmten Artikel als PDF-Dokument anzuschauen und zu speichern. Dazu wird im späteren Kapitel
7.3.3 weiter eingegangen.
[14]
6.4 Diplomarbeit
Das Diplom ist in Deutschland der meistverbreiteste akademische Titel und wird endgültig durch die Diplomarbeit und das dazugehörige Kolloquium erlangt. Die Diplomarbeit wird innerhalb einer vorgegebenen Aufgabenstellung und eines bestimmten Zeitraumes nach wissenschaftlichen Methoden selbstständig erstellt. Der Umfang einer Diplomarbeit liegt ca. bei 60 bis 120 Seiten und muss innerhalb eines Zeitrahmens von drei bis sechs Monaten abgeschlossen sein. Das Diplom wird bis 2010 durch die Studiengänge Bachelor und Master abgelöst. Dies wurde 1999 in Bologna von 29 EU Staaten beschlossen, um einen gemeinsamen Hochschulraum zu schaffen. Auf die einzelnen Diplomarbeitsphasen wird im Kapitel
7.2 näher eingegangen.
[15]
7 Wiki-Systeme im Rahmen der Diplomarbeitsbetreuung
Dieses Kapitel untersucht Wiki-Systeme im Rahmen der Diplomarbeitsbetreuung. Anhand eines Fragebogens wird das Anwendungspotenzial von Wiki-Systemen im Rahmen der Diplomarbeitsbetreuung an Universitäten in Nordrhein-Westfalen ermittelt. Daran ist der Verbreitungsgrad solcher Wiki-Systeme zu erkennen und in wie fern sie zur Unterstützung der DA-Prozesse dienen. Des Weiteren werden in diesem Kapitel die Informations- und Kommunikationsaufgaben deutlich gemacht.
7.1 Empirische Forschung: Anwendungspotenzial von Wiki-Systemen im Rahmen der Diplomarbeitsbetreuung an Universitäten in NRW
Im folgenden Kapitel wird auf den Fragebogen dieser Fallstudie eingegangen. Es wird die zentrale Fragestellung erläutert, die beteiligten Personen vorgestellt, die inhaltliche Struktur des Fragebogens und die Befragungsauswertung dargestellt.
7.1.1 Ziel der Befragung
Um eine zielgerechte Befragung durchführen zu können, ist es wichtig, welche Ergebnisse mit dieser Befragung erreicht werden soll.
[16] Bis jetzt herrscht noch keine Erkenntnis, in wie weit Wiki-Systeme an Universitäten zur Diplomarbeitsbetreuung eingesetzt werden. Durch den Fragebogen können die Beteiligten Verbesserungsvorschläge oder Anmerkungen zu ihrem Wiki-System geben, sofern vorhanden. Außerdem lässt sich durch den Fragebogen feststellen, ob Beteiligten schon mal mit einem Wiki-System gearbeitet haben und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben. Es gilt durch den Fragebogen herauszufinden, wiefern Wiki-Systeme in der Diplomarbeitsbetreuung verbreitet sind und wie die Informations- und Kommunikationsaufgaben derzeit während des Diplomarbeitsprozesses wahrgenommen werden.
7.1.2 Zielpersonen
Es wurden zwei Fragebögen erstellt. Ein Fragebogen, welcher sich an Studenten richtet und ein Fragebogen, welcher sich an die Dozenten richtet. Damit soll erreicht werden, dass sich unterschiedliche Meinungen zu den Zielen des Fragebogens ergeben.
Studenten
Der Fragebogen für die Studenten richtet sich an alle Semestergänge, damit sichergestellt ist, dass auch Studenten, welche noch nicht mit einem Wiki-System gearbeitet haben, trotzdem Interesse aufweisen.
Dozenten
Der Fragebogen richtet sich an Dozenten aus den Fachbereichen in der Informationsverarbeitung, da sie sich besser mit diesem Thema auskennen und eventuell schon so was anbieten.
7.1.3 Fragebogenerstellung
Bei der Fragebogenerstellung wurde darauf geachtet, dass sich durch den Aufbau und die Struktur ein schlüssiges und inhaltliches Ergebnis erzielen lässt. Im Folgenden wird kurz auf die Vorgehensweise, den Aufbau und die Struktur, sowie den Inhalt zur Erstellung dieses Fragebogens eingegangen.
7.1.3.1 Vorgehensweise
Es ist bei der Vorgehensweise darauf geachtet worden, den Fragebogen schnell und einfach Auswerten zu können. Zur Realisierung wurde die Google-Applikation zur Erstellung von Umfragen verwendet. Damit ist es möglich Fragen zu erstellen, welche über einen bestimmten Link bereitgestellt werden. Diesen Link kann einfach per Mail oder sonstige Informationswege an Teilnehmer gesendet werden. Füllt der Teilnehmer die Umfrage aus, werden diese Ergebnisse direkt unter dem Google Mail Account gespeichert und kann diese mithilfe eines Tabellenkalkulationsprogramms auswerten.
