Work-Flow-Systeme im Großraumbüro unter Berücksichtigung der Einsparungspotentiale
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| Name des Autors : | Magnus Freuck |
| Titel der Arbeit: | "Work-Flow-Systeme im Großraumbüro unter Berücksichtigung der Einsparungspotentiale" |
| Hochschule und Studienort: | FOM Duisburg |
| Studiengang: | Bachelor of Science / Wirtschaftsinformatik, 3. Fachsemester |
| Name des Betreuers: | Dipl-Inf. (FH) Christian Schäfer |
| Erstellungszeitraum: | WS2009 |
| Abgabedatum: | 14.01.2010 |
Inhaltsverzeichnis |
1 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| DMS | Datenbank-Management-System |
| ISO | Internationale Organisation für Normung |
| IT | Informationstechnik |
| JDF | Job Definition Format |
| OCR | Optical Character Recognition |
| PARC | Palo Alto Research Center |
| Portable Document Format | |
| PJTF | Portable Job Ticket Format |
| PPF | Print Production Format |
2 Abbildungsverzeichnis
| Abb.-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| 1 | Themenvielfalt bei der Einführung des papierlosen Büros |
| 2 | Laufende Kosten ohne DMS |
| 3 | Laufende Kosten mit DMS |
3 Tabellenverzeichnis
| Tabelle Nr. | Quelle |
|---|---|
| 1 | Einsparung der laufende Kosten |
4 Einleitung
Diese Fallstudie befasst sich mit dem Thema Workflow-Management-Systeme mit besonderem Fokus auf Großraumbüros. Hierbei soll aufgezeigt werden, welche historische Entwicklung dieses Thema genommen hat und wo wir heute bereits stehen. Des Weiteren soll beleuchtet werden, welche Voraussetzungen in Sachen Software und Hardware geschaffen werden müssen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Darauf aufbauend soll, wie in der Überschrift erwähnt, der Vergleich gegenüber einem Papier-Archiv vorgenommen werden, um in diesem Zuge die Einsparungspotentiale herausstellen zu können. Auch die sich daraus gegebenenfalls ergebenen Chancen und Risiken sind Teil dieser Seminararbeit und werden im abschließenden Fazit aufgegriffen.
5 Workflow-Management-Systeme
5.1 Was heißt Workflow-Management-System?
„Mit dem englischen, auch im deutschen Sprachraum gebräuchlichen Wort „Workflow“ bezeichnet man den Ablauf eines Geschäftsprozesses. Ein Geschäftsprozess besteht aus einer Menge von Tätigkeiten, die meist von verschiedenen Personen in einer definierten Reihenfolge ausgeführt werden. Ein Workflow-Management-System automatisiert die Prozesse entsprechend der im System beschriebenen Ablauflogik“[1]. Workflow-Management-Systeme unterstützen die Abwicklung von Geschäftsprozessen, indem sie automatisch nach vordefinierten Regeln Dokumente, Informationen oder Aufgaben zu den jeweiligen Bearbeitern (Arbeitsplätzen) weiterleiten, entsprechend dem jeweiligen Bearbeitungsschritt die notwendigen Daten und Anwendungen bereitstellen und Fristen und Ausnahmesituationen überwachen. Der Arbeitsfluss (engl. Workflow) kann streng vorgeschrieben oder hinsichtlich Bearbeitungsreihenfolge und –bedingungen flexibel gestaltet werden[2].
5.2 Die Idee vom Papierlosen Büro
Die Vision vom papierlosen Büro ist bereits eine alte. Bekannt machte die These das Unternehmen des Computer-Visionärs Rank Xerox, das Palo Alto Research Center (PARC). Der Gedanke kam aufgrund der neuen Medien auf. Somit ging man davon aus, das aufgrund der elektronischen Medien (E-Mail, Messenger, …) der Papierverbrauch gegen Null reduziert werden kann. Diese Theorie hat sich bis heute nicht bewahrheitet. Ganz im Gegenteil, der Verbrauch an Papier ist insbesondere in den Industrie-staaten erheblich gestiegen[3].