7.1.3.2 Aufbau und Struktur
Der Aufbau der Fragebögen ist ausschließlich mit geschlossenen Fragen gestaltet worden. Damit konnte eine einfache Fragestellung, sowie eine einfache Auswertung des Fragebogens ermöglicht werden. Die Studenten bekamen einen Fragebogen mit 16 Fragen, in denen es hauptsächlich darum geht, ob sie schon mal mit einem Wiki-System gearbeitet haben und ob die Bereitschaft vorhanden ist, eine Diplomarbeit in einem Wiki-System zu schreiben. Die Dozenten haben einen Fragebogen mit 17 Fragen bekommen. Bei ihnen geht es eher darum, wie die Kommunikation während der Diplomarbeit abgelaufen ist, da sie durchgängig Diplomarbeiten betreuen. Aufgrund der Fragestruktur können wir von der Frage der Wichtigkeit der Kommunikationsplattformen ableiten, ob ein Wiki-System dazu im Stande ist, für Diplomarbeiten eingesetzt zu werden.
[17]
7.1.3.3 Inhalt
Beide Fragebögen beinhalten zu Beginn eine Einleitung, in der die Intension des Fragebogens vorgestellt wird. Im Folgenden wird der Inhalt beider Fragebögen näher dargestellt.
Dozenten
Die ersten drei Fragen des Fragebogens für Dozenten beziehen sich auf allgemeine Informationen über den Dozenten. Dabei soll zum Beispiel die Frage nach dem Alter Aufschluss darüber geben, in wie weit Generationen mit dem Fortschritt der Zeit gehen. Die nachfolgenden vier Fragen beziehen sich auf das Wiki Umfeld. Dort wird nach der Häufigkeit beim Einsatz von Wiki-Systemen gefragt oder ob die eigene Universität Wiki-Systeme einsetzt, um Diplomarbeiten oder Facharbeiten schreiben zu lassen. Die letzten Fragen beziehen sich zusätzlich noch auf die Diplomarbeit selber. Hier werden Fragen zu Problemen von Diplomarbeiten gestellt bzw. welche Kommunikationsmöglichkeiten bei der Diplomarbeitsbetreuung genutzt werden. Außerdem wird intensiv auf Kommunikationsplattformen im Hinblick auf Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit eingegangen.
Studenten
Der Fragebogen der Studenten ähnelt dem Fragebogen der Dozenten ein wenig. Allerdings zielt die erste Frage nicht auf das Alter ab, sondern auf das aktuelle Semester. Damit soll festgestellt werden, ob die Bereitschaft in Zukunft Facharbeiten bzw. Diplomarbeiten in Wiki-Systemen zu schreiben gegeben ist, obwohl so eine Facharbeit noch nicht geschrieben wurde. Die nächsten vier Fragen beziehen sich wie bei den Dozenten auf Wiki-Systeme. Außerdem wollten wir ebenfalls bei den letzten Fragen auf die Diplomarbeit und die Kommunikationsplattformen eingehen, um einen Vergleich der späteren Diplomanden und ihren Betreuern zu machen.
7.1.4 Befragungsauswertung
Informationen zu den Befragten
Um eine anonyme Befragung durchführen zu können, wurden die Beteiligten nicht nach dem Namen und Universität gefragt. Die Dozenten sollten eine grobe Altersrichtlinie zwischen „älter als 35“ bzw. „jünger als 35“ angeben, wie viele Studenten sie pro Semester im Durchschnitt betreuen und zusätzlich in welchem Fachbereich sie Diplomarbeiten betreuen. Dabei hat sich herausgestellt, dass von 19 Dozenten, die an der Umfrage teilgenommen haben, 5 unter 35 Jahren sind und 14 über 35 Jahre sind. Da wir hauptsächlich Dozenten befragt haben, welche sich mit Diplomarbeiten in der Wirtschaftsinformatik befassen, ist der überwiegende Teil der Dozenten im Fachbereich Wirtschaftsinformatik tätig. Im Durchschnitt betreut jeder Dozent 7 Studenten pro Semester.
Bei der Studentenumfrage wurde lediglich nach dem Semester gefragt, um einzuschätzen, in wie weit sich Studenten mit Themen wie Diplom-/Bachelorarbeiten oder Facharbeiten beschäftigen. An der Umfrage der Studenten haben 114 Studenten teilgenommen. Da erst ab dem Hauptstudium Facharbeiten und am Ende des Studiums Diplom-/Bachelorarbeiten geschrieben werden, wurde die Auswertung der Semester in Semester 1 bis 4 und Semester 5 bis Ende unterteilt. Dabei wurde festgestellt, dass 65 Studenten in den Semestern 1 bis 4 sind und 49 Studenten im Hauptstudium sind. Daraus lässt sich schließen, dass über die Hälfte der Studenten noch keine Facharbeit bzw. Diplom-/Bachelorarbeit geschrieben hat.
Didaktisches Konzept
Um die Auswertung des Fragebogens zu vereinfachen, ähneln sich die Fragen des Fragebogens der Dozenten und Studenten. Die folgenden Schlagworte setzen sich aus Fragen des Fragebogens zusammen und handeln über das Verständnis von Wiki-Systemen und die Erstellung der Diplom-/Bachelorarbeiten.