5.3 Wozu Dokumentenverwaltung?
Die Umstellung des Mediums im Büro von Papier auf (ausschließlich) elektronische Medien kann aus verschiedenen Gründen erfolgen. Zum einem können ausschließlich das Archiv, also primär abgeschlossene Geschäftsvorfälle, digital verwaltet werden. In diesem Fall ändert sich an der bisherigen Arbeitsweise wenig. Nach dem Abschluss eines Vorgangs werden die Unterlagen nicht wie bisher gewohnt in Ordnern abgeheftet sondern mittels eines Scanners digitalisiert. Vorteile dieser Variante sind, dass Lagerplatz gespart wird und der Zugriff auf benötigte Dokumente (auch älteren Datums) sehr schnell erfolgen kann. Ebenfalls zwingt die nachträgliche Digitalisierung dazu, notwendige Unterlagen von überflüssigem Ballast zu trennen. Diese Lösung kann als erster Schritt in das papierlose Büro betrachtet werden. Dennoch ist der grundsätzliche Gedanke ein anderer und weitaus umfassender: Es geht darum, sämtliche Arbeitsschritte neu zu strukturieren und eine vollständig digitale Bearbeitung der Geschäftsvorfälle anzustreben. Die digitale Dokumentenablage ist dabei nicht nur Archiv und Ablagesystem, sondern ein aktives Arbeitsmittel[4].
5.4 Historische Entwicklung der Dokumentenverwaltung
Die elektronische Datenverarbeitung nimmt im Zuge der Rationalisierung im Unternehmen eine fundamentale Rolle ein. Mit dem technischen Fortschritt der Computertechnik wurden enorme Möglichkeiten zur Optimierung von Prozessen erreicht. Bereits in den frühen 70er Jahren entstanden Datenbanken für eine zentralisierte Datenverarbeitung. Die Weiterentwicklung dieser Datenbanken ermöglichte es in den 80er Jahren Benutzerschnittstellen zum Datenaustausch zwischen den Applikationen zu errichten. Die Datenverarbeitungstechnik wurde in daraufhin in Hard- und Software für Informationssysteme getrennt. Aus der Datenverarbeitung entstand Software für Informationssysteme. Die Entwicklung leistungsfähigerer Personalcomputer schuf wichtige Grundlagen. Zum Ende der 90er Jahre und in der heutigen Zeit haben sich relationale Datenbanken etabliert. Die Verwendung eines Client-Server-Prinzip ermöglichte die Vernetzung der Datenbanksysteme mit einem zentralen Server und den verteilten Clienten in der Unternehmung. Auch heute werden darauf aufbauend entsprechende Softwareprodukte entwickelt, um Daten zwischen den Anwendungen austauschen zu können. Es wurden weitere Systeme zum Austausch elektronischer Informationen entwickelt, die in eine Workflowbasierte Lösung integriert sind. Die Systeme Dokumenten-Management-System (DMS) und Groupware-Applikationen zählen unter anderem dazu[5].
6 Workflow-Systeme im Großraumbüro
6.1 Welche Möglichkeiten bieten Workflow-Systeme?
Die Rechnerunterstützung soll die Minimierung der für die Wertschöpfung unproduktiven Transport- und Liegezeiten ermöglichen und den Beteiligten Transparenz über den aktuellen Zustand und die Arbeitsfortschritte verschaffen. Durch die Vorgabe von festen Regeln kann der Ablauf von wiederkehrenden, stark strukturierten Prozessen in einer vom Betrieb gewünschten Art und Weise erzwungen werden. Damit spielen Workflow-Management-Systeme eine wichtige Rolle in der Qualitätssicherung, etwa nach den ISO-9000-Richtlinien. Voraussetzung für den Einsatz eines Workflow-Management Systems ist die Erstellung eines Prozessmodels, das für die zu unterstützenden Geschäftsprozesse die auslösenden Ereignisse, die Reihenfolge der Tätigkeiten, die jeweils Verantwortlichen und die zur Durchführung notwendigen informationstechnischen Hilfsmittel beschreibt. Mit der Definition von Entscheidungsregeln, können auch Verzweigungen (alternative und nebenläufige Bearbeitungswege) festgelegt werden. Eine Tätigkeit umfasst sämtliche Arbeitsschritte, die zusammengehören und kontinuierlich auf dem „elektronischen Schreibtisch“ eines Sachbearbeiters ablaufen. Workflow-Management-Systeme bieten Werk-zeuge, mit denen das Prozessmodell aufgebaut und in einer formalen, maschinell verarbeitbaren Form beschrieben werden kann. Dazu gehören vielfältige Analysetechniken, mit denen Prozesseigenschaften, beispielsweise die Belastung der Arbeitsplätze, Verklemmungen und kritische Pfade, untersucht werden können. Die Prozessdefinition kann in freier textlicher oder grafischer Form oder in Notation einer formalen Beschreibungssprache erfolgen[6]. Zur Ausführungszeit wird die Prozessdefinition von der Software interpretiert, die für die Ablaufsteuerung verantwortlich ist. Sie initiiert die Bearbeitung der einzelnen Geschäftsfälle, kontrolliert die Reihenfolge der Tätigkeiten, ruft die geeigneten menschlichen und IT-Ressourcen auf usw. Jede einzelne Tätigkeit des Prozesses erfordert ein bestimmtes menschliches Verhalten und/oder bestimmte maschinelle Operationen. Die menschlichen Aktivitäten werden oft mit einem speziellen IT-Hilfsmittel durchgeführt, wie zum Beispiel das ausfüllen von Formularen. Maschinelle Operationen erfolgen durch ein Anwendungsprogramm, das definierte Informationen verarbeitet, wie beispielsweise die Aktualisierung einer Datenbank mit einem neuen Datensatz[7]. Eine weitere wichtige Funktion von Workflow-Management-Systemen ist die Fähigkeit, die anstehenden Aufgaben und Informationen zwischen den Teilnehmern zu verteilen. Je nach Anwendungsbereich sind unterschiedliche Reichweiten (von der lokalen Arbeitsgruppe bis zu globalen Teams) und Kommunikationsdienste nötig. Dabei wird zwischen der Verteilung an individuelle Personen oder an zuständige Stellen unterschieden[8].
6.2 Welche Hardware wird benötigt?
Um seine Dokumente zu digitalisieren und in ein entsprechendes Workflow-Management-System einzubinden, benötigt man einen Scanner. Bevor man sich nun aber kurzentschlossen ein Scanner kauft, sollte man sich vorab über seine Ziele und Wünsche im Klaren sein. Des Weiteren spielt die Wirtschaftlichkeit eines solchen Systems eine große Rolle und sollte in der Betrachtung der Anschaffung berücksichtigt werden. Die Anforderungen an die zu beschaffende Hardware hängt im Wesentlichen davon ab, welche Mengen an Papier zu bewältigen sind. Für die Umstellung eines gesamten Büros oder einer gesamten Abteilung sind die Anforderungen deutlich höher, als bei der Einführung des Projektes an einen einzelnen Arbeitsplatz. Dennoch lassen sich einige allgemeingültige Aussagen treffen. Zentrales Element ist die Anschaffung eines Scanners. Bei einem Volumen eines Großraumbüros kommen nur Einzugsscanner in Frage. Mehrere Seiten können ohne Arbeitsunterbrechung schnell digitalisiert werden. Für unterschiedlichste Anforderungen stehen Scanner verschiedener Leistungsklassen zur Verfügung. Arbeitsplatzscanner haben ein kompaktes Gehäuse und können bequem auf dem Schreibtisch platziert werden. Sie bieten einen ersten professionellen Einstieg in das Thema. Steigen die Anforderungen oder sind mehrere Arbeitsplätze umzustellen, sind Geräte mit einer größeren Leistungsfähigkeit anzuschaffen[9].