- Wikipedia als Nachschlagewerk
- Heutzutage wird gedacht, dass Wikipedia als häufigstes Mittel zum Nachschlagen von Informationen eingesetzt wird. Die Umfrage bestätigt, dass insgesamt 61% der Befragten Wikipedia häufig bzw. sehr häufig als Nachschlagewerk benutzen. Nur wenige benutzen es nicht, um sich einen Überblick über Informationen zu verschaffen.
- Umgang mit einem Wiki-System
- Mit der Frage, ob man sich schon mal aktiv in einem Wiki-System beschäftigt hat, hat sich herausgestellt, dass 23% schon mal in einem Wiki-System einen Artikel eingestellt bzw. bearbeitet haben. 77% der Befragten haben sich noch aktiv an einem Wiki-System beteiligt. Damit soll festgestellt werden, in wie fern eine Aussage über die Bedienbarkeit eines Wiki-Systems gemacht werden kann. Dazu wird im Nachhinein noch einmal eingegangen.
- Einsatz eines Wiki-Systems
- Um die Verbreitung von Wiki-Systemen festzustellen, wurde nach dem Einsatz von Wiki-Systemen an der eigenen Universität gefragt. Dabei hat sich herausgestellt, dass 38% der Befragten an ihrer Universität ein Wiki-System einsetzen. 43% der Befragten wissen, dass es kein Wiki-System an ihrer Universität gibt und 19% haben keine Angabe dazu gemacht.
- Einheitliche Plattform zur Diplomarbeitsbetreuung
- Wie die Befragten zu einer einheitlichen Plattform zur Diplomarbeitsbetreuung stehen, wurde die Frage gestellt, ob sie denken, dass eine einheitliche Plattform die Arbeit der Diplomarbeit erleichtern würde. Dazu haben 78% eine positive Einstellung, 14% können sich so etwas nicht vorstellen und 8% haben zu dieser Frage keine Angabe gemacht.
- Probleme bei Erstellung der Diplomarbeit
- Jeder Diplomand hat Probleme bei der Anfertigung der Diplomarbeit. Mit dem Fragebogen wurde die Sicht der Probleme aus zwei Blickwinkeln betrachtet. Die Dozenten machen bei längerer Betreuung von Diplomarbeiten Erfahrungen, womit Studenten ihre Schwierigkeiten haben. Zusammen mit den Auswertungen der Studentenumfragen wurde klar, dass Studenten die meisten Probleme in der Literaturrecherche und der Themenfindung haben. Aus Sicht der Dozenten haben Studenten die größten Probleme in der Gliederung der Diplomarbeit. Die nächst größeren Probleme liegen aus Sicht der Dozenten bei der schriftlichen Erstellung der Diplomarbeit. Daraus wird ersichtlich, dass es nur geringe Probleme bei der Kommunikation mit dem Dozenten oder bei der Informationsbeschaffung der Diplomarbeit entstehen. Auf diese Fragestellung wird im Kapitel 7.3.2 weiter eingegangen.
- Kommunikationsmöglichkeiten mit dem Dozenten
- Bei den Kommunikationsmöglichkeiten mit dem Dozenten bzw. mit dem Studenten, wurde festgestellt, dass als meist eingesetztes Kommunikationsmittel E-Mails, Sprechzeiten und das Telefon genutzt werden. Allerdings wurde auch ersichtlich, dass schon jetzt Wiki-Systeme als Kommunikationsmöglichkeiten eingesetzt werden. Wie diese Möglichkeiten innerhalb eines Wiki-Systems genau Unterstützt werden können, wird im Kapitel 7.3.3 erklärt.
- Vertiefung von Studienwissen
- Bei der Frage nach dem Vertiefen von Studienwissen, wurde gefragt, ob RSS Feeds, Wiki-Systeme oder andere Web-Services genutzt werden. Damit soll sich herausstellen, ob solche Funktionen in Wiki-Systeme eingebunden werden sollen. Bei der Umfrage wurde deutlich, dass diese Möglichkeiten zur Studienvertiefung ausgeglichen sind.
- Wichtigkeit bei einer Kommunikationsplattform
- Bei der Auswertung der beiden Fragebögen im Hinblick auf die Wichtigkeit einer Kommunikationsplattform haben sich die Ergebnisse der Dozenten und Studenten kaum unterschieden. Am wichtigsten war den Befragten, das eine korrekte Funktionalität und Leistung vorliegt und nicht ein Wiki-System, welches bei hohen Belastungen abstürzt. Als zweitwichtigstes Anliegen war die Benutzerfreundlichkeit, bei der der Fokus auf einer leichten und intuitiven Bedienbarkeit lag. Das der private Nutzen der Plattform höher als die „klassischen“ Kommunikationsmittel sein muss, war den Befragten nicht so wichtig.
7.2 Informations- und Kommunikationsaufgaben während der Diplomarbeitsphasen
Der Gesamtprozess der Erstellung der Diplomarbeit wird im folgenden Kapitel phasenorientiert betrachtet. Während diesen Phasen bestehen für die beteiligten Personen, zu denen der Student und der/die Betreuer gehören, unterschiedliche Wissens- und Kommunikationsbedarfe. Unter dem Fokus der Informations- und Kommunikationsaufgaben, entsteht ein Modell, welches im Kapitel
7.3.1 aufbereitet wird.
7.2.1 Themenfindung
Viele Studenten haben die Möglichkeit, vor Antritt der Diplomarbeit eigene Präferenzen oder Tendenzen bezüglich des Themenschwerpunkts zu äußern.
[18] In der Regel wird dies von den Studenten wahrgenommen, ohne zuvor eine ausgibige Prüfung der eigenen Vorschläge vorgenommen zu haben.
[19] Kernüberlegungen sollten zu Beginn der Themenfindung die eigenen Fähigkeiten und Interessen sein, die sich in der Regel mit den Themenschwerpunkten aus dem Hauptstudium decken.
[20] Oft besteht auch die Möglichkeit, die Diplomarbeit in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen oder Institut zu tätigen. Die Anfertigung einer solchen Arbeit mit einem Praxispartner bringt neue Kontakte zu eventuell zukünftigen Arbeitgebern und Kommunikationsmöglichkeiten.
Ob sich ein Themenbereich grundsätzlich für eine Diplomarbeit eignet, lässt sich u.a. anhand der verfügbaren Literatur beurteilen. Während der ersten Phase der Themenfindung besteht eher die Wichtigkeit zu wissen, wie viele Quellen es zu dem angestrebten Thema gibt. Diese erste Selektion von Literaturquellen ist wichtig, da sich die Quantität und auch Qualität zwischen einem sehr aktuellen und speziellen Thema und einem allgemein bekanntem Thema unterscheiden kann. Wurde der Themenbereich festgelegt, muss nachfolgend überlegt werden, bei welchem Dozent die Diplomarbeit angefertigt werden soll. Es ist zu recherchieren, welcher als themenadäquater Betreuer in Betracht kommt.
7.2.2 Zielsetzung und Konzept
Ist der geeignete Dozent für die Betreuung der Diplomarbeit gefunden, sind die Entwicklung einer ersten Gliederung und eines Motivationspapiers vorrangiger Arbeitsschritt. Damit wird dem Dozenten die nötigen Informationen über die Zielsetzung und der Konzeption der Diplomarbeit zur Verfügung gestellt. Während dieses Prozesses steht der Student bei inhaltlichen und formalen Problemen im wechselseitigen Kontakt mit dem Dozenten und etwaigen externen Partnern. Entsprechend der Prüfungsordnung hat der Student eine selbstständige Leistung zu erbringen, sodass diese Kommunikation als Rücksprache und nicht als eine Beratung zu verstehen ist. Mit der Gliederung erhalten die Betreuer das inhaltliche Gerüst der Arbeit und haben einen schnellen Überblick über den roten Faden.
Die geeignete Literaturbasis für die Diplomarbeit ist mit dem Betreuer abzustimmen und zu quantifizieren. Um auch die Qualität zu gewährleisten, dürfen nur wissenschaftliche Quellen verwendet werden und dem Thema entsprechend angepasst sind.
7.2.3 Operative Erstellung
Mit der Anmeldung bei der Studien- und Prüfungsabteilung der Universität, beginnt die Diplomarbeitserstellung. Nachdem der betreuende Dozent dem Studenten die notwendigen Informationen zu den Anmeldefristen und /- modalitäten mitgeteilt hat, beginnt die eigentliche Ausarbeitung des Konzepts der Diplomarbeit. Das Ausformulieren der Diplomarbeit nimmt ca. 50 % der Gesamtbearbeitungszeit in Anspruch. Die korrekte Ausführung und Umsetzung der Richtlinien zur Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit stellt sich in dieser Phase für viele Studenten als problematisch dar. Die Auswahl an Fachliteratur über dieses Thema ist unüberschaubar. Viele Universitäten haben individuelle Richtlinien zur Erstellung der Diplomarbeit. Der Informationsüberfluss laut Literatur und individuelle Regeln stellen den Studenten vor einen Informationskonflikt. Dadurch können z.B. unnötige Formalfehler auftreten. Die Gründe liegen z.B. an falschen Formatierungen, Zitierungen oder Formulierungen, die die Benotung für die Diplomarbeit verschlechtern. Für die operative Erstellung ist eine hohe Transparenz über die Informationen zur Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit von besonderer Bedeutung.
Durch den hohen zeitlichen Aufwand in dieser Phase, wo die eigentliche detaillierte Ausarbeitung über das Thema stattfindet, ist die Unterstützung durch den/die Betreuer besonders wichtig. Der Kommunikationsbedarf des Studenten steigt, weil Feedbacks oder Diskussionen als Kontrollfunktionen über den Verlauf der Diplomarbeit verstärkt in den Fokus rücken. Weiterführende Literaturhinweise oder etwaige Partnervermittlungen für Befragungen o.ä. veranlassen zusätzliche Kommunikation zwischen Studenten und Betreuer.