6.3 Digitale Archivmöglichkeiten
Um die Archivierung der Daten zum Teil zu automatisieren, ist neben dem Dokumentenmanagementsystem weitere Software notwendig. Für eine Zeichenerkennung ist ein professionelles OCR-Programm notwendig. Es kann vorkommen, dass nach dem Scannvorgang diverse Dokumente nicht erkannt wurden und manuell nachbearbeitet werden müssen. Das kann daran liegen, dass die Vorlage schlecht ist und der Kontrast nicht ausreichend ist. Neuere Systeme bieten hier aber entsprechende Funktionen, die dieses Manko der Vorlage durch eine Autokorrektur ausgleichen können. In der Vergangenheit war es so, dass sich die Papiere und Akten in den Regalen und Schränken der Büroräume stapelten. Auch die Digitalisierung der Dokumente wird mit der Zeit eine Menge an Kapazität verbrauchen. Aus diesem Grunde ist es wichtig vor Anschaffung eines DMS den benötigen Speicherplatz zu kalkulieren und eine entsprechende Reserve für die nächsten Jahre mit einzubauen. Je nachdem welche Eigenschaften das Dokument hat kann die Dateigröße variieren. Hier spielen vor allem Auflösung, Qualität der Vorlage, Farb- oder Schwarz-Weis-Modus eine entscheidende Rolle. Es muss beachten werden, dass im täglichen Praxiseinsatz keine Zeit bleibt speicherplatzsparende Einstellungen für den Scanvorgang eines jeden Dokuments zu ermitteln. Hier muss eher mit einer Standardeinstellung gearbeitet werden. Wie schon erwähnt ist es wichtig je Seite und Dokument mit einem Speicherplatzbedarf von wenigen KB bis zu einigen MB zu planen. Auch das gewählte Format der Dateiablage hat hier einen großen Einfluss. Über die geeigneten Datenformate wird im gleichnamigen Kapitel aber noch näher eingegangen. Der Speicherplatz wird für mehrere verschiedene Verwendungen benötigt[10].
Eine Kalkulation des Festplattenspeichers für die laufende Arbeit ist daher, wie schon erwähnt, von entscheidender Bedeutung. Des Weiteren sollten Kapazitäten für regelmäße Backups berücksichtigt werden. Sofern in einem Netzwerk gearbeitet wird, muss der schnelle Datenfluss von großen Datenmengen berücksichtigt und ermöglicht werden. Das von den Daten und Dokumenten auch Sicherheitskopien gemacht werden müssen, ist den Unternehmungen, die auf eine DMS umstellen, bewusst. Die Bedeutung steigt, wenn man komplett auf solche Systeme umsteigt und die Dokumente in Papierform nicht mehr vorliegen hat. Das Firmenwissen und Kundendaten werden langfristig ausschließlich digital vorliegen. Aus diesem Grunde ist es umso wichtiger sich der Firmenstruktur entsprechendes Sicherheitskonzept zu überlegen. Tägliche Sicherungen, die auch vollautomatisch durchgeführt werden können, sind unverzichtbar. Dieses gilt auch bereits für eine geringe Anzahl an neu hinzugekommenen Dokumenten pro Tag. Ein teilweiser oder sogar totaler Datenverlust ist eine Katastrophe und kann drastische Folgen für die Unternehmung /Organisation mit sich bringen. Auch das Thema Zugriffschutz bzw. Zugriffrechte muss auf technischer und organisatorischer Ebene betrachtet werde. Nicht alle Mitarbeiter dürfen beispielsweise über uneingeschränkte Zugriffsrechte (Lesen, Schreiben, Löschen) verfügen. Hier besteht der Anlass die Rechtevergabe der Mitarbeiter zu überprüfen und ggf. anzupassen. Die meisten Dokumentenmanagementsysteme erlauben eine Differenzierung in der Rechtevergabe. Der Aspekt, dass mit personenbezogenen Daten gearbeitet wird und diese im DMS abgelegt werden, setzt eine zwingende Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften des Datenschutzes voraus[11].