7.2.4 Finalisierung
Nachdem die Diplomarbeit geschrieben worden ist, folgt die Begutachtung und Beurteilung durch den Erst- und Zweitgutachter. Während der Korrekturzeit von vier bis sechs Wochen nach Abgabe der Arbeit erfolgt die Zulassung bzw. im negativen Fall die Ablehnung zum Kolloquium, der mündlichen Prüfung. Diese bildet den Abschluss des Studiums.
7.3 Unterstützung der Diplomarbeitsprozesse durch ein Wiki-System
Die empirische Forschung in Form der Fragebögen aus Kapitel
7.1 und die Ausarbeitungen aus Kapitel
7.2 bilden die Basis für die Ableitung weiterer Erkenntnisse, die in diesem Kapitel beleuchtet werden. Ziel ist es die Frage zu beantworten: Wie können die einzelnen Diplomarbeitsprozesse mit Hilfe eines Wiki-Systems unterstützt werden?
7.3.1 Konsolidierung und Kategorisierung der Aufgaben
In dem nachfolgenden Modell werden die einzelnen Diplomarbeitsprozesse mit den beteiligten Personen veranschaulicht. Abhängig vom zeitlichen Verlauf werden die Prozesse benannt und der jeweiligen Phase zugeordnet.
Das Modell berücksichtigt auch die Beteiligung externer Betreuer, zu denen z.B. Vertreter von Firmen oder Instituten gehören, wo der Diplomand die Diplomarbeit schreibt.
Abbildung 2: Übersicht der Diplomarbeitsprozesse mit deren Beteiligten
Bei vielen Teilprozessen entstehen kollaborative Tätigkeiten, da mehere Personen involviert sind. Diese Tatsache ist Grundlage für die Entscheidung, dass ein Wiki-System als kollaboratives System für die Diplomarbeitsbetreuung eingesetzt werden kann.
7.3.2 Gewichtung (in Anlehnung am Fragebogen)
Grundsätzlich besteht die Zielformulierung an dieser Fallstudie, den Gesamtprozess der Diplomarbeit mit Hilfe eines Wiki-System zu unterstützen. Den höchsten Nutzen haben die Anwender, wenn das System die Prozesse unterstützt, wo jene die größten Schwierigkeiten sehen. Der Fragebogen behandelt diesen Fall in der Frage "In welchen Situationen sehen Sie die größten Schwierigkeiten in der Erstellung der Diplomarbeit". Beide Probanten haben ihre Einschätzung dazu abgegeben. Die Ergebnisse dazu werden im folgenden Bild grafisch aufbereitet.
Abbildung 3: Schwierigkeiten während der Diplomarbeit
Nachdem die Anzahl der Stimmen aufsummiert sind, ergibt sich somit eine Rangfolge, in welchen Situationen die größten Schwierigkeiten liegen. Diese werden für die weiteren Ausarbeitungen priorisiert behandelt. Die Kennzeichnung der Priorität wird mit Punkten von eins bis zehn quantifiziert. Ein Punkt hat die niedrigste Priorität und zehn die Höchste.
| Antwortmöglichkeit
| Priorität (in Punkten)
|
| Literaturrecherche
| 10
|
| Gliederung der Diplomarbeit
| 8
|
| Themenfindung
| 7
|
| Schriftliche Ausarbeitung
| 6
|
| Kommunikation
| 4
|
| Aufklärung und Informationsbeschaffung der Diplomarbeit
| 2
|
Tabelle 1: Priorisierung der Schwierigkeiten während der Diplomarbeitserstellung
Da sich hinter den Antwortmöglichkeiten ein oder mehrere Prozesse (vgl. Kapitel
7.3.1) verbergen, werden diese in der folgenden Tabelle abgeleitet und mit den zuvor definierten Prioritäten versehen. Das folgende Beispiel dient dem Verständnis dieser Methodik und wird analog weitergeführt: Zu der Antwortmöglichkeit "Literaturrecherche" sind die Prozesse "Erste Literaturrecheche" und "Erstellung der Literaturbasis" verknüpft und werden laut Definition in Tabelle 1 mit 10 Punkten priorisiert. Es sei darauf hingewiesen, dass es diejenigen Prozesse, die nicht im Fragebogen behandelt worden sind, mit der mit der niedrigsten Priorität eingestuft sind.
| Prozess
| Priorität
|
| Erste Literaturrecherche
| 10
|
| Erstellung der Literaturbasis
| 10
|
| Gliederung erstellen
| 8
|
| Mögliche Themen publizieren
| 7
|
| Suche nach passendem Betreuer/Dozent
| 7
|
| Ausformulierung der Diplomarbeit
| 6
|
| Rücksprache über Gliederung und Motivationspapier
| 4
|
| Feedback
| 4
|
| Diskussion
| 4
|
| Aufklärung über Anmeldefristen - und Modalitäten
| 2
|
| Transparenz über wissenschaftliche Arbeiten
| 2
|
| Motivationspapier erstellen
| 1
|
| Verifizierung der Gliederung, Motivationspapier und Literaturbasis
| 1
|
| Anmeldung der Diplomarbeit
| 1
|
| Partnervermittlung (für Umfragen etc.)
| 1
|
| Abgabe der Diplomarbeit
| 1
|
| Beurteilung und Benotung
| 1
|
Tabelle 2: Zuordnung zwischen den Prozessen der Diplomarbeit und den Prioritäten.
Mit den Erkenntnissen aus Kapitel
7.3.1 und diesem Kapitel ist die notwendige Ausgangssituation geschaffen, um darüber zu diskutieren wie die Umsetzung der priorisierten Teilprozesse während der Diplomarbeit auf einer Wiki-Plattform stattfinden kann.
7.3.3 Umsetzungsmöglichkeiten mittels Wiki-Funktionalitäten
Es stellt sich nun die Frage, ob und wie die obigen Prozesse mittels der Funktionalitäten eines Wiki-Systems umgesetzt werden können. In diesem Kapitel werden drei Klassen gebildet, welche jeweils unterschiedliche Methoden und Umsetzungsmöglichkeiten bereitstellen. Diese werden im folgenden erläutert:
Standardfunktion
Wie bereits im Kapitel 6.3.3 erklärt, bringt die Standardinstallation eines Wiki-Systems eine Fülle an Standardfunktionen mit sich. Diese können ohne zusätzlichen Mehraufwand genutzt werden, wie z.B. Konfigurationen oder Installationen.
Organisatorische Prozessunterstützung
Diese Form der Umsetzungmöglichkeit bedient sich der Standardfunktionen des Wiki-Systems. Jedoch ist damit gemeint, dass sinnvoll angelegte Seiten und Verlinkungen aktiv der Unterstützung eines Prozess beitragen. Als Fallbeispiel lässt sich in diesem Zusammenhang die Hauptseite des WinfWiki nennen, welche einen sofortigen Überblick durch sinnvolle Verlinkungen auf weitere Seiten des Wiki-Systems ermöglicht. Damit wird die Navigation erleichtert und hilft den Anwendern bei der Orientierung auf dem Portal.
Extension
Ein Wiki-System wird durch eine Vielzahl von Extensions (vgl. Kapitel 6.3.3) unterstützt. Diese können durch einen geringen Mehraufwand eingespielt werden. Dadurch erweitert man das System und bedient sich zusätzlichen Funktionalitäten. Aktuell werden mehrere Hundert zum Download angeboten. Nicht alle bieten sich für einen Produktiveinsatz an, da einige Entwicklungen sich noch im "Experimental-" oder "Beta-Stadium" befinden. Viele Prozesse während der Diplomarbeit sind kollaborativ ausgelegt (vgl. Abbildung 2), da mehrere Person daran beteiligt sind. Deswegen ist im Rahmen dieser Fallstudie der Fokus auf diejenigen Extensions gelegt worden, die die Kommunikation besonders unterstützen und integriert werden können.
- RSS-Feeds werden in Zeiten der Web 2.0-Technologien vermehrt eingesetzt, um den Abonnenten kurze und regelmäßige Informationen bzw. Nachrichten über die Webseite zukommen zu lassen. In einem Wiki-System werden RSS-Feeds zur dynamischen Nachrichtengenerierung genutzt, wenn Änderungen an bestimmten Seiten stattfinden. Das bedeutet, dass sich jeder Beteiligte den RSS-Feed der Wiki-Seite(n) abonnieren kann. Eine weitere Möglichkeit diese Technologie einzusetzen ist, RSS-Feeds von anderen Internetquellen als Verlinkung ins System zu integrieren.
- Während der Diplomarbeit hat die Termin- und Zeitplanung einen hohen Stellenwert. Dabei sind Abgabefristen oder Terminabsprachen unter den Beteiligten einige Beispiele. Zu diesem Zweck lässt sich ein Terminkalendar ins Wiki integrieren, welche zentral die wichtigsten Termine bereitstellt.
- In jedem Benutzerprofil wird die E-Mail-Adresse gespeichert und verwaltet. Die Kommunikation mittels E-Mails ist die am meisten genutzte Technologie und wird durch den Fragebogen bestätigt (Link auf Auswertung). Mit dieser Extension lässt sich durch ein bereitgestelltes Formular direkt eine E-Mail an den Nutzern verschicken.
- Chats sind bei Rück- oder Absprachen unter den Beteiligten eine weniger verbreitet Technologie. Die IRC-Extension integriert zuvor eröffnete Chaträume ins Wiki.
- Die Internettelefonie über der Software „Skype“ wird immer beliebter und findet stetig mehr Anhänger. Man erstellt sich sogenannte Freundeslisten und erkennt den Online-Status seiner individuellen Community und eröffnet sich somit die Möglichkeit mittels einem Headset über das Internet mit Anderen zu telefonieren. Da das Telefonat zwischen den Beteiligten ebenfalls ein beliebtes Mittel ist, erhält die Skype-Extension ihre Berechtigung für das Wiki-System. Wenn die Skype-User das Veröffentlichen ihres Online-Status für das Internet freigeben, erkennt die Skype-Extension diesen Status. Durch einfache Symbole wird die Erreichbarkeit der Wiki-User erkannt.