6.4 Vergleich der laufeden Kosten gegen ein Papier-Archiv
Um heraus zu finden, ob sich ein DMS für die eigene Unterneh-mung lohnt, muss vorab die Wirtschaftlichkeit über die Kosten-Nutzen-Analyse ermittelt werden. Hierfür muss in drei Schritten vorgegangen werden. Zum einen müssen die Einmaligen und die laufenden Kosten ermittelt werden. Zum Andern ist es wichtig die Nutzenpotentiale zu ermitteln um als letztes die Kosten mit dem Nutzen zu vergleichen und entsprechend zu bewerten. Die einmaligen Kosten müssen nach den folgenden Punkten klassifiziert werden. Erstens treten Kosten für Anpassungen der Software auf, wenn sich die abteilungsspezifischen Bedürfnisse ändern. Zweitens treten Installationskosten auf, die bei dem abteilungsweiten Rollout der Software an den Einzelplätzen entsteht. Und abschließend muss mit Schulungen der Sachbearbeiter kalkuliert werden, da es sich in den meisten Fällen nicht um eine Standardsoftware handelt. Die laufenden Kosten teilen sich in Sachkosten (Miet-, Material- und Raumkosten) und Personalkosten (Administrations-, Scann-, Indizierungs-, Ablage- und Zugriffskosten) auf. Um zu verdeutlichen, welche Einsparungen bei den laufenden Kosten gemacht werden können, sind im Folgenden die laufenden Kosten ohne ein DMS dargestellt. Die Übersicht soll exemplarisch die laufenden Kosten einer Vertriebseinheit eines Großunternehmens darstellen.
Auswertung der laufenden Kosten ohne ein entsprechendes DMS[12]:
- Wenn wir uns den Gesamtkostenanteil betrachten, entsprechen 66,8 % die Personalkosten und werden zum größten Teil durch die Ablagekosten mit 79,7% verursacht.
- Der Großteil der Ablagekosten wird durch E-Mails mit 71,8% er-zeugt.
- Bei den Sachkosten, die 33,2 % der Gesamtkosten entsprechen, sind die Raumkosten mit 82,4 % am größten beteiligt.
Welche Kosten ohne ein DMS entstehen, hat die vorige Übersicht deutlich gemacht. Die folgende Übersicht soll nun die jährlichen laufenden Kosten aufzeigen, die entstehen, wenn wiederum ein DMS in die Unternehmung implementiert wurde.
Auswertung der laufenden Kosten mit Einsatz eines entsprechenden DMS[13]:
- Die Personalkosten (78%) sind 3,5-fach höher als die Sachkosten (22%)
- Die Administrationskosten (72,5%) sind zu über zwei Drittel an den Personalkosten beteiligt.
- E-Mails (56%) und Faxe (33,6%) erzeugen den Großteil (89,6%) der Ablagekosten. Die Zugriffskosten entstehen überwiegend bei der Kundenakte (87%).
- 87% der Sachkosten sind Raumkosten.
Im Folgenden wird die Variante mit einem DMS dem Papierablage-Verfahren in einer Übersicht gegenübergestellt. Grundlage sind hier die entstanden Kosten und die entsprechenden Einsparungen[14].
| Laufende Kosten | Akte | DMS | Einsparung |
| Sachkosten | 8667,60 € | 1792,80 € | 6874,80 € |
| Personalkosten | 17433,60 € | 6353,28 € | 11080,32 € |
| Summe | 26101,20 € | 8146,08 € | 17955,12 € |
Wie man der Übersicht entnehmen kann, lohnt sich der Einsatz eines DMS. Es werden jährlich ca. zwei Drittel der laufenden Kosten welches 68,8 % entspricht, eingespart. Die Sachkosten mit 79,3 %, die aus Raumkosten mit 78,2 % und Materialkosten mit 84,8 % bestehen, sin-ken im Vergleich erheblich. Auch die Personalkosten mit 63,6 %, die aus Ablagekosten (93,6%) und den Zugriffskosten (81,3%) bestehen, werden stark gemindert.