Im folgenden Schritt werden den Diplomarbeitsprozessen eine oder mehrere Klassen zugeordnet. mit welchen Funktionalitäten dieser umgesetzt werden kann.
| Prozess
| Priorität
| Standardfunktion
| Organisatorische Prozessunterstützung
| Extension
|
| Erste Literaturrecherche
| 10
| X
|
|
|
| Erstellung der Literaturbasis
| 10
| X
|
|
|
| Mögliche Themen publizieren
| 8
| X
| X
|
|
| Suche nach passendem Betreuer/Dozent
| 8
| X
| X
|
|
| Gliederung erstellen
| 8
| X
|
|
|
| Ausformulierung der Diplomarbeit
| 6
| X
|
|
|
| Rücksprache über Gliederung und Motivationspapier
| 4
| X
|
| X
|
| Feedback
| 4
| X
|
| X
|
| Diskussion
| 4
| X
|
| X
|
| Aufklärung über Anmeldefristen - und Modalitäten
| 2
| X
| X
| X
|
| Transparenz über wissenschaftliche Arbeiten
| 2
| X
| X
| X
|
| Motivationspapier erstellen
| 1
| X
|
|
|
| Verifizierung der Gliederung, Motivationspapier und Literaturbasis
| 1
| X
|
| X
|
| Anmeldung der Diplomarbeit
| 1
|
|
|
|
| Partnervermittlung (für Umfragen etc.)
| 1
| X
| X
|
|
| Abgabe der Diplomarbeit
| 1
|
|
|
|
| Beurteilung und Benotung
| 1
|
|
|
|
Tabelle 3: Umsetzungsmöglichkeiten der Diplomarbeitsprozesse
Bei der Entwicklung von den Umsetzungsmöglichkeiten der Diplomarbeitsprozesse, sind einige Problembereiche lokalisiert worden. Diese sind derzeit nur bedingt bis nicht umsetzbar. Dazu zählen die Anmeldung an die Diplomarbeit und die Phase der Finalisierung (siehe Kapitel
7.2.4) mit den Prozessen der Abgabe und Benotung. Weil die Anmeldung schriftlich bei der jeweiligen Prüfungsabteilung eingereicht werden muss, ist eine Unterstützung aus dem Wiki-System problematisch. Obwohl eine PDF-Export-Funktion integrierbar ist, fehlt dem Text der Diplomarbeit einer geeigneten Formatierung. Es gibt derzeit keine offiziellen Richtlinien für die Abgabe digitaler Diplomarbeiten.
7.3.4 Problemfelder
Es bedarf noch der Entwicklung von Richtlinien, um diese Prozesse ebenfalls durch ein Wiki-System unterstützen zu können. Am Ende des vorherigen Kapitels sind die Problembereiche auf Ebene der einzelnen Diplomarbeitsprozesse diskutiert worden. Jedoch machen die folgenden Aspekte beim Einsatz eines Wiki-Systems während der Diplomarbeitsbetreuung Probleme.
7.3.4.1 Vertraulichkeit
Der Grundsatz eines Wiki-Systems ist, dass jeder alles lesen kann und bearbeiten kann. Dieser Zustand ist für Erstellung einer Diplomarbeit nicht erwünscht, da nur der Student direkte Schreiberechte in der Diplomarbeit besitzen darf. Falls ein Student seine Diplomarbeit in einem Unternehmen schreibt, unterbinden Verträge die Publikation eventuell unternehmenskritischen oder geheimen Inhalten. Die Diplomarbeit ist ebenfalls geistiges Eigentum des schreibenden Studenten.
[21] Allein die Tatsache, dass eine Erreichbarkeit der Dokumente über das Internet möglich ist, birgt schon rechtliche Probleme. Als Lösung um die Vertraulichkeit der Diplomarbeit zu garantieren, kann durch eine komplexe Rechteverwaltung in dem System geschehen. Zwar bringt das Wiki-System eine Benutzerverwaltung mit, aber lässt nicht die Möglichkeit zu Objektprivilegien an einzelne Benutzer zu. Damit ist gemeint, dass nur die involvierten Personen auf deren Seiten Zugriff haben. Dies widerspricht der eigentlichen Maxime eines Wikis und lässt sich so nicht umsetzen.
7.3.4.2 Verfügbarkeit
Dieser Punkt lässt sich positiv sowie negativ differenzieren. Auf der einen Seite ist es positiv mit einem Internetzugang 24 Stunden täglich von jedem Punkt der Welt auf die Diplomarbeit zugreifen zu können. Dabei können Serverausfälle aufgrund von zu vielen Anfragen die Verfügbarkeit einschränken. Dieser Effekt tritt häufig um Abgabeterminen ein und könnte neben psychischen auch rechtliche Auswirkungen haben. Deswegen ist bei der Einführung eines kollaborativen Systems besonders wichtig, die Anbindung und die Serverstruktur unter Berücksichtigung von Wartungsarbeiten und Anfragen genau zu kalkulieren.