6.5 Einsparpotentiale
Das vorige Kapitel hat gezeigt, dass die laufenden Kosten durch Einsatz eines DMS erheblich gesenkt werden können. Aber auch der Faktor Quantität bietet starke Potentiale. Die Zugriffs-, Ablage-, und Transportzeiten der Dokumente wird in der Prozessbearbeitung des Sachbearbeiters wesentlich verkürzt und die Produktivität verbessert. Durch Verkürzung der Prozesse können wiederum Personalkosten eingespart werden.
6.6 Welche Datenformate sind geeignet?
In diesem Abschnitt sollen nicht alle gängigen Formate dargestellt werden. Es wird vielmehr auf zwei bekannte Formate im Folgenden eingegangen. Das Portable Document Format (PDF) ist ein von Adobe definiertes Dateiformat, mit dem Dokumente beliebiger Art plattformübergreifend elektronisch veröffentlicht werden können. Sein Hauptvorteil: ein PDF-Dokument verändert selbst dann nicht sein Layout, wenn der Betrachter die in dem Dokument verwendeten Schriften auf seinem System nicht installiert hat. Das PDF- Format ist eine Weiterentwicklung von PostScript und basiert auf einem objektorientierten Datenformat. Das PDF-Dokument ist statisch, beinhaltet aber alle Layout- und Schriftinformationen des Originals. Es ist dem Wesen nach also eher als Ausgabeform des Originals zu verstehen. Nicht zuletzt wegen dieser 1:1 Widergabe, die HTML nicht erreicht, findet zunehmend eine Diffusion von PDF- und HTML- Dokumenten statt. Die beiden Formate ergänzen sich gut und erlauben auch gegenseitige Querverweise (anklickbare Links in PDF). Erzeugt werden PDF-Dateien mit dem Acrobat Distiller oder anderen PDF-Writern[15]. Eine für den Datenaustausch in der grafischen Industrie wichtige Entwicklungen um PDF ist der PDF/X-Industriestandard ISO 15929 Das Job Definition Format (JDF) ist ein offener, skalierbarer und XML-basierender Jobticket-Standard. Er basiert auf dem Hersteller-übergreifenden und plattformunabhängigen Austauschformat Print Pro-duction Format Standard (PPF) des CIP4-Konsortiums. CIP4 ist ein inter-national agierendes Konsortium mit Sitz in der Schweiz, das computer-basierende Technologien und Standards für die grafische Industrie vorantreibt. Dazu zählt auch die De-facto Standards Print Definition For-mat PDF und Portable Job Ticket Format (PJTF) von Adobe. JDF wurde gemeinsam von Adobe, Agfa, Heidelberg und MAN Roland und dem Fraunhofer-Institut für grafische Datenverarbeitung IGD entwickelt. Diese Jobticket-Spezifikation bietet neue Möglichkeiten der Prozessautomatisierung. Des Weiteren optimiert es den Workflow und ermöglicht den standardisierten Austausch von Auftragsdaten sowohl im Druck als auch im CrossMedia-Publishing-Bereich[16].
7 Fazit
Wie eingangs erwähnt ist die Vision das Großraumbüro von heute papierlos zu managen noch nicht denkbar. Durch Digitalisierung von Dokumenten und die Einbindung in ein so genanntes Workflow-Management-System ist ein erster Schritt getan, um den Verbrauch der Ressource Holz weiter zu reduzieren. Des Weiteren ergeben sich durch den Einsatz eines solchen Systems weitere Potenziale auf die ich nochmal kurz eingehen möchte. Zum einen ist der Faktor Quantität zu sehen. Beispielsweise hat der Mitarbeiter durch zentralisierte und digitalisierte Archivierung jederzeit die Möglichkeit das von ihm benötigte Dokument über das Intranet aufzurufen. Nicht nur das ihm das jede Menge Zeit erspart gegenüber das manuelle Raussuchen des Dokuments, sondern kann hier auch parallel gearbeitet werden. Das heißt, es können alle Mitarbeiter zur gleichen Zeit auf das Dokument zugreifen, ohne sich einschränken zu müssen. Aber natürlich darf man den Faktor Kosten, welches ein solches System mit sich bringt nicht unbedacht lassen und sollte dies als Unternehmen anhand einer Kosten-Nutzen-Analyse vorab überprüfen.
8 Fußnoten
- ↑ Vgl. Hansen; Neumann (2005), Seite 447
- ↑ Vgl. Hansen; Neumann (2005), Seite 447
- ↑ Vgl. Welt: Geplatzter Traum vom papierlosen Büro, 12.09.1999, http://www.welt.de/print-welt/article584059/Geplatzer_Traum_vom_papierlosen_Buero.html, (11.12.2009, 21:30)
- ↑ Vgl. It-republik: Motivation und Ziele, September 2009, http://it-republik.de/php/artikel/Papierloses-Buero-%96-Bleibt-es-ein-Traum-2583.html, (10.12.2009, 18:00)
- ↑ Vgl. Neumann (2009), Seite 5
- ↑ Vgl. Hansen; Neumann (2005), Seite 447
- ↑ Vgl. Hansen; Neumann (2005), Seite 448
- ↑ Vgl. Hansen; Neumann (2005), Seite 448
- ↑ Vgl. It-republik: Technik ist nicht alles, aber ohne Technik geht hier nix, September 2009, http://it-republik.de/php/artikel/Papierloses-Buero-%96-Bleibt-es-ein-Traum-2583.html, (10.12.2009, 18:00)
- ↑ Vgl. It-republik: Technik ist nicht alles, aber ohne Technik geht hier nix, September 2009, http://it-republik.de/php/artikel/Papierloses-Buero-%96-Bleibt-es-ein-Traum-2583.html, (10.12.2009, 18:00)
- ↑ Vgl. It-republik: Technik ist nicht alles, aber ohne Technik geht hier nix, September 2009, http://it-republik.de/php/artikel/Papierloses-Buero-%96-Bleibt-es-ein-Traum-2583.html, (10.12.2009, 18:00)
- ↑ Vgl. Stern (2008), Seite 55
- ↑ Vgl. Stern (2008), Seite 56
- ↑ Vgl. Stern (2008), Seite 57
- ↑ Vgl. Kretzschmar (2004), Seite 171
- ↑ Vgl. Kretzschmar (2004), Seite 173
9 Literatur und Quellenverzeichnis
| Hansen; Neumann (2005) | Hansen, Hans Robert / Neumann, Gustaf: Wirtschaftsinformatik 1. 9., aktualisierte Auflage 2005 |
| Neumann (2009) | Neumann, Torsten: Dokumentenmanagement: Konzeption einer Dokumentenverwaltung im mittelständischen Unternehmen: Geschäftsprozessschnittstelle - Workflow - DMS-Kopplungsstelle. 1. Auflage 2009 |
| Stern (2008) | Stern, Christopher Anton: Potentialanalyse. Einsatz eines Dokumenten Management Systems (DMS) im Vertrieb eines Großunternehmens. 1. Auflage 2008 |
| Kretzschmar (2004) | Kretzschmar, Oliver: Medien-Datenbank- und Medien-Logistik-Systeme. Anforderungen und praktischer Einsatz. 1. Auflage 2004 |
10 Weiterführendes Quellenverzeichnis
| It-republik (2009) | It-republik: Motivation und Ziele, September 2009, http://it-republik.de/php/artikel/Papierloses-Buero-%96-Bleibt-es-ein-Traum-2583.html, (10.12.2009, 18:00) |
| It-republik (2009) | It-republik: Technik ist nicht alles, aber ohne Technik geht hier nix,
September 2009, http://it-republik.de/php/artikel/Papierloses-Buero-%96-Bleibt-es-ein-Traum-2583.html, (10.12.2009, 18:00) |
| Welt (1999) | Welt: Geplatzter Traum vom papierlosen Büro, 12.09.1999, http://www.welt.de/print-welt/article584059/Geplatzer_Traum_vom_papierlosen_Buero.html, (11.12.2009, 21:30) |