7.3.4.3 Datenhaltung
Wie in Kapitel
6.3.2 bereits erwähnt liegen die Daten in einer relationalen Datenbank. Die Wichtigkeit der Diplomarbeitsdokumente ist sehr hoch. Deswegen dafür ein Verlust der Daten nicht zustande kommen. Es müssen Datenbackups mehrfach redundant und standortunabhängig laufen, um damit die Datenhaltung zu optimieren. Besondere Firewalls und Virenschutzmaßnahmen sollten umgesetzt werden. Dies hat natürlich eine enorme finanzielle Auswirkung.
8 Fazit und Ausblick
Die Verwendung von Web 2.0-Technologien in der Lehre steigt stetig an. In den Auswertungen des Fragebogens wird deutlich, dass diese Technologien zur Vertiefung von Studienwissen eingesetzt werden und die Akzeptanz der Probanten für eine einheitliche Plattform vorhanden ist. Betrachtet man die Ergebnisse der Fallstudie, so wird deutlich, dass eine vollständige Unterstützung aller Prozesse während der Diplomarbeit nicht möglich ist. Die Problemfelder am Ende des Kapitels
7.3.3 und im Kapitel
7.3.4 verdeutlichen, dass es an Richtlinien und Sicherheitmechanismen für eine Online-Diplomarbeitserstellung in einem Wiki-System fehlen. Dennoch zeigt diese Fallstudie, dass 14 von den 17 Prozessen durch Wiki-Funktionalitäten unterstützt werden können. Wenn in Zukunft die fehlenden Vorraussetzungen an dem Wiki-System entwickelt werden und Vorschriften für die Formalien in elektronischen Abgabeverfahren beschlossen werden, ist damit eine vollständige Unterstützung möglich.
Abschließend sind im Wesentlichen zwei Erfahrungen diese Fallstudie betreffend, zu benennen, die im Rahmen der Bearbeitung gemacht wurden. Zum einen hat das Erschließen eines nicht erforschten Bereichs der Web 2.0-Technologien in der Lehre viel Spaß gemacht. Zum anderen wurden Kommunikation, Koordination und Zielsetzung einer Gruppenarbeit intensiviert und verbessert.
9 Fußnoten
- ↑ Vgl.[Kolbitsch & Maurer] S.187―213
- ↑ Vgl. [Ziser, Simone], S.6
- ↑ Vgl. [Leitermann, Uwe], S.5f
- ↑ Vgl. [Osman-El Sayed R.], S.17
- ↑ Vgl. [Leitermann, Uwe], S.7
- ↑ Vgl. [Ziser, Simone], S.18
- ↑ Vgl. [Leitermann, Uwe], S.6
- ↑ Vgl. [SSHS], S.9ff
- ↑ Vgl. [Komus A., Wauch F.], S.6
- ↑ Vgl. [Osman-El Sayed R.], S.17f
- ↑ Vgl. [EGHW], S.19ff
- ↑ Vgl. [Osman-El Sayed R.], S.21
- ↑ Vgl. [Osman-El Sayed R.], S.22
- ↑ Vgl. [Osman-El Sayed R.], S.32ff
- ↑ Vgl. [BSSK], S.165f
- ↑ Vgl. [Osman-El Sayed R.], S.59
- ↑ Vgl. [Osman-El Sayed R.], S.61
- ↑ Vgl. [Brink, A.], S.14
- ↑ Vgl. [Brink, A.], S.14
- ↑ Vgl. [Brink, A.], S.14
- ↑ Vgl. [BSSK], S.155f
10 Literatur- und Quellenverzeichnis
| [Ziser, Simone]
| Ziser, Simone : Was ist Web 2.0, Grin-Verlag, November 2008
|
| [Leitermann, Uwe]
| Leitermann, Uwe : Web 2.0 - Einsatzpotenziale im Unternehmen, Grin-Verlag, Oktober 2007
|
| [SSHS]
| Schiestl J., Schelle H., Hagenmüller R., Schwärtzel h. : Groupware-software für die Teamarbeit der Zukunft, Tectum Verlag, 1996
|
| [Osman-El Sayed R.]
| Osman-El Sayed R., Wiki-Systeme im eLearning, PDF-Dokument, Juni 2006
|
| [Komus A., Wauch F.]
| Komus A., Wauch F., Wikimanagement, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2008
|
| [EGHW]
| Ebersbach A., Glaser M., Heigl R., Warta A. : Wiki, Springer Verlag, 2008
|
| [BSSK]
| Balzert H., Schäfer C., Schröder M., Kern U. : Wissenschaftliches Arbeiten, Herdecke Verlag, 2008
|
| [Brink, Alfred]
| Brink, A. : Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten, 2. Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, März 2005
|
| [Kolbitsch & Maurer]
| Kolbitsch, J., & Maurer, H.: The Transformation of the Web: How Emerging Communities Shape the Information we Consume, 2006
|
11 Anhang